Was sagt uns das Lächeln eines Babys?

4. Mai 2019

Die meisten Gesten oder Geräusche, die ein Neugeborenes zeigt bzw. äußert, scheinen uns bezaubernd. Besonders hervorzuheben ist jedoch das Lächeln eines Babys. Wenn wir so ein kleines Lächeln sehen oder sein Kichern vernehmen, weckt das intensive Emotionen und Gefühle in uns. Und es ist ansteckend!

Aber was versucht ein Baby uns zu sagen, wenn es lächelt? Seltsamerweise versuchen Kleinkinder je nach Alter und Situation, völlig unterschiedliche Dinge zu vermitteln, ähnlich wie wenn sie weinen. Da sie noch keine Wörter verwenden können, nutzen sie diese Form des Ausdrucks, um ihre Absichten und Bedürfnisse zu kommunizieren. Manchmal weinen sie, um nach Essen zu fragen. Zu andere Zeiten wegen Blähungen oder Koliken. Oder vielleicht, weil sie einen Windelwechsel oder Schlaf brauchen. Deshalb ist es sinnvoll, erkennen zu können, warum sie weinen, und es ist auch gut, zu wissen, was das Lächeln eines Babys bedeutet.

In den ersten Wochen ist das Lächeln eines Babys ein Reflex

Laut zahlreichen Studien ist das Lächeln des Babys in den ersten Lebenswochen ein Reflex. Es ist angeboren und wird unwillkürlich gezeigt, weil es so vorbestimmt ist. Der für diese Geste verantwortliche Muskel ist der Musculus risorius (auch „Risorius“ oder „Lachmuskel“), der nur beim Menschen vorhanden ist.

Das bedeutet, dass das Kleine lächelt, ohne dass es etwas gebe, das es zum Lachen bringen würde. Es genügt ihm, ein angenehmes Geräusch zu hören oder die Hand seiner Mutter zu spüren. In vielen Fällen reicht schon ein liebevoller Blick, um es zum Lächeln zu bringen.

Mit der Reifung des Kindes wird das Lächeln jedoch zu einer bewussten Antwort auf einen bestimmten Reiz. Dann muss es durch etwas Spezifisches ausgelöst werden und wird zu einer Möglichkeit, unzählige emotionale Nuancen auszudrücken.

Ein Baby lächelt.

Im Alter von zwei Monaten drückt ein Lächeln eines Babys Wohlbefinden aus

Zwei oder drei Monate nach der Geburt wird das Lächeln eines Babys zum Ausdruck seines Wohlbefindens. Säuglinge lächeln jetzt, wenn sie zufrieden sind, wenn alle ihre Grundbedürfnisse erfüllt sind. Es ist das reinste Zeichen für Harmonie und Glück. Wenn dein Kind also lächelt, kannst du sicher sein, dass es ihm gut geht.

Darüber hinaus ist das Lächeln eine flexible Antwort, da es unter verschiedenen Umständen erscheint. Ein Beispiel dafür ist nach dem Stillen, wenn der Hunger gestillt ist. Oder nach einem schönen warmen Bad, wenn es sich gepflegt und gewärmt fühlt. Babys können auch lächeln, wenn sie morgens nach einem erholsamen Schlaf aufwachen oder wenn ihre Eltern sie aufnehmen, um mit ihnen zu spielen.

Ab dem vierten Monat: das bewusste Lächeln

Nach dem 100. Tag seines Lebens und bis zu seines sechsten Lebensmonat entsteht das sogenannte „bewusste Lächeln“ des Babys. Es ist selektiv, eine Antwort auf einen äußeren Reiz, der Freude oder Anerkennung erzeugt. Es ist ein Zeichen, dass sich das Kind an die tägliche Pflege gewöhnt.

Dieses Lächeln kann durch die Stimme der Mutter, ein Lied oder durch jemanden verursacht werden, der sich ihm nähert und es anlächelt. Es sei darauf hingewiesen, dass das Baby in diesem Alter bereits zwischen einem bekannten Gesicht und dem eines Fremden unterscheiden kann. Aus diesem Grund ist es zu Fremden weniger freundlich und reserviert sein Lächeln für Bezugspersonen.

Eine der ersten Aktionen, die ein Baby zum Lachen bringt, ist, wenn jemand auf dessen Bäuchlein blubbert. Es wird auch lachen, wenn ein Erwachsener lustige Gesichter macht oder mit ihnen das Guckguck-Spiel spielt, sich hinter den Händen versteckt und diese dann schnell wegnimmt. Wenn der Erwachsene dann zurücklächelt, lächelt das Kind erneut. Nach und nach wird diese gegenseitige Geste zur Quelle der Freude.

Aber im selben Zeitraum entwickeln sich auch andere Formen des Ausdrucks. Das Kind lernt nun, sich durch Weinen auszudrücken, um sein Unbehagen zu vermitteln.

Sechs Monate und eine ganze Vielfalt des Lächelns

Wenn die ersten sechs Monate vergangen sind, können Babys bereits verschiedene Arten von Lächeln zeigen, je nachdem, was sie zeigen möchten: Freude, Spaß, Zustimmung usw. Mit zunehmender Reife werden ihre Wahrnehmungen und Empfindungen präziser. Diese Vielfalt des Lächelns eines Babys zeugt von der Fülle an Emotionen, die das Baby bereits empfindet. Dank dieser Entwicklung der Emotionen taucht auch diese ansteckende Kichern, das wir so sehr lieben, auf.

Nach und nach lernt das Kind, andere durch Geplapper oder Gesten und Körpersprache zum Lachen zu bringen. Auf diese Weise verstärkt es seine sozialen Fähigkeiten. Zudem beginnt es, das Bedürfnis zu entwickeln, im Mittelpunkt zu stehen und an Interaktionen teilzuhaben.

Ein Baby spielt mit Spielsachen und lacht.

Von 9 Monaten bis zu einem Jahr: Das Baby ist sich seines Lächelns nun voll bewusst

Im Alter von 12 Monaten ist das Lächeln des Babys in einem solchen Ausmaß ausgebildet, dass es diese Geste willkürlich benutzt, um auf bestimmte Reize zu reagieren. Es ist ein soziales Lächeln, mit dem es zeigt, dass etwas es glücklich gemacht, es zum Lachen gebracht oder überrascht hat. Zu diesem Zeitpunkt weiß es auch, wann es nicht lächeln sollte, beispielsweise wenn es Angst, Schmerz oder Ärger fühlt.

Es ist wichtig, dass die Bezugspersonen auf eine angenehme und freundliche Weise reagieren, wenn ihr Baby lächelt. So können sie mit einem weiteren Lächeln, einem Kuscheln, einer Umarmung oder einem Spiel antworten. Dies ist der beste Weg, um eine liebevolle Bindung und eine Verbundenheit mit dem Baby herzustellen. Es ist auch ein Weg, dem Kind beizubringen, dass die Person vor ihnen einzigartig und anders ist und sie sehr liebt.