5 wundervolle buddhistische Erzählungen, die dich weiser machen

· 5. September 2016

Buddhismus kommt von dem Wort „budhi“, was so viel bedeutet wie „aufwachen“. Deshalb wird die buddhistische Philosophie als die Philosophie über den „Prozess des Aufwachens“ bezeichnet. Dies ist ein Prozess, in dem du nicht nur deine Augen öffnen musst, sondern auch den Rest deiner Sinne und deinen Intellekt. Du kannst dies auf verschiedene Art und Weise tun, z.B. über buddhistische Erzählungen.

Diese fünf buddhistischen Erzählungen werden dich dazu ermutigen, die Apathie hinter dir zu lassen, ein besseres Verständnis zu entwickeln und ein weiserer Mensch zu werden. Wir hoffen, dass dir die Erzählungen gefallen und du von all der Weisheit, die sie enthalten, profitierst.

Der Buddhismus lehrt neben dem Entwickeln von Liebe und Freundlichkeit auch, dass wir versuchen sollten, unsere intellektuellen Fähigkeiten zu verbessern, um ein klareres Verständnis erreichen. 

Die Tasse Tee

Der Professor kam zu dem Haus des Zen-Meisters und stellte sich ihm vor. Dabei nannte er prahlend all die Titel und akademischen Grade, die er während der langen Jahre seines Studiums erreicht hatte. Dann sagte der Professor ihm den Grund seines Besuches, nämlich dass er alle Geheimnisse der Zen-Weisheit erlernen wollte. 

Tasse-mit-Tee

Statt ihm Erklärungen zu geben, lud der Meister ihn dazu ein, sich zu setzen und servierte ihm eine Tasse Tee. Als die Tasse voll war, goss der weise alte Mann, der scheinbar zerstreut war, weiterhin Tee in die Tasse, sodass die Flüssigkeit überlief und sich über den Tisch ergoss. 

Der Professor konnte nicht anders und rief warnend: „Die Tasse ist voll, es geht kein Tee mehr hinein!“ Der Meister stellte die Teekanne beiseite und sagte: „Du bist wie diese Tasse, du bist randvoll mit Meinungen und Vorurteilen angekommen. Wenn du deine Tasse nicht leerst, dann wirst du nicht in der Lage sein, etwas zu lernen.“

Die erste unserer fünf buddhistischen Erzählungen lehrt uns, dass es unmöglich ist, etwas zu lernen und neue Ansichten in Betracht zu ziehen, wenn man den Kopf voller Vorurteile hat. Es ist notwendig, „sich selbst zu leeren“ und sich von alten Prinzipien zu befreien, damit man für neue Lehren offen sein kann.

Das Geschenk

Buddha war gerade dabei, seine Lehren an einige Anhänger zu vermitteln, als ein Mann zu ihm kam, mit der Absicht ihn zu attackieren, und ihn schlimm beleidigte. Unter den Blicken aller Anwesenden reagierte Buddha mit äußerster Gelassenheit und blieb vollkommen ruhig und still.

Als der Mann ging, fragte einer seiner Anhänger, der von solchem Verhalten verärgert war, warum Buddha zugelassen hatte, dass ihn ein Fremder so beleidigt. 

Buddha antwortete ruhig: „Wenn ich dir ein Pferd schenke, du es aber nicht annimmst, wem gehört das Pferd dann?“ Sein Schüler antwortete nach kurzem Zögern: „Wenn ich es nicht annehme, dann wäre es immer noch dein Pferd.“ 

Buddha nickte und erklärte: „Auch wenn einige Menschen sich dazu entscheiden, ihre Zeit damit zu verschwenden, uns zu beleidigen, können wir dennoch entschieden, ob wir diese Beleidigungen annehmen oder nicht, genauso wie wir es mit jedem anderen Geschenk machen würden. Wenn du es annimmst, akzeptierst du es. Und wenn nicht, bleibt derjenige, der dich beleidigt, einfach mit einer Beleidigung in den Händen zurück.“

Wir können die Person, die uns verletzt, nicht beschuldigen, denn es ist unsere Entscheidung, deren Worte zu akzeptieren, statt sie einfach mit den Worten auf den Lippen stehen zu lassen.

eingepacktes-Geschenk

Zwei buddhistische Mönche und eine schöne Frau

Zwei buddhistische Mönche, ein alter und ein junger, gingen außerhalb des Klosters an einem Fluss spazieren, der seine Ufer übertreten hatte. Eine schöne Frau kam zu den Mönchen und fragte die beiden, ob sie ihr helfen könnten, den Fluss zu überqueren. 

