Wenn du eine gute Absicht hattest, dann beklage dich nicht länger

2. September 2016 en Emotionen 0 Geteilt

Wenn du dich jeden Tag über das beklagst, was dir geschehen ist, dann nur, weil diese so wertvolle Person in deinem Inneren möchte, dass du ihr zuhörst und ihr erlaubst, zu heilen. Dir passiert das, weil sie weiß, dass du es brauchst, dir selbst zu vergeben, um weiterzumachen, und zu verstehen, dass du trotz der ganzen Umstände versucht hast, in diesem Moment dein Bestes zu geben, du hattest eine gute Absicht und das hat doch auch seinen Wert.

Doch Tatsache ist, dass du mit dieser Last auf deinem Herzen dein Gewissen nicht zu lange belagern kannst, weil es einfach nicht gut für dich ist und du es darüber hinaus auch nicht verdienst: Erinnere dich wieder daran, dass die Konsequenzen eines Handelns erscheinen müssen, aber sie müssen nicht für immer auf die lasten.

Du hast schon genug gelitten und auch wenn du nicht darauf abgezielt hast, musstest du auch Kritik einstecken, vielleicht war es auch etwas beschämend und sogar moralisch verwerflich, wie etwas ausgegangen ist. Nichtsdestotrotz sind das Dinge, die geschehen müssen: Wenn wir Entscheidungen treffen, laufen wir Gefahr, uns zu irren und nicht einmal unser größter guter Wille schließt die Möglichkeit aus, einen Fehler zu machen.

„Ich wollte doch nur…“

Das durch eine gütige Seele bestimmte Handeln wird leider unterschätzt und es gibt Menschen, die die sogenannte „gute Absicht“ als Schutzschild benutzen, um dahinter ihre Feigheit zu verstecken oder sich Ausreden einfallen zu lassen, um gut weg zu kommen. Dennoch gibt es auch Menschen, die nicht so sind und sich wirklich schlecht fühlen, weil das Geschehene nicht dem entspricht, was sie sich erhofft hatten, weil es ihre Absicht war, das Beste zu geben.

Frau mit Fenster zum Herzen

Das heißt, dass du jetzt an einen Punkt gekommen bist, an dem du dich immer wieder darüber beschwerst, wie sich die Dinge entwickelt haben und Sätze, wie „ich wollte doch nur…“  oder „das war nicht meine Absicht“  sind das Produkt deiner Schuldgefühle, die dich seitdem verfolgen. Diese zwei Sätze symbolisieren bei jemandem das Gefühl Frust, der versucht hat, sein Herz für sich sprechen zu lassen und mit seinem Handeln trotzdem Scherben verursacht hat.

„Ich bin wie jeder andere auch: schwach, dazu in der Lage, in jedes Fettnäpfchen zu treten, aber im Grunde genommen ein guter Mensch.“

Junot Díaz

Du fühlst diesen Druck auf deinem Herzen und verspürst Reue, es nützt dir rein gar nichts, dass dir die betroffene Person bereits vergeben hat und dir die Situation nun nichts mehr ausmacht, deine Moral aber schon. Es hilft dir nicht, zu denken, dass du doch nur dein Bestes geben wolltest und du würdest gern die Zeit zurückdrehen, um es anders zu machen. Jedoch ist die Lösung eine andere.

Traue dich, dir selbst zu verzeihen

Wenn du einen Ausweg aus deiner Situation finden willst, schaffst du das nur, wenn du dir selbst vergibst. Falls du davon überzeugt bist, dass du dich nicht länger schlecht fühlen willst, musst du dich trauen, diesen Schritt zu gehen. Das Einzige, was du dadurch erreichen wirst, ist, dass der Sturm aus deinem Kopf verschwindet und du endlich einen Schlussstrich ziehen kannst.

Es tut dir gut, wenn du dich nicht länger über das beklagst, was du nicht mehr ändern kannst und was der Vergangenheit angehört. Denn es ist doch so: In deiner guten Absicht liegt auch die Möglichkeit verborgen, von vorn zu beginnen, zu verstehen, dass niemand perfekt ist, auch du nicht, auch wenn dir das vielleicht nicht gefallen mag.

„Die Vergebung ist die Tugend der Mutigen.“

I. Gandhi

Frau genießt Einsamkeit

Einen Fehler begangen zu haben macht dich weder zu einem schlechten Menschen, noch muss er zu deinem inneren Richter über deine gesamte Gefühlswelt werden. Habe Vertrauen in dich, schätze dich und denke daran, dass es noch mehr Situationen geben wird, die dir zeigen, dass man nicht immer verliert, sondern manchmal auch gewinnt. Vergiss niemals: Fehler definieren dich nicht, aber sie helfen dir, zu dem zu werden, der du bist.

Deine gute Absicht sollte jeden Tag dein Geschenk für andere sein

Zum Schluss möchte ich dir noch sagen, wieso ich der Meinung bin, dass du dein Gewissen von dem, was war und dir Schaden zufügt, befreien musst: ganz einfach, weil ich glaube, dass wir auf der Welt Menschen brauchen, die sich von einem demütigen und gütigen Herzen leiten lassen, auch wenn die Ergebnisse nicht immer so sind, wie wir es uns wünschen.

Wir brauchen es, unseren Liebsten jeden Tag das Beste von uns zu geben, ihnen die Hand zu reichen, wenn sie uns brauchen und ihnen einen Ratschlag zu geben, wenn sie einen von uns hören wollen. Und wenn wir uns irren? In diesem Fall sollten wir uns dann vergeben können und wieder inneren Frieden finden, nach dem wir die Konsequenzen für unser Handeln getragen haben.

„Liebe und ein guter Wille sind in menschlichen Belangen unschätzbar.“

Florence Scovel

Baum in Form eines Herzens

Viele Male scheint es tatsächlich so, dass das wirklich Wichtige nicht die Absicht ist, sondern das, was man tut, weil wir davon ganz sicher wissen, dass es real ist. Aber hin und wieder vergessen wir, dass die gute Absicht Berge versetzen kann und und sich ohne sie nicht einmal ein einziger Stein des Berges bewegen würde. Daher solltest du dich nicht länger bestrafen und dir eine neue Chance geben, denn eine Situation muss nicht immer schlecht ausgehen.

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