Mangelnde Motivation bei Kindern: Was tun?

Ein unmotiviertes Kind, das sich weigert, seine Hausaufgaben zu machen, hat meist emotionale Probleme und braucht Hilfe. Lies weiter, wenn dich dieses Thema interessiert.
Mangelnde Motivation bei Kindern: Was tun?

Letzte Aktualisierung: 01. September 2021

Dein Kind ist unmotiviert und kann sich nicht konzentrieren? Es tut sich bei den Hausaufgaben schwer, ist apathisch oder möchte im Haushalt nicht helfen? Mangelnde Motivation hat viele Gründe: emotionale Leere, negative Emotionen oder andere Probleme. Es geht deshalb in erster Linie darum, die Ursachen herauszufinden, um deinem Kind helfen zu können.

Vielen unmotivierten Kindern und Jugendlichen mangelt es auch im Erwachsenenalter an Motivation. Was passiert, wenn sich ein Kind an ständige Frustration gewöhnt? Es leidet an einem chronischen Gefühl des Versagens und an einem geringen Selbstwertgefühl und dies hat auch Folgen für sein zukünftiges Leben.

Mangelnde Motivation oder fehlendes Interesse sind nur eine Maske, hinter der sich ein tieferes Problem verbirgt. Es handelt sich um ein Spiegelbild eines inneren Zustands. Das unmotivierte Kind braucht Unterstützung, um seiner Entmutigung zu entkommen.

“Wenn ich mich richtig erinnere, bestand meine Kindheit darin, alles zu wollen, was außerhalb meiner Reichweite lag.”

Audur Ava Olafsdottir

Mangelnde Motivation bei Kindern: Was tun?

Mangelnde Motivation: Was versteckt sich dahinter?

Wir lieben neugierige Kinder, die alles faszinierend finden und ihre Umwelt mit Erstaunen beobachten. Kinder, die Fragen stellen und gerne spielen, sich ständig bewegen, alles berühren und experimentieren. Mit diesem charakteristisch kindlichen Verhalten lernen Kinder, die Welt und ihre eigene Position zu verstehen. Sie suchen damit auch Akzeptanz und Zuneigung.

Mangelnde Motivation führt jedoch dazu, dass das Kind im Bett liegen bleibt oder still an seinem Schreibtisch sitzt, ohne etwas zu tun. Des Weiteren kann sich das Kind trotzig weigern, von ihm verlangte Aufgaben auszuführen. 

Adele Gottfried erklärt in einem in der Zeitschrift Journal of Educational Psychology veröffentlichten Artikel, dass die Motivation durch Emotionen stimuliert wird. Wenn ein Mensch entmutigt ist, liegt dieser Situation in den meisten Fällen eine komplexe emotionale Realität zugrunde. Sollte das Kind in dieser schwierigen Lage zusätzlich bestraft werden, fühlt es sich noch schlechter.

Mangelnde Motivation bei Kindern: Was tun?

Unmotivierte Kinder und mögliche Ursachen

Die möglichen Ursachen sind sehr breit gefächert und die betroffenen Kinder sind oft nicht in der Lage, selbst zu erklären, was mit ihnen los ist. Eine enge Beziehung zum Kind ist deshalb wesentlich, um die Gründe herauszufinden und ihm helfen zu können.

Anschließend nennen wir einige Gründe für mangelnde Motivation:

  • Frust durch Lernprobleme. Im Schulunterricht ist es für das Lehrpersonal oft nicht möglich, auf spezifische Bedürfnisse einzelner Kinder einzugehen. Für Kinder mit Legasthenie, Hochbegabung oder anderen Besonderheiten kann dies frustrierend sein.
  • Auch Mobbing ist ein häufiges Problem, das oft sehr spät erkannt wird. Du solltest ausschließen, dass dein Kind daran leidet.
  • Ständige Frustration ist ebenfalls in vielen Fällen für mangelnde Motivation verantwortlich. “Ich kann nicht” wird dadurch oft zu “Ich will nicht”. Wenn du deinem Kind frühzeitig beibringst, mit Frustration, Angst und Versagensgefühlen richtig umzugehen, kannst du vorbeugen.
  • Des Weiteren sind viele Kinder in unserer modernen Gesellschaft sehr gestresst. Sie fordern mit ihrem Verhalten die Aufmerksamkeit ihrer Eltern, die oft nur wenig Zeit haben. Du solltest deinem Kind helfen, positive Emotionen zu generieren: Spielzeit und angenehme Momente mit der Familie können dabei helfen. Dein Kind sollte sich bestätigt und umsorgt fühlen, damit es wieder motiviert ist, aktiv zu werden und etwas zum Familienleben beizutragen.

Mangelnde Motivation bei Kindern: Was tun?

Ein unmotiviertes Kind braucht keine weiteren Zurechtweisungen oder Kritik. Vielmehr benötigt es deine Aufmerksamkeit. Versuche, dich in die Lage deines Kindes zu versetzen: Wie fühlt es sich in seiner Apathie und Entmutigung? Kinder haben nicht dieselben Fähigkeiten wie Erwachsene und auch keine Erfahrung, deshalb wissen sie meist nicht, wie sie am besten reagieren können.

Einige Strategien, die helfen können

  • Sei einfühlsam. Ist deine Beziehung zu deinem Kind gut, fühlt es sich geliebt und nicht beurteilt? Ideal ist natürlich, wenn sich dein Kind wohlfühlt und dir über seine Emotionen und Gefühle erzählt.
  • Positive Formulierungen. Die emotional positive Kommunikation erleichtert dir die Beziehung zu deinem Kind. Konzentriere dich darauf, positive Gefühle zu fördern, die dein Kind motivieren können. Sprich mit deinem Kind über seine Begabungen und positiven Eigenschaften, schaffe einen emotionalen Zufluchtsort, damit sich dein Kind im Gespräch mit dir wohlfühlt. Du kannst ihm so auch helfen, bei möglichen Problemen neue Perspektiven zu erkennen.
  • Neubeginn. In manchen Fällen ist ein neuer Anfang wichtig, um die verlorene Motivation wiederzugewinnen. Verändere den Tagesablauf, suche neue Herausforderungen und Aktivitäten für dein Kind, die es motivieren können. Es muss lernen, Frust besser zu tolerieren und neue Interessen zu entdecken (Sport, Musik oder ein anderes Hobby). Vielleicht findest du auch Aktivitäten, die die Beziehung zwischen dir und deinem Kind stärken und die ihr gemeinsam genießen könnt.
Mangelnde Motivation bei Kindern: Was tun?

Ein unmotiviertes Kind braucht keine Kritik, sondern Aufmerksamkeit. Warte nicht bis morgen, wenn du die ersten Anzeichen bemerkst. Motivation macht das Leben sinnvoll. Erlaube deinem Kind daher nicht, diese mächtige Kraft in seinem Leben zu verlieren.

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