5 Schritte, um sich als Frau zu heilen

· 23. November 2015

Von Beginn unseres Lebens an sehen wir Frauen uns in der Pflicht, die Rolle der Leidenden einzunehmen, die die Gesellschaft uns aufdrückt und sie verbietet uns, uns von dem Schmerz zu heilen.

Wir Frauen werden mit großen Mengen an Ungerechtigkeiten und Gratis-Schmerz konfrontiert, einfach nur, weil wir als Frauen geboren wurden. Irgendwann kommen wir an den Punkt, dass wir so viele negative Gefühle einatmen, dass wir unseren Schmerz selbst verursachen und zulassen, dass er Teil unseres Alltags, unseres Lebens und unseres tiefsten Ichs wird.

Auf diesem Grund müssen wir unserem Herz einen Stoß geben, damit es den negativen Zustand bemerkt und das heilen kann, was wir selbst uns nicht entfernen lassen.

Erster Schritt: Die Wunde finden

„Was wir einmal genossen haben, werden wir niemals verlieren. Alles was wir wirklich lieben, wird zu einem Teil unserer selbst.“

Bernardo Stamateas

Sie erkennt sich nicht im Spiegel wieder, sie weiß, dass ihr irgendetwas wehtut, was tief in ihrem Inneren steckt. In ihrem Gesicht sieht man Leiden, Angst, Schmerz wegen einer Wunde, von der sie weiß, dass es sie gibt, aber die sie nicht sehen will.

Wunde

Die Frau, die wir vor uns haben, steht normalerweise jeden Morgen auf und zerfleischt die Welt, vielleicht um nicht denken zu müssen. Allerdings hat sie manchmal einfach „keinen guten Tag“. Manchmal fühlt sie sich durch diese unerklärliche Trauer desorientiert und gelähmt, sodass die Last des Lebens sie noch mehr erdrückt.

In diesem Fall müssen wir in unserer Seele nachforschen und diesen Schmerz suchen, an den wir eigentlich nicht denken wollen. Die verletzte Frau muss sich Fragen stellen, um die entsprechenden Antworten zu finden.

Zweiter Schritt: Die Schwere der Wunde auf sich nehmen

Manchmal braucht ein Mensch keinen brillanten Kopf, der mit ihm spricht, sondern ein geduldiges Herz, das ihm zuhört.

Unsere Wunden schmerzen nicht nur, sondern begrenzen uns auch. Je mehr sie das tun, desto schlimmer sind sie. Egal wie lange wir die Last unserer Wunde schon auf dem Rücken tragen, wir müssen über sie reden, uns von ihr befreien und alles, was wir in unserem Inneren zum Schweigen gebracht haben, entfernen.

Wir brauchen jemanden, der uns zuhört, eine Freundin, jemand Vertrautes, den Partner oder jemand Professionelles, der sich mit „Seelenkranken“  auskennt, uns Beruhigungsmittel verschreibt, uns befreit und als Balsam für die Seele unsere innere Angst beruhigt.

Wal

Dritter Schritt: Die Wunde desinfizieren

Fließen, fließen, um zu leben… fließen, fließen, um nicht zu sterben…

Spanisches Volkslied

Dies ist der schmerzvollste Schritt. Unseren Schmerz herausfließen zu lassen und unsere Seele zu desinfizieren wird sicherlich brennen. Hierbei müssen wir alles Übelriechende und Hässliche in uns herausreißen.

Die Wunden der Seele sind voller Schmerz, Wut, Groll, Nichtigkeit, Einsamkeit, Verrat, Mangel an Unterstützung, Unverständnis, Traurigkeit, Sehnsüchten, Betrug, Schuld, eigene wie fremde, die uns jedes Mal mehr schmerzen.

Deshalb müssen wir, sobald wir einmal unsere Gefühle und Empfindungen geortet haben, aufhören, deren Existenz in unserem Inneren beizubehalten. Du kannst weinen, ganze Tränenmeere, wenn es nötig ist. Weinen stößt immer einen Teil unseres Schmerzes aus. Wache über die Stille, mach Wahnsinniges, fall aus der Rolle, mach eine  Kissenschlacht. Aber tu das immer ohne Erlösung von deinem Leiden.

Auch wenn es anfangs schwer ist, etwas anderes zu tun, kann jede Aktion zur Gewohnheit werden. Wenn wir immer nur das tun, was wir bis jetzt getan haben, können wir nur darauf warten, dass wir erstarren und unser Schmerz Wurzeln schlägt.

Vierter Schritt: Die Wunde schließen

Einige Frauen warten darauf, dass sich etwas ändert, und weil niemand etwas tut, ändern sie sich.

André Lorde

Schließe deine Wunde. Erlaub nicht, dass noch irgendetwas anderes durch die Wunde in dein Inneres dringt. Schließe sie, aber nimm dir die Zeit, sie gut zuzunähen. Denn wenn jemand Stofffetzen zusammennnäht, heißt das, dass irgendetwas zerrissen ist und genau das wollen wir hervorheben.

Nähen

Benutze eine gute Nadel und einen starken Reparaturfaden. Wir wollen unsere Stücke wieder zusammensetzen, um im Spiegel wieder diese lebensfrohe, frische und kreative Frau zu sehen. Eine Frau ohne Maske, ohne ein Fünkchen inneren Leidens.

Fünfter Schritt: In den Clan der Narbe eintreten

Wir wissen nicht, wie sehr eine Wunde schmerzt, bis sie aufhört wehzutun.

Wir wollen noch einmal daran erinnern, dass irgendetwas in unserem Inneren zerrissen wurde und dass sich unser Leben in ein Vorher und ein Nachher teilt. Viele Frauen tragen eine Narbe als Symbol.

Deshalb schäme dich nicht und vereine dich mit dem Kreis der geheilten Frauen. Kehre jeden Tag wieder in dein Inneres ein und nutze die Möglichkeit, neue Dinge zu tun, die dich mit Energie füllen und dich wieder jung fühlen lassen.

Ursprung der Idee: La Voz de la Diosa