Der junge Mönch war von der Vorstellung, sie auf seinen Armen zu tragen, entsetzt, doch der alte Mönch nahm sie ganz selbstverständlich in seine Arme und trug sie hinüber. Dann setzten die beiden Mönche ihren Spaziergang fort. 

Der junge Mann konnte nicht aufhören, über den Vorfall nachzudenken und rief schließlich: „Meister! Du weißt, dass wir Enthaltsamkeit geschworen haben. Wir dürfen eine Frau nicht auf diese Art und Weise berühren. Wie konntest du die schöne Frau nur in deine Arme nehmen, zulassen, dass sie ihre Arme um deinen Hals legte, ihre Brüste gegen deine Brust drückte und sie so über den Fluss tragen?“ Der alte Mann antwortete: „Mein Kind, du trägst sie immer noch!“

Die dritte buddhistische Erzählung hilft uns dabei, zu verstehen, dass wir manchmal die Vergangenheit mit uns herumtragen, mit Gefühlen der Schuld oder der Unmut, und alles viel schwerwiegender machen, als es wirklich war. Wenn wir akzeptieren, dass der Vorfall keinen Teil unserer Gegenwart bildet, können wir uns von einer großen emotionalen Last befreien.

Intelligenz

Eines Nachmittags sahen ein paar Leute, wie eine alte Frau etwas vor ihrem Haus suchte. „Was ist los? Was suchst du?“, fragten die Leute sie. „Ich habe eine Nadel verloren“, sagte sie. Alle Anwesenden begannen, mit der alten Frau nach der Nadel zu suchen.

Nach einiger Zeit sagte jemand: „Die Straße ist sehr lang und die Nadel ist sehr klein, warum sagt du uns nicht einfach, wo genau du sie fallen gelassen hast?“ „In meinem Haus“, sagte die alte Frau. 

„Bist du verrückt geworden? Wenn du die Nadel in deinem Haus fallen gelassen hast, warum suchst du dann hier außen nach ihr?“, fragten die Leute sie. „Weil es hier draußen Sonnenlicht gibt, aber in meiner Hütte gibt es keines“, antwortete sie sachlich. 

Diese vierte buddhistische Erzählung erinnert uns daran, dass wir oft aus Bequemlichkeit nach Dingen außerhalb suchen, die eigentlich nur in unserem Inneren gefunden werden können. Warum suchen wir unser Glück an unserem Äußeren?

Haben wir es dort verloren?

Laterne-im-Mondlicht

Wir sind nicht gleich

Niemand hat jemals eine solche Güte und ein solches Mitgefühl entwickelt wie Buddha zu seinen Zeiten. Unter seinen Cousins gab es den bösen Devadatta, der immer eifersüchtig war und versuchte, ihn schlecht aussehen zu lassen. Er wollte ihn sogar töten. 

Eines Tages, als Buddha ganz in Ruhe spazieren ging, warf sein Cousin Devadatta von einem Hügel aus einen schweren Stein auf ihn herab. Der Stein fiel neben Buddha und Devadatta hatte keinen Erfolg mit seinem Versuch, Buddhas Leben zu beenden. Buddha tat nichts, obwohl er realisiert hatte, was geschehen war, und hörte nicht einmal auf, zu lächeln

Ein paar Tage später traf Buddha zufällig seinen Cousin und grüßte ihn warmherzig. Devadatta fragte ihn sehr erstaunt: „Bist du nicht sauer?“ „Nein, natürlich nicht“, versicherte ihm Buddha. 

Noch immer schockiert, fragte Devadatta ihn: „Warum nicht?“ Und Buddha antwortete: „Weil du nicht mehr der bist, der den Stein geworfen hat, und ich nicht mehr der bin, der ich einmal war, als der Stein geworfen wurde.“

„Derjenige, der es versteht, zu sehen, für den ist alles durchsichtig; derjenige, der es versteht, zu lieben, kann alles verzeihen.“

Krishnamurti