Zum Nachdenken: 6 Sätze aus dem Buch „Der Ritter in der rostigen Rüstung“

· 7. Mai 2018

Das Buch Der Ritter in der rostigen Rüstung  vermittelt uns großartige Lektionen darüber, wie man Selbsterkenntnis erlangen kann. In diesem Abenteuer werden wir zu Zeugen jener inneren Alchemie, die in jedem von uns brodelt. Nur wenige Werke sind so einfach und doch so tiefgründig im Versuch, uns zu Veränderungen zu motivieren.

Doch nicht nur das Buch ist interessant und faszinierend. Auch der Autor macht die Leser neugierig: Robert Fisher war einer der besten Comedy-Autoren der Welt. Er war gleichermaßen in den Bereichen Film, Theater und Fernsehen tätig und arbeitete für Groucho Marx, Lucille Ball und Bob Hope. Ohne Zweifel lässt sich seine Karriere als außergewöhnlich bezeichnen. Er verstand es, uns durch seine wundervolle Kunst eine optimistische und konstruktive Sicht auf das Leben näherzubringen.

Über seine Fähigkeit hinaus, den Zuschauer und Leser zum Lachen zu bringen, regte er stets auch zur Reflexion darüber an, wo die eigenen Möglichkeiten und Grenzen liegen. Seine umfangreiche Erfahrung als Komödiant und Dramatiker ermöglichte es ihm, erfolgreich an das Gewissen der Menschen zu appellieren. Dabei versuchte er, mit seinen Werken unsere persönliche Entwicklung zu fördern.

Buchtitel "Der Ritter in der rostigen Rüstung"

Sätze aus dem Buch Der Ritter mit der rostigen Rüstung

Die Geschichte dreht sich um einen einzigartigen Ritter. Wir haben einen Mann vor uns, der schon auf den ersten Blick bewundernswert scheint: Er ist mutig, großzügig und überzeugt durch gutmütige Handlungen. Nun gibt es noch etwas anderes, das wir bereits nach kurzer Zeit erkennen. Er ist so geblendet von seiner Ritterrüstung, dass er nicht zu schätzen weiß, was er hat.

Seine Blindheit führt ihn sogar dazu, seine Umgebung vollkommen zu vernachlässigen. Unfähig, etwas anderes als seine eigenen Tugenden zu schätzen, nimmt er eines Tages wahr, dass seine Rüstung nicht mehr glänzt und beginnt zu rosten. Gefangen in sich selbst begibt er sich auf eine spirituelle Reise mit dem Ziel, sich von allen Barrieren zu befreien. Es ist dieser Moment, der uns zum Nachdenken anregt. Die folgenden Sätze aus Der Ritter mit der rostigen Rüstung  sind zweifellos Beispiele dieser Erkenntnis, dieses Aufwachens, nach dem wir alle streben sollten.

1. Was sich unter unserer Rüstung befindet

„Wir setzen Barrieren, um uns vor dem zu schützen, von dem wir glauben, dass wir es sind. Dann sind wir eines Tages hinter den Barrieren gefangen und können nicht mehr gehen.“

Der Ritter ist der vollen Überzeugung, dass er gut und großzügig sei. Seine Handlungen spiegeln diese Annahmen jedoch nicht bedingungslos wider. Unter seiner Rüstung steckt eine Person, die glänzen muss, um innere Mängel auszugleichen. Diese Figur konnte große Kämpfe führen und sich allem vermeintlich Bösen entgegenstellen. Zu keiner Zeit war sie sich jedoch des Feindes bewusst, den sie im Inneren trug. Dieses wütenden Drachens, der ihr wahres Ich gefangen hielt.

Wir sollten uns daran erinnern, dass jeder von uns, auf irgendeine Weise, in einer rostigen Rüstung dämmert. Jene, in der wir uns vor ungelösten Konflikten verstecken oder Widerstände soweit ignorieren, dass unser wahres Ich unterdrückt wird.  

Ritter auf einem Pferd

2. Die emotionale Erleichterung

„Nur die Tränen echter Gefühle werden dich von deiner Rüstung befreien.“

Es ist ein erster Schritt, unsere Bedürfnisse anzuerkennen und uns mit unseren Gefühlen auseinanderzusetzen. Nur so können wir uns von dem Gewicht unserer Rüstung befreien. Es gibt nichts Besseres, um sie vom Rost zu befreien und erneut zum Glänzen zu bringen, als uns Freiräume zu schaffen und Spannungen abbauen.

