Wenn das Herz nicht weint, dann weint der Körper

· 30. August 2016

Es besteht eine Verbindung zwischen Krankheiten und Emotionen, und psychosomatische Krankheiten zeigen das. Emotionen erscheinen nicht aus dem nichts, sondern sind mit unserer Art verbunden, das zu interpretieren, was uns passiert. Gleichzeitig können Emotionen auch physiologischen Symptomen den Weg freimachen. Genauso wie physische Krankheiten unseren Gemütszustand beeinflussen und in uns Furcht, Angst und Sorgen hervorrufen, werden auch viele psychologische Probleme in unserem Körper widergespiegelt.

Wenn das Verhältnis zwischen Körper und Geist aus dem Gleichgewicht gebracht wird, etwa durch unangenehme Emotionen, negative Gefühle, niedriges Selbstwertgefühl oder Stresssituationen, entstehen psychosomatische Krankheiten. Darunter versteht man physische Beschwerden, deren Auftreten und Verlauf mit psychologischen Faktoren in Zusammenhang stehen. Wenn wir von psychosomatischen Symptomen sprechen, dann beziehen wir uns auf physische Beschwerden, für die Ärzte keine organische Ursache finden.

„All unsere Emotionen hinterlassen ihre Spuren auch auf unserem Körper.“
Boris Cyrulnik

Projizierung der Emotionen auf den Körper

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie organische Störungen oder Veränderungen auftreten, die mit psychologischen Faktoren in Verbindung stehen:

  • Verdauungsstörungen: gereizter Darm oder Symptome eines gereizten Blinddarms. Dies steht im Zusammenhang mit Wut, Ärger, Aggressivität.
  • Herz- und Kreislaufstörungen: verbunden mit Euphorie, Hysterie, Aufregung, Übersensibilität und Nervosität.
  • Atembeschwerden: In Erwartung einer Überraschung stockt uns der Atem, starke Emotionen oder Angstzustände können ein Gefühl des Erstickens oder Ertrinkens auslösen.
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  • Auswirkungen auf die Hormondrüsen: Hier können Veränderungen durch emotionale Unausgeglichenheit erzeugt werden, wie etwa Nervosität, Zweifel, Skepsis oder Eifersucht.
  • Störungen der Harn-und Geschlechtsorgane: verbunden mit Angst, fehlendem Selbstwertgefühl, Schüchternheit und Hoffnungslosigkeit.
  • Dermatologische Probleme: Sie treten bei Kommunikationsschwierigkeiten auf, wenn jemand anderen seine Meinung aufzwingen will, bei übertriebener Autorität und Dominanz gegenüber anderen.

„Die Frage ist nicht, welche Krankheit eine Person hat, sondern welche Person die Krankheit hat.“
William Osler

Unser Körper schreit, wenn die Emotionen schweigen

Die gleichen mentalen Beschwerden oder die gleiche psychische Krankheit kann unterschiedliche körperliche Symptome hervorrufen, abhängig vom Gemütszustand desjenigen, der ihr ausgesetzt ist. Für Krankheiten wie Krebs oder Fibromyalgie gilt es als erwiesen, dass es den Heilungsprozess unterstützen kann, wenn der Patient lernt, mit seinen Emotionen umzugehen und so zu einer gewissen emotionalen Ausgeglichenheit findet.

Wenn Emotionen nicht ausgedrückt werden, dann bedeutet dies, dass es an der Vergegenwärtigung der Emotionen mangelt, dass das körperliche Empfinden kaum oder gar nicht mit dem mentalen Zustand in Verbindung gebracht wird.

Ein sehr wichtiges Konzept, was mit der Unfähigkeit zu tun hat, seinen Emotionen Ausdruck verleihen zu können, ist die Alexithymie. Diese Kondition beschreibt eine Reihe an Symptomen, die bei Personen mit psychosomatischen Krankheiten festgestellt wurden, und zeigt sich in der Schwierigkeit, Emotionen identifizieren und beschreiben zu können, so als hätte jemand eine verkümmerte innere Fantasie.

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Die unterschiedlichen Ursachen für Alexithymie umschließen erbliche, genetische oder neuronale Faktoren, Hirnschäden oder Traumata. Personen mit Alexithymie werden oft von anderen, auch von ihnen nahestehenden Menschen, als kalt und distanziert beschrieben. Es fehlt ihnen an Empathie und sie haben große Schwierigkeiten, die Gefühle anderer zu verstehen und richtig auf sie zu reagieren.

Unterdrückung von Emotionen

Alexithymie geht auch mit der Unterdrückung von Emotionen einher. Die Unterdrückung dient dazu, schmerzhafte und unangenehme Erfahrungen aus dem Bewusstsein herauszuhalten. Die Individuen nutzen das als eine Verteidigungsstrategie und haben dadurch weniger Zugriff auf emotionale Erinnerungen, insbesondere an negative und unangenehme Geschehnisse.

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Eine emotionale Blockade ist die Antwort, die viele Menschen auf einen Vorfall geben, den sie als bedrohlich oder schwerwiegend erfahren haben, da sie Schwierigkeiten haben, ihre eigenen Gefühle anzuerkennen und zu regulieren und sie stattdessen versuchen, sich gegen das Leiden selbst zu schützen. Auch wenn es weit davon entfernt ist, wirklichen Schutz zu geben, hat dieser emotionale Vorgang schwerwiegende klinische und soziale Konsequenzen. Worüber der Mund schweigt, wird vom Körper hinausgeschrien.

 

Der Großteil der Krankheiten wird von uns selbst durch unterdrückte Emotionen hervorgerufen.
Heile deinen Körper und deine Seele wird auch heilen
Unser Körper und unsere Seele bilden eine Einheit und wenn dir die Seele wehtut, dann wird auch dein Körper wehtun und umgekehrt… >>>mehr