Wie können wir in ausweglosen Situationen wieder neue Kraft schöpfen?

· 19. Februar 2017

Ich versuche jeden Tag mit dem schönsten Lächeln, das ich auf meine Lippen zaubern kann, zu beginnen. Viele der Umstände liegen nicht in unserer Hand und wir können sie nicht ändern. Oder vielleicht doch? Ich glaube, dass ich aus allem mir Möglichen neue Kraft schöpfe, um weiterzumachen. Doch die Kraft hat die Angewohnheit, irgendwann erschöpft zu sein.

Wir möchten, dass glückliche Momente für immer währen und schlimme so schnell wie möglich vorbeigehen. Was wir nicht wissen, ist, dass diese aber notwendig sind, um die Zeit schätzen zu lernen.

In der Theorie ist es einfach, zu verstehen, was es bedeutet, optimistisch zu sein, Probleme wegzulächeln, Fehler als Erfahrungen anzusehen, um sich als Mensch zu verbessern, etc. Doch wenn die Stunde der Wahrheit gekommen ist, sieht das schon wieder ganz anders aus. Es ist nicht leicht, positiv eingestellt zu sein und stark zu bleiben, wenn wir von Negativität umgeben sind und uns das Leben in sämtlichen Bereichen übel mitspielt. In diesen Augenblicken fühlen wir uns allein und energielos. Neue Kraft zu schöpfen erscheint unmöglich.

Neue Kraft an den passenden Orten schöpfen

Du hast dich auf jeden Fall geirrt, wenn du tatsächlich dieser Meinung warst. Du kannst auf jeden Fall neue Kraft schöpfen, doch bisher hast du die an den falschen Orten gesucht. Du musst die Augen öffnen und deine Situation aus einer anderen Perspektive betrachten. Nur so wird dir auffallen, dass du über mehr Kraft verfügst, als du dachtest.

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Vielleicht bist du von toxischen Menschen umgeben, die dir deine Energie und deine Geduld rauben. Es kann auch gut sein, dass du frustriert aufwachst, weil du erneut dieser so unzufriedenen Arbeit nachgehen musst, die dich demotiviert, die du aber brauchst, weil du damit deine Rechnungen bezahlen kannst. Im schlimmsten Fall macht dir deine Gesundheit zu schaffen und das hat dazu geführt, dass du dein wunderschönes Lächeln verloren hast.

Die stärksten Menschen sind diejenigen, die jeder Schwierigkeit mit einem strahlenden Lächeln begegnen.

Was haben all diese Situationen gemeinsam? Das Problem liegt darin, wie du mit einer schwierigen Situation umgehst. Du solltest versuchen, diese toxischen Personen zu meiden oder dich von ihnen zu distanzieren; diesen Job, der dich nicht glücklich macht, zu akzeptieren oder – wenn es gar nicht geht – zu kündigen; und du solltest nicht zulassen, dass deine Krankheit immer im Mittelpunkt steht.

Du lebst ein Leben, in dem du dir ein anderes vorstellst, und das hat zur Folge, dass du wütend und frustriert bist. Dieser Frust, der alle Aspekte, die dir missfallen, noch dunkler erscheinen lässt. Aber unter Umständen kannst du etwas dagegen tun und diese Situation ändern. Andere Situationen musst du einfach akzeptieren und umdenken, damit sie dir nicht so viel Kraft rauben.

Du darfst nicht vergessen, dass es am wichtigsten ist, wie du dich fühlst, und solltest nicht der Situation die größte Bedeutung einräumen. Vielleicht gibt es da eine ideale Situation, die wir uns herbeisehnen, aber es gibt eventuell viele mehr, die uns glücklich machen.

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Ich kann eine Situation nicht ändern, was nun?

Wie wir bereits gesagt haben, ist unsere Fähigkeit uns selbst zu ändern, größer als die, das zu ändern, was uns umgibt. Doch was passiert, wenn wir in diesem Job feststecken, weil wir zumindest momentan keine Alternative haben, die uns Besserung verspricht? So etwas macht natürlich jedem von uns zu schaffen, aber es gibt Vieles, das wir tatsächlich ändern können:

  • Die negativen Aspekte einer Situation erscheinen noch größer, wenn wir die positiven Aspekte dieser missachten: Es ist nicht die Arbeit, der du gern nachgehen würdest, sie frustriert und demotiviert dich, aber trotzdem solltest du all deine Kraft in sie stecken, damit es jeden Tag ein bisschen besser wird. Und denke vor allen Dingen einmal an die Erfahrung, die du dadurch gewinnst, dass du aktiv bist und wie viele Freundschaften du auf der Arbeit bisher schon geschlossen hast.
  • Gestehe dir ein, dass du dir selbst im Weg stehst: Manchmal möchten wir einen Schritt nicht gehen und beschweren uns lieber über das, was wir haben. Kannst du wirklich keine andere Anstellung finden oder hast du Angst davor? Uns etwas zu trauen, um bessere Arbeitsbedingungen zu erhalten, bedeutet, eine Unsicherheit zuzulassen, die uns panisch machen kann, aber manchmal bleibt uns nichts anderes übrig, als diesen Schritt zu wagen.
  • Wenn du etwas gut machst, wird alles besser werden: Wenn du jeden Tag ein bisschen mehr von dir gibst, wenn du dich auf das Positive konzentrierst und das Schlechte akzeptierst, musst du nur noch abwarten. Denn früher oder später werden diese Anstrengungen einer gegenwärtigen Situation, die dir nicht gefällt, Früchte tragen. Wenn du es am wenigsten erwartest, schenkt dir das Leben etwas Besseres, was der Preis dafür ist, dass du in schwierigen Momenten nicht den Kopf in den Sand gesteckt hast.

Dass wir uns schlecht fühlen, ist etwas vollkommen Natürliches, ab und an traurig zu sein ebenfalls. Vorzuhaben, sich jeden Tag gut zu fühlen, ist etwas vollkommen Irreales.

Schlimme Zeiten bringen negative Emotionen und Gefühle mit sich, die uns dazu verleiten, dass wir unseren Fokus einzig und allein auf sie legen. Das Problem ist, wenn wir das tun, wird es uns nicht gelingen, zu verstehen, dass sogar die schlimmsten Situationen etwas Gutes haben. Dank ihnen denken wir darüber nach, ob wir das tun, was wir tatsächlich wollen oder ob wir etwas anderes ausprobieren sollten.

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Positives und Negatives bilden eine Einheit, damit wir das Beste von uns geben können. Wenn das nicht so wäre, könnten wir niemals über uns hinauswachsen, uns und unsere Schwächen und Stärken entdecken. Sei nicht ungeduldig, sondern nimm all das, was dir gerade wie eine riesige Last erscheint und schöpfe daraus neue Kraft. Wenn du dich auf das Beste an dir konzentrierst, dann geschehen Wunder.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Magryt ArTur, Frogx Three