Medienmanipulation: 10 Strategien, mit denen Medien uns manipulieren

· 28. September 2018

Diesen wertvollen Beitrag verdanken wir Sylvain Timsit, der sich schon vor Jahren mit dem Thema der Medienmanipulation beschäftigte. Im Jahr 2002 erstellte der französische Schriftsteller eine Liste von zehn Strategien der Medienmanipulation, die von politischen und wirtschaftlichen Mächten verfolgt werden, um die Öffentlichkeit gemäß ihrer Interessen zu lenken. Und obwohl das schon 16 Jahre her ist, ist seine Liste immer noch ein sehr mächtiges, gültiges Argument, das wir berücksichtigen sollten.

Die Liste ist ein Ranking von Methoden der Massenmanipulation. Der Zweck dieser Strategien bestehe laut dem Autor darin, fügsame, unterwürfige und gehorsame Individuen zu schaffen. Darüber hinaus sagt er, dass die Medien sie benutzen, um Ungleichheit und Neokapitalismus zu unterstützen.

Timsits Post wurde innerhalb weniger Minuten viral und wurde fälschlicherweise Noam Chomsky zugeschrieben. Nichtsdestoweniger gibt er sicherlich Einblicke in den Einfluss von Chomskys Überzeugungen auf Timsits Arbeit, insbesondere im Bezug auf die kritische Analyse der Rolle der Massenmedien in unserer Gesellschaft.

„In einem totalitären Staat spielt es keine Rolle, was die Leute denken, denn die Regierung kann die Menschen mit Gewalt kontrollieren, indem sie einen Knüppel benutzt. Aber wenn man die Menschen nicht mit Gewalt fügen kann, muss man kontrollieren, was die Leute denken, und der übliche Weg dazu ist Propaganda.“

Noam Chomsky

Laut Timsit sind diese zehn Wege, wie die Medien die Massen manipulieren:

Ablenkung

Die Strategie der Ablenkung besteht darin, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von wichtigen Themen abzulenken. Eine Möglichkeit ist es, die Nachrichten mit Geschichten über triviale Themen zu überschwemmen. Ziel dabei ist es, die Menschen abzulenken und ihre Gedanken zu beschäftigen. So sollen sie aufhören zu fragen, warum die Medien nicht über bestimmte Themen berichten, die wirklichen Probleme vergessen.

Figur wird durch Bildschirm manipuliert

Problem – Reaktion – Lösung

Diese Methode entspricht einer „Umfrage“ in der Politik. Das heißt, sie besteht darin, die Bevölkerung durch Gerüchte oder Ideen zu testen, um zu bewerten, wie auf gewissen Maßnahmen reagiert werden würde. Das schafft ein Problem, das später durch die Politik gelöst werden kann. Dadurch sieht das Publikum die Manipulatoren als Helden.

Gradualismus

Gradualismus manipuliert die Menschen, indem er sie dazu bringt, sozial ungerechte Entscheidungen zu akzeptieren. Der Schlüssel zum fragwürdigen Erfolg es, sich ihm im Laufe der Jahre langsam und progressiv zu nähern.

Zum Beispiel mag das Ziel eines Unternehmens sein, 80 % der Mitarbeiter eines großen, hochkarätigen Unternehmens zu entlassen. Die Medien mögen damit anfangen, negative Nachrichten über das Unternehmen zu veröffentlichen: Umsatzeinbrüche, Börsencrashs, Gerüchte usw. Langsam wird damit ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass es dem Unternehmen schlecht gehe, und die Öffentlichkeit auf die „großen Nachrichten“ vorbereitet. Wenn die Entlassungen allerdings gleich zu Beginn bekanntgegeben worden wären, hätte es wohl einen öffentlichen Aufschrei gegeben.

Differenzierung

Eine andere Strategie, die Timsit auf die Medienmanipulation bezieht, ist es, eine unpopuläre Entscheidung als „notwendig“, „für eine bessere Zukunft“ oder „zu unserem Besten“ zu präsentieren. Die Autoren überzeugen die Öffentlichkeit so davon, dass die Opfer dieser Entscheidungen dazu führen, dass die Dinge später wesentlich besser würden.

So gewöhnen sich die Bürger an eine geringere Lebensqualität. Sie fangen an, diese als normal zu betrachten. Letztendlich werden sich die Menschen dem aktuellen Stand der Dinge fügen und aufhören, das zu fordern, was sie einst hatten.

Die Öffentlichkeit wie Kinder behandeln

Je mehr die Medien die Öffentlichkeit manipulieren wollen, desto mehr werden sie mit der Öffentlichkeit sprechen, als handelte es sich dabei ausschließlich um Kinder. Dann werden zuckersüße Argumente, Zeichen und Intonationen verwendet, als ob die Leute zu schwach oder unreif wären, um mit der Wahrheit umzugehen. Das Ziel dabei ist es, eine unterwürfige, fügsame Reaktion hervorzurufen, kritisches Denken zu verhindern.

Menschen auf einer Waage

An Emotionen appellieren

Emotionale Appelle sind viel mächtiger als sterile, rein objektive Ansprachen. Die Medien wissen das und sprechen deshalb die Emotionen der Öffentlichkeit an. So versuchen sie wiederum, die Menschen davon abzuhalten, kritisch zu denken; sie versuchen, ihre Gedanken und Gefühle zu kontrollieren. Erinnere dich daran, wie mächtig Angst sein kann – und hinterfrage, ob sie dich motiviert.

Die Öffentlichkeit ignorant halten

Laut Timsit bevorzugen die Medien ein ignorantes, unkultiviertes Publikum. Wenn man es vom Wissen isoliert hält, kann es leichter manipuliert werden. Diese Maßnahme hält auch Unbotmäßigkeit und Rebellionen fern, denn Information ist Macht und wer nicht informiert ist, hat demzufolge weniger Macht.

Ermutigung der Menschen, zur Mittelmäßigkeit beizutragen

Dieser Punkt und der vorherige sind sich sehr ähnlich und diese ist eine der subtilsten Strategien der Medienmanipulation. Stillt das TV-Angebot die Bedürfnisse der Öffentlichkeit? Oder wird es uns von den Medien auferlegt und definiert unsere Bedürfnisse? Mit anderen Worten, sehen wir tatsächlich, was wir sehen wollen? Oder eher, was wir sehen sollen?

Für Timsit ist die Antwort klar. Konsumerismus und Banalität hypnotisieren uns. Deshalb kümmern wir uns nicht um unsere Umgebung, da wir darauf trainiert sind, mittelmäßig zu sein.

Selbstvorwürfe

Zur gleichen Zeit, in der die Medien unsere Unwissenheit fördern, lassen sie uns auch glauben, dass wir die einzigen wären, die für unser Unglück verantwortlich seien. Die Medien sagen uns, dass unsere mangelnden Fähigkeiten uns unglücklich und erfolglos machen würden. Sie streben Selbstvorwürfe durch Selbstverherrlichung an und halten die Öffentlichkeit davon ab, sich zu mobilisieren.

Frau rauft verzweifelt ihre Haare

Umfassendes Wissen der Öffentlichkeit

Um Kontrolle über jemanden auszuüben, muss man denjenigen kennen. Für Timsit ermöglichen psychologische, soziale und technologische Fortschritte großen Unternehmen, möglichst viel über jedes einzelne Individuum zu erfahren. Man kennt uns also und das bedeutet, dass man uns genau dort manipulieren kann, wo wir schwach sind.