3. Sich darüber klar werden, was wichtig ist

„Man gab den Menschen zwei Füße, damit sie nicht an demselben Ort verweilen müssen. Wenn sie nun aber versuchen würden, auch einmal stillzustehen und sich nicht allem zu bemächtigen, was sich auf ihrem Weg befindet, würden sie das wahre Bestreben ihres Herzens verstehen.“

Dies ist einer der Sätze dieses Buches, der uns dazu einlädt, zu reflektieren. Unser Ritter überquert Stadtgrenzen, Länder und Königreiche, um Gutes zu tun. Er rettet, verteidigt und beschützt andere vor dem Bösen. Schlussendlich entwickelte diese Figur eine größere Liebe für seine Rüstung als für seine Familie.

Seine Ehefrau und sein Sohn nehmen kaum einen nennenswerten Platz in seinem Leben ein. Er hat vernachlässigt, was wirklich wichtig ist. Vergessen wir deshalb nicht, dass wir alle frei sind, uns zu bewegen, zu wachsen und voranzukommen, aber gleichzeitig müssen wir uns unserer Wurzeln bewusst werden, denn diese sind es, die uns Halt geben.

4. Das Hier und Jetzt

  „Er hatte nie den Moment genossen. Niemals hatte er auf irgendjemanden oder irgendetwas gehört. Das Geräusch des Windes, des Regens, das Geräusch des Wassers, das durch die Bäche fließt, war immer da gewesen, aber er hatte es nie gehört.“

Den Moment zu schätzen und für seine Umgebung empfänglich zu sein, macht uns bewusst, was wirklich wertvoll ist. Richten wir unseren Blick lediglich auf uns selbst und vergangene Taten, wird unsere Rüstung weiter rosten. Das wahre Licht scheint wir in der Gegenwart, dort, wo wir die Möglichkeit haben, unser Glück zu finden.

Ritter mit einem Drachen

5. Sich selbst lieben

„Der Ritter weinte, als er erkannte, dass er andere nur dann lieben könnte, wenn er sich selbst liebt. Das Bedürfnis nach ihnen stand ihm im Weg. In diesem Moment erschien der Zauberer und sagte: ‚Du kannst andere nur so sehr lieben, wie du dich selbst liebst.'“ 
Es gibt einen Moment in dem Buch, in dem der Ritter seinen Widerstand aufgibt. Er ist so weit in den Wald seines Unterbewusstseins vorgedrungen, dass er daran denkt, zu fliehen, zu seiner Familie zurückzukehren. Später erkennt er jedoch, dass er noch nicht zurückgehen kann. Er weiß noch nicht, wie er auf sich selbst aufpassen soll. Dazu liebt er sich selbst nicht genug. Wie soll er so anderen die Liebe entgegenbringen, die sie verdienen?

Das ist also unser erster Schritt zur persönlichen Verwandlung: eine gesunde Selbstliebe. Gleichzeitig sollten wir lernen, uns selbst zu schätzen, zu heilen und auf uns selbst zu achten.

6. Schweigen als ein Kanal des Hörens

“In der Stille zu verweilen ist mehr als nicht zu reden.”

Dies ist ein weiterer Satz aus dem Buch Der Ritter in der rostigen RüstungDer Ritter muss sich selbst, inmitten seiner Einsamkeit und einer absoluten Stille, dem Drachen seiner Gedanken stellen. Eine solche Situation ist nicht angenehm. Die Gedanken sind zu laut und die Schutzschilde nur unzureichend wirksam. Sie verhindern den Zugang zu sich selbst, den es unbedingt braucht, um das falsche Ich zu besiegen …

In diesem Szenario des Schweigens schafft er es, sich seiner Bedürfnisse klar zu werden und sein authentisches Ich zu umarmen. Dort, wo es keine andere Möglichkeit gibt, als zuzuhören.

Ritter sitzt an einem dunkeln See

Abschließend lohnt es sich, etwas über Robert Fisher, den Autor dieses Buches, zu sagen. Mehr als einmal erklärte er, dass die Idee zu seinem Buch in mehreren Nahtoderfahrungen aufkam. Das Leben zeigte ihm seine Grenzen in unterschiedlichen Situationen auf. Seine innere Stimme sagte ihm dabei stets: „Du darfst nicht sterben. Du hast noch nicht erfüllt, wofür du gekommen bist.“

Dieses Buch war seine Mission und es veränderte sein Leben. Über sechs Jahre lang widmete er sich diesem Werk. Die Sätze aus dem Buch Der Ritter in der rostigen Rüstung  erinnern uns daran, dass auch wir die Mission haben, unsere Bestimmung zu finden. Zuerst aber müssen wir uns von unserer Rüstung befreien.