Was ist das Frankenstein-Syndrom?

9. Juni 2019

Das Frankenstein-Syndrom ist die Angst, dass eine von einem Menschen geschaffene Schöpfung sich gegen ihren Schöpfer wendet und die Menschheit zerstört.

Mary Shelleys Roman Frankenstein von 1818 illustriert dieses Konzept. Am Ende des Buches sagt das Monster zu Victor Frankenstein: „Du bist mein Schöpfer, aber ich bin dein Meister.“ Sein Monster wendet sich gegen den Arzt und zerstört ihn.

Die literarische Figur ist das Monster, das nur den Nachnamen seines Schöpfers geerbt hat. Er besteht aus menschlichen Körperteilen, die unnatürlich gegen seinen Willen geboren wurden. Frankenstein lebt in einer Welt, die ihn zurückweist. Von dieser Geschichte leitet sich das Frankenstein-Syndrom ab.

Das Frankenstein-Syndrom: wenn sich deine Schöpfung gegen dich auflehnt

In Shelleys Roman versucht Dr. Frankenstein, „Gott zu spielen“. Folglich gehen seine anfänglichen Bestrebungen auf Abwege und er versucht am Ende, etwas viel Größeres zu vollbringen, als nur neues Leben zu erschaffen und zu erhalten.

Heute ist der Name „Frankenstein“ ein Symbol der Wissenschaft, die auf Abwege gerät, dabei Neuland betritt und Dinge erforscht, die dem Leben, wie wir es kennen, ein Ende bereiten könnten.

Mary Shelleys Frankenstein.

Es ist kein Geheimnis, dass neue Technologien zur genetischen Manipulation und zum Klonen in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht haben.

Die Gesellschaft ist mit all diesen Veränderungen und technologischen Fortschritten sicherlich mehr und mehr vertraut. Trotzdem ist es immer noch schwierig, sich an diesen ständigen Wandel und die Möglichkeiten der Zukunft zu gewöhnen.

Menschen lehnen häufig neue Dinge ab, insbesondere wenn sie direkt davon betroffen sind. Die Existenz einer Technologie, die in der Lage ist, menschliche Gene zu verändern, ist für manche erschreckend. Sie sind sich nicht sicher, was mit diesen Kreationen in Zukunft passieren könnte.

Angst ist eine Emotion, die durch ein intensives, normalerweise unangenehmes Gefühl gekennzeichnet ist, welches durch die Wahrnehmung einer realen oder imaginären Bedrohung in der Gegenwart oder Zukunft verursacht wird.

Klonen

Als Wissenschaftler in der Lage waren, Dolly das Schaf zu klonen, wurde die Debatte über die Möglichkeit des Klonens von Menschen eröffnet. Aus technischer Sicht ist dies wahrscheinlich möglich.

Es gibt jedoch ernsthafte Fragen zur Ethik des menschlichen Klonens. Die ersten Experimente zum Klonen von Menschen wurden von Politikern und religiösen Persönlichkeiten auf der ganzen Welt abgelehnt.

Trotzdem verteidigten die Experimentalwissenschaftler ihre Arbeit mit der Behauptung, dass es sich nur um therapeutische Anwendungen handele und es nicht darum ginge, einen Menschen zu erschaffen.

Die meisten Wissenschaftler sind der Meinung, dass therapeutisches Klonen akzeptabel sei, da es unter anderem chronische Krankheiten wie Krebs, Alzheimer, Parkinson oder Diabetes heilen könnte.

Genetische Manipulation

Die Genetik ist eine der Wissenschaften, die in den letzten Jahren am weitesten fortgeschritten ist. Experten für Evolution und Genetik glauben, dass wir zwischen genetischer Manipulation zur Heilung von Krankheiten und genetischer Manipulation zur „Verbesserung der menschlichen Spezies“ unterscheiden müssen.

Es ist ziemlich klar, dass genetische Manipulation nicht hundertprozentig sicher ist. Die genetischen Veränderungen, die Wissenschaftler an einer Reihe von Arten vorgenommen haben, haben jedoch fast immer versucht, ihre Lebensqualität zu verbessern.

Wissenschaftler wollen damit Krankheiten bekämpfen, den Ertrag von Lebensmitteln oder anderen wichtige Produkten steigern oder wissenschaftliche Erkenntnisse verbessern.

Eine Wissenschaftlerin in einem Labor.

Technologische Fortschritte

Der Begriff Technophobie bezieht sich auf so beängstigende Begriffe wie „Cyberkrieg“, Maschinen, welche die Kontrolle über unser Leben übernehmen, mangelnde Privatsphäre in sozialen Medien usw.

Die Angst vor Veränderungen ist menschlich. Man gewöhnt sich daran, so zu leben, und plötzlich ändert sich alles und die Regeln sind ebenfalls anders. Das Gute ist dabei, dass Menschen anpassungsfähig sind und sich an Veränderungen anpassen können, wann immer sie wollen.

Technologische Fortschritte sind ein Teil unseres Lebens. Es ist natürlich wichtig zu erwähnen, dass diese Fortschritte nicht immer perfekt sind. Manchmal ist die Angst vor neuen Möglichkeiten völlig berechtigt, da wir nie wissen, in wessen Händen diese Technologie landen könnte. Trotzdem besteht an dieser Stelle wahrscheinlich kein Grund zur Sorge um das Frankenstein-Syndrom.