Schnelles Denken und langsames Denken nach Daniel Kahneman

Hast du schon einmal etwas über die beiden Denksysteme von Daniel Kahneman gehört? Dieser Psychologe gewann im Jahr 2002 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften, nachdem er eine Theorie entwickelt hatte, die die beiden Denkweisen erklärte, die Menschen täglich anwenden: schnelles Denken und langsames Denken.
Schnelles Denken und langsames Denken nach Daniel Kahneman

Letzte Aktualisierung: 18 Mai, 2021

Ist dir bewusst, wie dein Gehirn die beiden Denksysteme aktiviert, während du deine täglichen Aufgaben erledigst? Weißt du, wie du Entscheidungen triffst? Obwohl es viele psychologische Theorien zu diesem Thema gibt, ist eine davon besonders einflussreich. Es ist eine Theorie über das Denken von Daniel Kahneman: Schnelles Denken und langsames Denken.

Kahneman ist ein Psychologe, der 2002 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielt. Im Jahr 2011 schrieb er den Bestseller Schnelles Denken, langsames Denken. Darin stellt er eine Theorie über zwei gut differenzierte Systeme des Denkens auf. System 1 ist eher intuitiv, schnell und automatisch, während System 2 eher deliberativ, logisch und langsam ist. Was gibt es also noch über diese Systeme zu wissen? Wann nutzt du sie? Interagieren diese Systeme miteinander? Lies einfach weiter, um es herauszufinden!

“Starke Gedanken werden von großen Emotionen begleitet.”

-Bangambiki Habyarimana-

schnelles und langsames Denken - Frau denkt nach

Schnelles Denken und langsames Denken nach Daniel Kahneman

Kahnemans Denksysteme sind Gegenstand seines Buches Schnelles Denken, langsames Denken. Daniel ist ein in Palästina geborener Psychologe, der in den USA aufgewachsen ist. Für viele ist er einer der weltweit wichtigsten und bedeutendsten Denker. Wie wir bereits eingangs erwähnt haben, erhielt er den Nobelpreis für seine Arbeit am rationalen Modell der Entscheidungsfindung.

Seine Ideen beeinflussten viele Bereiche der Medizin, Politik und Wirtschaft. In seinem Buch beschrieb Daniel zwei Arten Denkens oder anders ausgedrückt, zwei Systeme, die das menschliche Denken modellieren. Das System 1 ist das schnelle, intuitive und emotionale Denken, während das System 2 das langsamere, überlegtere und logischere Denken beschreibt.

System 1 (schnelles Denken)

Dieses System beschreibt das schnelle, automatische, emotionale Denken, das auch stereotypisierend und unbewusst erfolgt. System 1 hat die Funktion, Intuitionen zu generieren, die für menschliche Aufgaben nützlich sein können (auch wenn sie nicht immer nützlich sind). Dieses System wird auch als implizites System bezeichnet.

Außerdem wird System 1 durch Intuition und Heuristik aktiviert. Es ermöglicht dir, grundlegende tägliche Aufgaben wie Gehen oder das Bürsten deiner Haare auszuführen. Darüber hinaus verknüpft es neue Informationen mit Mustern, die zumindest laut Kahneman bereits im Kopf vorhanden sind. Somit erzeugt der Geist nicht aus jeder neuen Erfahrung neue Muster, sondern verknüpft neue Informationen mit alten Informationen und erzeugt so sinnvolle Beziehungen.

Wie wird es aktiviert?

Der Mensch nutzt das System 1, um Entscheidungen in Bezug auf die meisten Probleme des täglichen Lebens zu treffen. Anders ausgedrückt, mithilfe dieses Systems kannst du schnell und einfach Entscheidungen treffen und automatische Schlussfolgerungen ziehen.

System 2 (langsames Denken)

Das zweite von Kahneman vorgeschlagene System ist langsamer und erfordert einen größeren Aufwand. Es ist weniger verbreitet und logischer als das vorherige. Außerdem werden hierbei Dinge bewusster durchdacht. Das bedeutet, dass sich der Mensch vollkommen darüber bewusst ist, dass dieses Denken beispielsweise zur Problemlösung dient.

Die Funktion des zweiten Systems besteht darin, endgültige und verbindliche Entscheidungen zu treffen, nachdem die aus System 1 resultierenden Intuitionen beobachtet und gesteuert wurden. Im Gegensatz zu System 1 kannst du mit System 2 komplexere Aufgaben ausführen, beispielsweise eine Sprache lernen oder über etwas nachdenken.

Wie wird es aktiviert?

Das zweite System dient dazu, komplexe oder schwierige Entscheidungen zu treffen. Daher erfolgt hierbei eine bewusstere Art des Denkens. Es ist ein System, das mehr Konzentration erfordert, da die sich stellenden Aufgaben komplex sind. Darüber hinaus nutzt der Mensch dieses System, um bewusste Antworten zu geben.

schnelles und langsames Denken - Mann denkt nach

Die Interaktion der beiden Denksysteme nach Daniel Kahneman

Diese beiden Denksysteme sind im menschlichen Alltag ständig aktiv und sie kommunizieren und interagieren miteinander. Abhängig von der jeweiligen Aufgabe wird jedoch jeweils ein System das andere dominieren.

Beide Systeme haben eine eigene Funktion. Während also System 1 deine Gedanken in Bezug auf die Wahrnehmung der Umgebung und das visuelle und assoziative Gedächtnis bestimmt, ist System 2 dafür verantwortlich, Schlussfolgerungen aus den Intuitionen des ersten zu entwickeln. Das langsamere, Dinge durchdenkende und logischere System 2 kann bei komplexen Entscheidungen hilfreich sein, da es langsamer ist und mehr Konzentration erfordert als das System 1 (Konzentration ist ein Schlüsselfaktor bei der Entscheidungsfindung). Deshalb bezeichnet Kahneman den zweiten Prozess als langsames Denken.

In Bezug auf die Interaktion der beiden Systeme hat System 1 einen größeren Einfluss auf das Verhalten, wenn System 2 beschäftigt ist.

Kurz gesagt, Daniel Kahneman sagt, dass sich das Denken durch zwei Denksysteme manifestiert, die im Kopf arbeiten, um Entscheidungen zu treffen und Probleme zu lösen. Allerdings wies er in einem Interview auch darauf hin, dass Menschen nicht darüber nachdenken, welches der beiden Systeme das andere dominiert und somit die meiste Zeit ihr Verhalten steuert.

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  • Garnham, A. y Oakhill, J. (1996) Manual de Psicología del Pensamiento. Ed. Paidós.
  • Kahneman, D. (2012). Pensar rápido, pensar despacio. Ed. Debate.