Metaanalyse zur Wirksamkeit von Mindfulness

Achtsamkeit ist im Grunde eine Entspannungstechnik, die zum Stressabbau entwickelt wurde. Viele propagieren sie jedoch als spirituelles Allheilmittel. Eine wissenschaftliche Metaanalyse zweifelt daran.
Metaanalyse zur Wirksamkeit von Mindfulness

Letzte Aktualisierung: 30. August 2021

Achtsamkeit hat in den letzten Jahren im Westen weite Verbreitung gefunden. Eine wissenschaftliche Metaanalyse hat jedoch zu Zweifeln an den Vorteilen geführt, die vielfach gepriesen werden. Die Wirksamkeit von Mindfulness wird in der täglichen Praxis von Psychologen vorausgesetzt, deshalb hat diese Analyse Aufmerksamkeit erregt.

Achtsamkeit ist eine Art Adaption der transzendentalen Meditation, die aus dem Buddhismus und dem Hinduismus stammt. Sie wurde in den 1970er Jahren bekannt, als Dr. Jon Kabat-Zinn eine Technik namens Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBR) entwickelte.

Mindfulness lehnt sich an die Philosophie des Zen an. Der Entwickler dieser Methode hat sich jedoch nie als Buddhist oder Anhänger östlicher Traditionen bezeichnet. Man könnte sagen, dass Achtsamkeit eine besondere Interpretation dieser Traditionen ist.

“…die Schlussfolgerungen unserer Forschung sind weit davon entfernt, populäre Behauptungen von Meditierenden und einigen Psychologen zu bestätigen”.

Miguel Farias und sein Forscherteam

Mann glaubt an Wirkung von Mindfulness

Achtsamkeit und östliche Traditionen

Religionen wie Buddhismus und Hinduismus oder Praktiken wie Zen haben eine jahrtausendealte Tradition. Meditation nimmt darin eine zentrale Stellung ein und ist auch im Westen sehr bekannt. Allerdings gibt es große Unterschiede zur Achtsamkeit.

In Wahrheit haben diese Praktiken eine Bedeutung, die eng mit den religiösen Überzeugungen derjenigen verbunden ist, die sie in ihrem ursprünglichen Kontext ausüben. Achtsamkeit hingegen ist lediglich eine Technik, die von den meisten Befürwortern praktiziert wird, um Stress abzubauen.

Der Entwickler der Achtsamkeit definierte diese Methode selbst als Technik zur Stressreduzierung. Inzwischen wurde Mindfulness jedoch weiterentwickelt und hat viele Formen angenommen. Wir stehen also vor einer Vielfalt von Methoden, die jedoch alle den inneren Frieden bezwecken.

Die Wirksamkeit von Mindfulness: Metaanalyse sorgt für Zweifel

Tausende von Menschen auf der ganzen Welt behaupten, dass sie durch Achtsamkeit effektiv Stress abbauen und spirituell wachsen konnten. Eine Gruppe von Neurowissenschaftlern aus Neuseeland und dem Vereinigten Königreich hat jedoch eine Metaanalyse durchgeführt, deren Ergebnisse erstaunen. Sie wurden in Scientific Reports veröffentlicht.

Eine Metaanalyse ist eine Überprüfung verschiedener bereits durchgeführter Studien. Das bedeutet, dass Forscher die wichtigsten Fachpublikationen zu diesem Thema noch einmal untersuchen und ihre Stichhaltigkeit und Schlussfolgerungen bewerten. Am Ende erstellen Sie einen Bericht über die Ergebnisse.

Die Metaanalyse über die Wirksamkeit von Mindfulness ergab, dass viele der Studien zur Achtsamkeit gravierende Mängel aufweisen. Der am häufigsten vorkommende Grund war die Tatsache, dass die Forscher selbst an den Studien beteiligt waren. Außerdem gab es einige, die nicht auf einer repräsentativen Anzahl von Fällen beruhten.

Metaanalyse über die Wirksamkeit von Mindfulness

Viele Studien hatten außerdem den Fehler begangen, eine Gruppe von Menschen, die Mindfulness praktizierten, mit einer Gruppe zu vergleichen, die dies nicht tat. Es wäre angebracht gewesen, der letzteren Gruppe eine alternative Entspannungsmethode anzubieten, um die Ergebnisse am Ende zu vergleichen. Dies wurde jedoch in mehreren dieser Studien nicht getan.

Letztendlich kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die Wirksamkeit von Mindfulness nicht dem entspricht, was wir immer wieder hören. Mit dieser Technik wirst du weder spiritueller, noch einfühlsamer. Die Neurowissenschaftler stellten fest, dass Achtsamkeit das Wohlbefinden nicht mehr fördert als ein Dokumentarfilm, körperliche Bewegung oder Psychotherapie.

Einer der Autoren der Metaanalyse war Miguel Farias von der Universität Conventry. Er wies darauf hin, dass Achtsamkeit weit von dem im Osten praktizierten Buddhismus entfernt ist und in der westlichen Hemisphäre als eine Art mentale Gymnastik betrachtet wird. Als solche hat sie nicht den Umfang der klassischen transzendentalen Meditation.

Das Beunruhigende an dieser Situation ist, dass es Tausende von Publikationen gibt, die die Wirksamkeit von Mindfulness anpreisen. Gleichzeitig liefert diese Metaanalyse Schlussfolgerungen, die diesen Texten widersprechen. Da jedoch viele Menschen Mindfulness praktizieren, ist höchst wahrscheinlich ihr Glaube stärker als die Ergebnisse dieser Untersuchung.

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