Wie Schlafhormone auf uns wirken

Gut zu schlafen heißt, gut zu leben. Verschiedene Schlafhormone spielen dabei eine wesentliche Rolle. Möchtest du mehr über dieses Thema erfahren?
Wie Schlafhormone auf uns wirken

Letzte Aktualisierung: 30. August 2021

Schlafhormone überwachen und steuern die nächtliche Erholung und sogar unser Überleben. Während der Nachtruhe finden wichtige Prozesse statt, die für unsere Gesundheit wesentlich sind. Die innere Uhr regelt in Übereinstimmung mit Licht und Dunkelheit unseren Schlaf-Wach-Zustand und dabei spielen auch bestimmte Hormone eine bedeutende Rolle.

Es handelt sich um Botenstoffe, die vom endokrinen System produziert werden, um Botschaften an verschiedene Teile des Körpers zu senden und so wesentliche Prozesse zu regulieren. Die Schlafhormone reagieren jedoch auf schlechte Ernährung, Bildschirmlicht und andere Faktoren sehr empfindlich. Du solltest außerdem daran denken, dass eine schlechte Schlafqualität nicht nur zu Müdigkeit am nächsten Tag führt, sondern auch dein Immunsystem beeinträchtigt und verschiedene Beschwerden verursachen kann.

Eine Frau mit Schlaflosigkeit

Was sind Schlafhormone?

Unterschiedliche Drüsen geben etwa 50 verschiedene Arten von Hormonen in den Blutkreislauf ab. Jedes Hormon hat spezifische Funktionen, die verschiedene Körpersysteme steuern. Schlafhormone bereiten den Körper auf die Nachtruhe vor, erfüllen jedoch auch noch andere Aufgaben. Sie verringern zum Beispiel in der Nacht auch den Appetit, um plötzliches Aufwachen durch Hunger zu vermeiden.

Wie bereits erwähnt, sind diese Moleküle sehr empfindlich. Ein ungesunder Lebensstil und Stress können deshalb ernste Folgen haben. Auch die Menstruation und die Menopause wirken sich oft negativ auf die Schlafqualität aus.

Melatonin regelt den Ruhezyklus

Melatonin ist bekanntlich ein sehr wichtiges Schlafhormon. Damit die Zirbeldrüse dieses Hormon herstellen kann, ist Tryptophan nötig. Die wichtigste Funktion dieses Hormons ist die Regulierung des Schlafzyklus:

  • Licht und Dunkelheit aktivieren einen Bereich des Gehirns, der suprachiasmatischer Nukleus (SCN) genannt wird. Bei Dunkelheit gibt diese Gehirnregion den Befehl, Melatonin freizusetzen, um Müdigkeit zu fördern.
  • Bei Tageslicht steigt der Kortisolspiegel, während die Melatoninwerte sinken. Du bist bereit, aktiv und wachsam zu sein.
  • Aber auch Fernsehen und Tätigkeiten am Smartphone erhöhen den Kortisolspiegel, deshalb kannst du danach Einschlafprobleme haben.

Triiodthyronin  für einen ausgeglichenen Stoffwechsel und einen guten Schlaf

Das Schilddrüsenhormon Triiodthyronin reguliert den Stoffwechsel, die Körpertemperatur und die Herzfrequenz. In der Nacht ist es dafür zuständig, die Körpertemperatur und den Herzrhythmus zu reduzieren, damit du Ruhe und Erholung finden kannst. Menschen mit Schilddrüsenstörungen leiden deshalb häufig an Schlafstörungen.

Renin, ein Enzym, das den Blutdruck steuert

Renin ist ein Enzym, das von einigen Nierenzellen ausgeschüttet wird. Es hat die Funktion, den Salzhaushalt im Körper zu fördern. Es ist jedoch auch für eine erholsame Nachtruhe entscheidend, da es den Blutdruck reguliert. Eine Studie des Hospital Clínic in Barcelona, Spanien, sowie andere Untersuchungen haben gezeigt, dass veränderte Reninwerte zu Schlaflosigkeit führen können.

Schlafhormone


Orexin ist eines der Schlafhormone

Orexin A und B sind Neuropeptidhormone, die aus dem Vorläuferprotein Prepro-Orexin hergestellt werden. Sie regulieren den Appetit und die Sekretion von Sexualhormonen. Des Weiteren sind sie auch für den Schlaf-Wach-Rhythmus entscheidend. Sie helfen dir nämlich vom Schlafzustand in den Wachzustand zu wechseln und einzuschlafen.

Außerdem haben Experten festgestellt, dass eine Veränderung des Orexin-Spiegels Narkolepsie (plötzlicher und unkontrollierbarer Schlaf in unerwarteten Momenten) hervorrufen kann.

Auch Sexualhormone sind für die Nachtruhe wichtig

Die Sexualhormone Progesteron, Östrogen oder Testosteron beeinflussen den Schlaf ebenfalls. Wenn es zu Veränderungen kommt, kann sich deshalb auch deine Schlafqualität verschlechtern.

  • Hormonelle Veränderungen während der prämenstruellen Phase einer Frau führen zu einem reduzierten Progesteronspiegel. Dadurch wird die Körpertemperatur verändert und die REM-Schlafphasen werden kürzer.
  • Auch in der Menopause reduziert sich die Progesteronproduktion, was ebenfalls zu Schlaflosigkeit führt. 
  • Bei Männern hat sich gezeigt, dass ein niedriger Testosteronspiegel die Qualität der nächtlichen Ruhe beeinträchtigt und die Schlafphasen stört.

Es ist faszinierend zu sehen, wie Schlafhormone das physiologische Gleichgewicht beeinflussen, das unser Wohlbefinden steuert. Diese Botenstoffe sind lebenswichtig!

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