5 eindrucksvolle Zitate von Foucault

· 6. Mai 2018

Zitate von Foucault sind aufgrund ihrer Tiefe so bemerkenswert. Man erwartet sicher auch nichts anderes, wenn man bedenkt, dass er einer der großen französischen Philosophen der Neuzeit war. Seine Gedanken markieren ein historisches Davor und Danach in der Philosophie.

Michel Foucault wurde 1926 im französischen Poitiers geboren. Er wirkte als Philosoph in Paris und lebte dort bis zu seinem Tod im Jahre 1984. Seine Überlegungen waren von Martin Heidegger und Friedrich Nietzsche inspiriert. Außerdem erkennt man in ihnen einen recht einleuchtenden Zusammenhang mit Sigmund Freuds Ideen.

„Ich bin kein Hellseher. Ich bin nur da, um Fenster einzusetzen, wo vorher Wände waren.“

Michel Foucault

Foucault wurde bekannt durch das Werk Die Ordnung der Dinge. Spätere Arbeiten, wie Überwachen und Strafen  sind ebenfalls sehr eindrucksvoll. Wir haben fünf interessante Zitate von Foucault herausgesucht, die wir gern mit euch teilen möchten.

1. Ein Zitat von Foucault über Wissen und Macht

Die Beziehung zwischen Wissen und Macht ist ein oft behandeltes Thema in Michel Foucaults Zitaten. Das Folgende ist am symbolträchtigsten: „Die Geschichte der Macht sowie die reale Ausübung und Erhaltung derselben bleibt den meisten verborgen. Mit Wissen hat das nichts zu tun. Das sollte niemand wissen.“

Man sieht die Erdkugel, wie sie von einer Hand festgehalten wird.

Was uns Foucault damit sagen möchte, ist, dass Wissen der Macht diene. Hauptsächlich werde Wissen eingesetzt, sodass niemand sonst erkennt, wie Macht ausgeübt und nachhaltig aufrechterhalten werde. Das ist der Grund, warum wir häufig über die Formen der Macht sprechen, aber nur selten über konkrete Taten, Manipulation und Missbrauch, die dahinterstecken. „Das sollte niemand wissen“,  sagt Foucault, und wir sollten darüber sprechen, sagen wir.

2. Foucaults Vision vom Bildungssystem

Das Thema Bildung taucht in zahlreichen Zitaten von Foucault auf. Der französische Philosoph sah eine starke Verbindung zwischen Bildung und Macht. Er sagte: „Alle Systeme, die der Bildung dienen, sind ein politisches Instrument, um die Fähigkeit des Redens aufrechtzuerhalten oder zu modifizieren, samt des Wissens und der Macht, die damit einhergehen.“

Man bemerke hier, dass nicht von der Bildung an sich, sondern vom Bildungssystem die Rede ist. Es besteht ein großer Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen. Das Bildungssystem habe das Ziel, sich das Gebiet der Sprache, des Wissens und der Macht unterzuordnen. Laut Foucault verfolge das System den Zweck, den individuellen Menschen zu zähmen, damit er wiederum dem System diene.

3. Moral ist eine Form von Macht

Foucault denunziert die Moral als eine weitere Form der Macht die das Ziel verfolgt, fortwährend zu dominieren. Tatsächlich könnte es sogar eine Macht sein, die noch grausamer und unerbittlicher als die anderen ist. Die Moral urteilt und verhängt Strafen. Zurückweisung oder Ausstoßung werden beschlossen und angewandt. Alles, was geduldet wird, passt zum eigenen Maßstab. Daher besagt eines von Michel Foucaults Zitaten: „Du musst ein Held sein, um der Moral unserer Zeit ins Gesicht zu sehen.“

Ein Mann ist verwirrt. Er wird vom Engelchen an seiner rechten Seite und vom Teufelchen an seiner linken Seite beeinflusst.

Die Moral eines Zeitalters kann den individuellen Menschen beschränken. Historische Beispiele sind in genügender Anzahl vorhanden. Und sie zeigen, dass Foucault Recht behält. In der Tat wurde und wird Intoleranz gegen „als Unsitten definierte Zustände“ in Vergangenheit und Gegenwart durchweg auf die Spitze getrieben.

4. Gefängnisse und artverwandte Einrichtungen

Für Foucault gab es eine offensichtliche Parallele zwischen zwei Ebenen, die auf den ersten Blick nur wenig miteinander gemeinsam haben. In dieser Hinsicht stellt dieser eindrucksvolle Philosoph eine interessante Frage: „Was ist so erstaunlich an der Tatsache, dass unsere Gefängnisse starke Ähnlichkeit zu unseren Fabriken, Schulen, Kasernen und Krankenhäusern haben, wenn all diese unseren Gefängnissen ähnlich sind?“

Nicht nur in diesem Zitat beschäftigt er sich mit dieser Fragestellung. Viele seiner Werke beinhalten die These, dass es drei Gebiete gäbe, in denen die nackte Macht gezeigt werde: in Gefängnissen, Krankenhäusern und Kasernen. In diesen drei Räumlichkeiten sei der Mensch der Gnade der höheren Autoritäten unterworfen. Jedoch gelte das auch für Fabriken und Klassenräume. Der einzige Unterschied bestehe darin, dass die Macht in letzteren sanfter zum Ausdruck gebracht werde.

5. Macht und ihre Ausübung

Wie du siehst, versucht Foucault mit vielen seiner Zitate, verschiedene Formen der Macht anzuprangern. Seine Aussprüche zeigen, dass Herrschaft von einem ideologischen Standpunkt aus ausgeübt wird. Dazu gehören Moral, Bildung und Werte oder Nicht-Werte. Dies schließt auch nicht aus, dass Macht auch über den Körper der Untergebenen ausgeübt wird. Das erfolgt nicht unbedingt in Form einer körperlichen Bestrafung, sondern ebenfalls als ideologisch begründeter Befehl.

Ein Schachbrett mit einer umgefallenen Dame.

Eines von Foucaults Zitaten, das seine Meinung zur Macht zum Ausdruck bring, ist Folgendes: „Insgesamt wird Macht eher ausgeübt als besessen.“  Damit meint er, dass Macht nicht durch eine Position oder einen Zustand definiert werde. Die Wirksamkeit der Macht läge in ihrer tatsächlichen Ausübung.

Michel Foucault war ein großer Denker, der unser Bild von der Realität verändert hat. Sein Verdienst um die Menschheit ist einzigartig. Er betrachtete Alltägliches mit subtiler Logik. Foucaults Philosophie ist eine Abhandlung über die Freiheit