Ich will glücklich sein und nicht nur vorgeben, glücklich zu sein

· 30. August 2016

Glücklich zu sein, hat für uns oberste Priorität. Es ist gerade so, als wären wir kleine Kinder und würden mit dem Glück Verstecken spielen. Aber ist es notwendig, das Glück zu suchen? Und was ist, wenn wir schon glücklich sind? Wenn dem so wäre, hätte unser Leben vielleicht gar keinen Sinn?

Auch wenn wir nicht immer einen Grund dafür haben, uns ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, zwingen wir uns trotzdem dazu. Ist dir schon einmal aufgefallen, dass Traurigkeit nicht gern gesehen wird? Ohne dass uns das bewusst ist, setzen wir unseren negativen Gefühlen und Emotionen eine Maske auf.

Höre auf, Gründe dafür zu suchen, um glücklich zu sein. Konzentriere dich auf das, was du hast, und auf die vielen Gründe, wegen derer du glücklich sein solltest.

Wie du glücklich wirst, hat dir niemand erzählt

Wo können wir das Glück finden? Seit unserer Kindheit wird uns beigebracht, gewissen Schritte zu folgen, um eines Tages glücklich zu sein. Einer dieser Schritte ist einen guten Arbeitsplatz zu finden, mit dem wir unseren Lebensunterhalt verdienen können und der es uns erlaubt, uns um das Finanzielle im Grunde genommen keine Sorgen machen zu müssen.

Doch das besagte Glück finden wir nicht nur auf beruflicher Ebene, sondern auch in unseren Beziehungen. Einen Partner und Kinder zu haben ist für viele das Nonplusultra. Aber was passiert, wenn das Ergebnis ein anderes ist, als das, was wir erwartet haben und wir weiterhin unglücklich sind?

Frau mit gelben Blumen

Wenn wir all diesen Schritten folgen, und das so gefürchtete Glück doch nicht finden, macht sich ein Gefühl von tiefer Traurigkeit bereit, wodurch wir uns wie der größte Unglücksrabe fühlen. Dann beginnen wir zu denken, dass wir ein Leben mit einem ständigen Lächeln im Gesicht vielleicht nicht verdienen.

Alle Wegweiser, die uns den Weg zum Glück zeigen, machen aus diesem einzig und allein eine oftmals zu hoch gesteckte Erwartung. Denn so viel wir auch haben, entspricht das Glück nicht dem, was uns weisgemacht wurde, und um das zu erkennen, müssen wir nur unsere Augen öffnen und unser Umfeld genauer betrachten.

„Es gibt zwei Arten, Glück zu verbreiten: Entweder ist man das Licht, das strahlt, oder der Spiegel, der es reflektiert.“

Edith Wharton

Wenn du das tust, wird der auffallen, dass die Glücklichsten nicht diejenigen sind, die am meisten haben, sondern es sind die demütigen Menschen, die stets lächeln. Das kommt daher, weil sie das Wenige, das sie haben, zu schätzen wissen und weil sie verstanden haben, dass das Glück nichts mit den zuvor erwähnten Vorstellungen zu tun hat. Denn Glück ist eine Frage der Einstellung.

Diese Menschen haben begriffen, dass sie niemanden brauchen, um lächeln zu können. Sie haben auch nicht das Gefühl, dass sie bei etwas verloren haben, weil sie akzeptiert haben, dass das Leben ein mieser Verräter ist und man nicht immer das bekommt, was man sich wünscht. Trotz alledem schauen sie optimistisch in die Zukunft und kämpfen weiterhin für das, wofür ihr Herz schlägt.

Werde ich dazu gezwungen, glücklich zu sein?

In gewisser Weise werden wir tatsächlich dazu gezwungen, glücklich zu sein und unser schönstes Lächeln aufzusetzen, wenn uns eigentlich nur danach ist, zu weinen. Dazu müssen wir uns nur die vielen Ratgeber anschauen, die uns aufzeigen, wie wir uns immer mit uns selbst und anderen gut fühlen.

Das große Problem dabei ist, dass es einfach unmöglich ist, 24 Stunden am Tag wahrhaft glücklich zu sein. Das hat damit zu tun, dass positive Gefühle mit negativen zusammenhängen. Von letzteren versuchen wir ständig zu fliehen, weil wir sie als nicht gerade gewinnbringend für unser Wohlbefinden ansehen.

Frau in blau gehuellt

Daher zaubern wir uns so gut wie immer unser schönstes Lächeln ins Gesicht und geben vor, glücklich zu sein. Es scheint so, als würden wir auf diese Weise besser akzeptiert werden und könnten uns leichter integrieren. Es wird von uns eine optimistische Haltung abverlangt, weil sich dadurch alle besser fühlen.

Du triffst deine eigenen Entscheidungen. Versichere dich nur, dass sie dich glücklich machen werden.

Aber die Konsequenz dessen ist, dass wir unsere wahren Gefühle verstecken, obwohl es uns doch eigentlich schlecht geht. Ohne dass wir es bemerken, begegnen wir vielen Lächeln, hinter denen sich Traurigkeit verbirgt; Gelächter, die grauenvolle Schreie voller Schmerz übertönen; strahlende Augen, die versuchen, tiefes Leid zu verstecken.

Die Entscheidung, nicht glücklich zu sein

Und wenn ich mich nun dazu entschließe, nicht glücklich zu sein? Es gibt viele Menschen, die sich wünschen, nicht glücklich zu sein, auch wenn das seltsam erscheinen mag. Doch eigentlich ist es das nicht, wenn wir alles Erdenkliche dafür tun, um uns von diesem lang ersehnten Gemütszustand zu trennen.

Wir wollen uns glücklich fühlen, sobald wir am Arbeitsplatz und innerhalb der Familie unsere Ziellinie überschritten und damit Wohlstand und Ausgeglichenheit auf ganzer Linie erreicht haben. Träume und noch mehr Träume, die bei uns aber keine Euphorie auslösen, wenn sie Realität werden, und das wird auch den Rest unseres Lebens so bleiben.

Niemand kann über dein Glück entscheiden, deshalb solltest du deine Freude, deinen Frieden, dein Leben, niemals in die Hände einer anderen Person legen.

Glücklich zu sein ist eine Gefühlslage, der viele andere beiwohnen. Aus diesem Grund lebt das Glück in dir, genauso wie das Gefühl von Traurigkeit oder jegliche andere Emotion. Wenn du in dich gehst, wird dir klar, dass an diesem wundervollen Ort alle Alternativen geboren werden, die du allein kontrollieren kannst, um glücklich zu sein.

Glueckliche Frau im Garten

Schätze, was du hast, und höre damit auf, vorzugeben, dass es dir immer gut geht. Sei wie du bist und lasse niemals zu, dass dich ein anderer dazu zwingt, jemand zu sein, der du in Wahrheit nicht bist. Verabschiede dich von der fälschlichen erlernten Auffassung, davon, was dich glücklich machen soll und von dem du feststellen musstest, dass es nicht stimmt. Das Glück finden wir in uns selbst.

Und wie sieht es mit dir aus? Bist du schon glücklich?