Wenn du nicht selbst auf dich aufpasst, wird es niemand tun

5. September 2016 en Emotionen 346 Geteilt

Es ist klar, dass Menschen gern mit anderen Menschen interagieren. Wir wollen, dass andere uns lieben, auf uns aufpassen und einen Teil ihrer Zeit mit uns verbringen. Wie auch immer, es ist gut für uns, im Hinterkopf zu behalten, dass das kein grundlegendes Bedürfnis ist. Wirklich wichtig ist, dass wir selbst auf uns aufpassen, uns lieben, und lernen, für und mit uns selbst glücklich zu sein.

Niemand ist wirklich unverzichtbar für unsere Fähigkeit, glücklich zu sein oder uns vollständig zu fühlen, auch wenn wir das oft denken. Was andere uns geben ist in Wirklichkeit einfach nur eine freiwillige Handlung, die sogar noch bereichernder ist, wenn sie unerwartet kommt. Diejenigen, die bei uns seien wollen, werden bei uns sein und auf uns aufpassen, ohne dass wir sie danach fragen müssen.

Die Existenz erlaubt keine Stellvertreter

Wir sind alle einzigartig und etwas ganz Besonderes. Deshalb haben wir alle verschiedene Emotionen, Erfahrungen und Art und Weisen, das Leben zu meistern. Somit können nur wir selbst das regulieren, was wir sind und was wir fühlen. Wenn wir zum Beispiel wollen, dass jemand auf uns aufpasst, dann müssen wir erst lernen, wie wir selbst auf uns aufpassen können.

„Denn niemand kann für dich lernen. Niemand kann für dich wachsen. Niemand kann für dich suchen. Niemand kann etwas für dich tun, was du selbst für dich tun musst.“

Jorge Bucay

Bucay sagt, dass niemand für uns wachsen kann und da liegt er nicht falsch. Niemand wird jemals dazu fähig sein, in unsere Fußstapfen zu treten, egal wie sehr er uns liebt. Unsere größten Erwartungen und Herausforderungen sind am besten alle in eine Richtung gerichtet: in unser Inneres.

In diesem Sinne liegen viele großartige Chancen vor uns, von denen wir möglicherweise profitieren können. Außerdem gibt es auch viele Entscheidungen, die wir fällen müssen. Auf uns selbst aufzupassen bedeutet, dass wir uns immer darüber bewusst sein müssen, was uns jederzeit passieren kann. Unser inneres Gleichgewicht zu bewahren hängt nur von uns ab.

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Die Bedeutung, auf uns selbst aufzupassen, damit wir dann eventuell auf andere aufpassen können

Auch wenn wir unser inneres Gleichgewicht verlieren und dann gegen gewisse Widrigkeiten ankämpfen müssen, werden wir immer viele Menschen an unserer Seite haben. Wir sollten uns darauf aber nicht verlassen, denn es ist nicht immer der Fall. Jemand, von dem wir dachten, dass er für uns da wäre, könnte fehlen. Und bestimmt gibt es auch jemanden, der uns überrascht, von dem wir es nicht erwartet hatten. Deshalb können wir die Stärke von den Menschen, die uns begleiten, nicht 100%ig einschätzen. Aber wir können unsere eigenen Stärken einschätzen.

Manchmal müssen wir uns zum Beispiel von jemandem trennen und wir denken, dass wir ohne diese Person nicht weitermachen können. Wir können nicht begreifen, dass wir zuerst für uns selbst da sein müssen und erst dann für andere Menschen. Das führt dazu, dass wir uns in gewisser Weise abhängig fühlen. Trotz allem ist das nur ein Trugbild. Wir werden einen Ausweg finden und niemals wieder nicht mehr für uns da sein.

Denn im Wesentlichen ist der Einzige, der bei dir sein muss, du selbst. Alles andere kommt von selbst in Form einer Heilung, in Form einer Decke, in Distanzen, die niemals da waren. 

Selbstbewusstsein ist in diesen Fällen unverzichtbar. An sich selbst zu glauben ist der erste Schritt dabei, jegliches Leid zu überwinden, und die Dinge, die uns erfreuen, in vollen Zügen zu genießen. In der Tat ist es wichtig, dass wir uns selbst dafür wertschätzen und lieben, wie wir sind, damit andere das auch tun können.

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Die Menschen, die wir lieben, bereichern unser Leben, doch wir leben für uns selbst

Wenn wir selbst auf uns aufpassen und uns selbst lieben, scheint es so, dass alle anderen das ohne jeglichen Zwang auch tun wollen. Es gibt uns das Gefühl, dass alles viel einfacher ist. Die Wahrheit ist, dass die Menschen, die wir lieben, unser Leben verbessern. Doch letzten Endes sind wir allein. Allein, um zu tun, was wir wollen und was das Leben uns gibt.

„Wir kommen allein auf die Welt, wir leben allein, wir sterben allein. Nur Liebe und Freundschaft können uns für einen Augenblick die Illusion verschaffen, nicht allein zu sein.“

Orson Welles

Liebe, Freunde und Familie geben uns die Wärme, die wir manchmal brauchen und unterstützen uns in allen Situationen. Allerdings wirst du dich vielleicht weiterhin in deinem Inneren kalt fühlen, wenn es dort keine Wärme gibt. Es ist sehr hilfreich, zu verstehen, dass die Zeit, die uns gegeben ist, nur uns allein gehört. Genauso wie die Entscheidung, wie wir diese nutzen.

Wenn du nicht auf dich selbst aufpasst, wird das niemand tun. Wir haben alle die Verpflichtung, unser inneres „Ich“ zu pflegen und es wachsen zu lassen. Wir müssen uns unsere Träume erfüllen und unsere Schwächen überwinden. Wir müssen die Dinge suchen, die uns glücklich machen und dann entscheiden, ob wir unser Glück mit jemandem teilen wollen, der beweist, dass er dieses Privileg gern hätte.

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