Die 5 besten Zitate von Anna Freud

18 April, 2018
 

Die Zitate von Anna Freud präsentieren uns eine Psychoanalytikerin, die das Vermächtnis ihres Vaters Sigmund Freud fortführte. In ihrem Fall lag der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit jedoch in der Welt der Kinder. Es konnte gar nicht anders sein, als dass Anna selbst eine sehr schwierige Kindheit erlebte. Nicht umsonst hat sich Anna Freud bei ihrem eigenen Vater selbst einer Psychotherapie unterzogen.

Als sie geboren wurde, war ihre Mutter es bereits mehr oder weniger leid, Kinder zu erziehen. Sie hatte bereits fünf andere Kinder und fühlte sich nicht in der Lage, sich einem weiteren zu widmen. Deshalb hat sie die Dienste einer Hauslehrerin in Anspruch genommen, die für Anna zu dem wurde, was sie später als ihre “psychologische Mutter” bezeichnete.

“Manchmal ist das Schönste genau das, was man nicht erwartet und nicht verdient, etwas, das uns wirklich als Geschenk gegeben wird.”

Anna Freud

Es muss sehr schwer für sie gewesen sein, die Nachfolgerin einer der prominentesten Männer der jüngeren Geschichte zu sein. Obwohl sie in der Linie der klassischen Psychoanalyse blieb, enthüllen die Zitate von Anna Freud eine empfindlichere Facette innerhalb dieser Strömung. Wir haben einige der Sätze zusammengestellt, die uns von ihr am meisten in Erinnerung geblieben sind.

1. Die Mutter, ein häufiges Thema in Anna Freuds Zitaten

Die Spur ihrer Mutter zeichnete sich sehr stark in ihrem Herzen ab. Aus diesem Grund beziehen sich viele Zitate von Anna Freud auf die mütterliche Figur. Dieses ist sehr repräsentativ: “Wenn die Gefühle der Eltern unwirksam oder ambivalent sind, oder wenn die Gefühle der Mutter vorübergehend an einem anderen Ort kompromittiert werden, fühlen sich die Kinder verloren.”

 

Man könnte sagen, dass dies eine der Schlussfolgerungen aus ihrer eigenen Psychoanalyse sei. Aber obwohl sie die Aussage in Bezug auf ihre individuelle Situation getroffen hat, besitzt sie universelle Gültigkeit: Ein Kind, das im Herzen seiner Eltern keinen Platz findet, findet auch keinen Platz in der Welt.

Kind blickt durch ein Fenster

2. Über das Wesentliche

Dies ist ein weiteres Zitat von Anna Freud, das ihre Verlorenheit zeigt, ihren Mangel an mütterlicher Zuneigung. Sie sagte: “Was ich immer für mich selbst haben wollte, ist viel primitiver. Es ist wahrscheinlich nicht mehr als die Zuneigung der Menschen, mit denen ich in Kontakt bin, und ihre gute Meinung von mir.”

Üblicherweise tragen die Menschen, die mit affektiven Mängeln aufgewachsen sind, eine tiefe Leere in ihren Herzen. Daher haben Äußerungen zur Zuneigung und Zustimmung anderer eine entscheidende Bedeutung für sie – wie für Anna Freud. Dies wird auch in vielen weiteren Aussagen dieser Frau offensichtlich. Sie verspürte den Wunsch nach einer Liebe, die sie nie erhalten sollte.

3. Die Unzufriedenheit und das Leben

Das Leben, nicht nur das von Anna Freud, sondern das von allen Menschen, ist geprägt von einer ewigen Unzufriedenheit. Die Psychoanalyse schlägt die Existenz eines Unwohlseins vor, das nicht vollständig gelöst werden könne. Das Leben beinhalte so viele Verzichte auf unmöglich zu erfüllende Wünsche, welche eine tiefe Unzufriedenheit in unserem Inneren auslösen.

 
Mann blickt traurig durch ein Fenster

Dies scheint sich in einem der bekanntesten Zitate von Anna Freud widerzuspiegeln: “Wenn dich etwas nicht befriedigt, sei nicht überrascht. Das ist es, was wir Leben nennen.”  Das Leben beinhaltet schließlich immer Lücken und Widersprüche. Unzufriedenheit ist ein untrennbarer Teil des Lebens.

4. Die Welt verändern

Obwohl uns viele von Anna Freuds Phrasen eine mehr oder weniger gequälte Seele zeigen, wohnt auch große Hoffnung in ihr. Diese spiegelt sich in ihrer Arbeit und in vielen ihrer Zitate wider. Eines davon besagt: “Wie wunderbar ist es, dass niemand auch nur einen Moment warten muss, bevor er anfängt, die Welt zu verbessern.”

Gerade diese Formulierung hebt Anna Freud von dem rationalen Pessimismus ihres Vaters ab. Ihr Vater, der Autor von Die Zukunft einer Illusion  sah Veränderungen in der Welt als unwahrscheinlich an. Im Gegensatz dazu projiziert Anna große Hoffnung auf die Menschen und auf die Veränderungen, die von ihnen eingeleitet werden können.

5. Der Fehler und die Wahrheit

Viele Zitate von Anna Freud haben einen sehr philosophischen Ton. Sie beziehen sich auf universelle Themen und erlauben uns, eine andere Facette ihres Denkens zu sehen. Dieser Satz entfernt sich beispielsweise von der Analyse des Individuums und bezieht sich auf das Kollektiv: “Wenn ein Fehler kollektiv wird, erlangt er die Stärke einer Wahrheit.”

 

Sie bezieht sich hiermit auf die Macht der Gruppe im Vergleich zu einem Individuum. Der Mechanismus, durch den die Gesellschaft einem Umstand einen Grad der Wahrheit verleiht. Wenn viele einen Fehler teilen, würde die Illusion erzeugt, dass es nicht so sei, dass es kein Fehler sei. Auf diese Weise herrsche nicht die Stärke der Vernunft, sondern die Stärke des Kollektivs, beschrieb Anna Freud.

Eine Hand formt eine Glühbirne mit Flamme

Anna Freud steuerte einige wichtige Elemente bei, um Aspekte der Psychoanalyse besser verstehen zu können. Obwohl ihre Arbeiten nicht die Transzendenz der ihres Vaters erreichten, bleiben auch sie von großer Relevanz. Sie war eine jener Denkerinnen, die es wert sind, sie zu lesen und über die Inhalte ihrer Arbeit Bescheid zu wissen.