Lebensmittelverschwendung: Was du dagegen tun kannst!

Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem, doch wir alle können einen wichtigen Beitrag leisten, um es zu lösen!
Lebensmittelverschwendung: Was du dagegen tun kannst!

Letzte Aktualisierung: 20. August 2021

Aus Statistiken geht hervor, dass wir alle etwa ein Drittel unseres wöchentlichen Einkaufs in den Müll werfen. Zu dieser Einschätzung kam die Weltgesundheitsorganisation durch Hochrechnungen. Sie möchte damit auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen.

Obwohl Jahr für Jahr etwa 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel im Müll landen, leiden gleichzeitig 690 Millionen Menschen auf der Welt an Hunger. Wie kann so etwas sein? Warum verschwenden wir so viele Lebensmittel? Häufig bemerken wir es nicht einmal, weil wir uns nicht bewusst vor Augen führen, welche Mengen an unverwerteten Lebensmitteln in einem Jahr zusammenkommen können.

Den ersten Schritt zu gehen, um die Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, ist nicht schwer. Jeder kann einen wichtigen Beitrag leisten und noch heute damit beginnen.

Diese Lebensmittel landen am häufigsten im Müll

Wie du dir denken kannst, so landen vor allem verderbliche Lebensmittel besonders oft im Müll. Die Hintergründe sind vielfältig. Vielleicht wird zu viel eingekauft, falsch geplant oder die Nahrungsmittel gehen schlichtweg unter und sind irgendwann nicht mehr genießbar.

Fakt ist, dass wir gerade im Hinblick auf die Hungersnot in einigen Teilen der Welt jeden Tag viel zu viele Lebensmittel verschwenden.

Besonders landen folgende Nahrungsmittel im Müll:

  • 34 Prozent: Obst und Gemüse
  • 16 Prozent: Fertigprodukte
  • 14 Prozent: Brot und Backwaren
  • 11 Prozent: Getränke
  • 9 Prozent: Milchprodukte
  • 7 Prozent: Fertigprodukte
  • 5 Prozent: sonstige Lebensmittel
  • 4 Prozent: Fisch und Fleisch

Warum schmeißen wir all die wundervollen Lebensmittel weg? Lebensmittel sichern nicht nur wortwörtlich unser Leben, sie versorgen uns mit wertvollen Nährstoffen und können uns unter anderem sogar glücklich machen, da einige den Serotonin- und Dopaminspiegel erhöhen. Es gibt unzählige Gründe dafür, die Lebensmittelverschwendung zu verhindern. An erster Stelle stehen natürlich Menschen, die hungern, doch es gibt auch egoistische Motive wie Ersparnisse, die Umwelt, das eigene Glück und die Freude am Essen.

Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung in Deutschland

Blicken wir nur auf unser eigenes Land, so landen ungefähr zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll. Jährlich sind es etwa 75 Kilogramm Lebensmittel, die in Privathaushalten (und zwar pro Kopf) verschwendet werden. Das sind der Verbraucherzentrale zufolge ungefähr ein Drittel der produzierten Lebensmittel.

Die Ursachen für die Verschwendung können ganz vielfältig sein, sowohl im privaten Haushalt als auch in anderen Bereichen des Lebens:

  • Landwirtschaft: Durch Schädlingsbefall, Unwetter oder falsche Lagerung können Erzeugnisse verderben. Auch, wenn nicht genügend Abnehmer auf dem Markt vorhanden sind, könnte es im schlimmsten Fall zur bewussten Zerstörung der Lebensmittel kommen.
  • Industrie: Auch hier stellt die falsche Lagerung teilweise ein Problem dar, aber auch technische Ursachen während der Produktion sowie Transportschäden führen zur Lebensmittelverschwendung. Nahrung wird außerdem weggeworfen, wenn sie nicht den Qualitätsstandards entspricht oder eine Überproduktion besteht.
  • Groß- und Einzelhandel: Kunden wünschen sich im Handel eine möglichst breite und frische Auswahl an Lebensmitteln. Viele Erzeugnisse fallen auf den ersten Blick qualitativ durch und sind den Händlern zufolge „nicht vermarktungsfähig“. Sie bleiben entweder liegen oder landen im Müll.
  • Gastronomie: In dieser Branche ist die Kalkulation der Lebensmittel ein großes Problem. Alles soll zwar vorrätig sein, da es auf der Karte steht, aber gleichzeitig ist nicht sichergestellt, dass es hierfür auch Abnehmer gibt. Die Folge ist eine massive Lebensmittelverschwendung, die gleichzeitig durch Hygienevorschriften, Produktvorschriften und falsche Lagerung verstärkt werden kann. Auch in Kantinen und durch falsche Portionsgrößen können viele Abfälle entstehen.
  • Verbraucher: Wir alle haben uns daran gewöhnt, dass wir unsere Lebensmittel im Überfluss zur Verfügung haben. Uns ist oftmals nicht mehr bewusst, wie wertvoll die Nahrungsmittel sind – für uns und für andere Menschen auf der Welt. Oft werfen wir Lebensmittel weg, weil sie abgelaufen sind und damit das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten wurde. Auch zu groß bemessene Portionen sowie generell eine falsche Planung beim Einkauf führen unter Umständen zur Lebensmittelverschwendung.

Übrigens bezieht sich diese Art von Wegwerfkultur längst nicht nur auf Lebensmittel. Auch allgemeine Gegenstände, allen voran Elektrogeräte, landen viel zu oft vorschnell auf dem Müll. Nur noch selten wird ein Gegenstand repariert, sondern lieber preiswert neu gekauft. Der Weg ins Repair Café oder das eigene Reparieren ist zu aufwendig. Doch wir alle können jeden Tag aufs Neue damit beginnen, gegen die Wegwerfkultur in unserer Welt und damit auch gegen die Lebensmittelverschwendung anzukämpfen.

Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung: Das kannst du dagegen tun!

Damit du selbst damit beginnen kannst, etwas gegen die Lebensmittelverschwendung zu tun, haben wir hier noch einige Tipps:

  • Lagere die Lebensmittel richtig, damit sie länger haltbar bleiben. (z.B. im Kühlschrank in der richtigen Kältezone).
  • Du kannst Gemüse, Ei und Fisch bei Bedarf einfrieren.
  • Reste von Lebensmitteln sollten stets sinnvoll verwendet und nicht weggeworfen werden.
  • In vielen Fällen ist es kein Problem, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum (also das Datum, bis zu dem das Produkt bei korrekter Lagerung mindestens haltbar ist) überschritten wird.
  • Gerade Milch, Konserven sowie Trockenprodukte können bei richtiger Lagerung meistens noch lange über dem Mindesthaltbarkeitsdatum hinweg genossen werden.
  • Um Bauern zu unterstützen und den direkten Kauf regionaler Erzeugnisse zu fördern, sollten Verbraucher saisonales und regionales Obst und Gemüse einkaufen.
  • Optisch nicht so ansprechendes, aber einwandfreies Gemüse und Obst, ist genauso genießbar wie die „hübschen“ Lebensmittel.
  • Verbraucher sollten nur kaufen, was sie auch wirklich (ver)brauchen. Einkaufszettel und Wochenplan helfen, dies richtig abzuschätzen.
  • Bereite beim Kochen nur so viele Portionen zu, wie du brauchst. Danach kannst du mögliche Reste einfrieren oder am nächsten Tag verwenden.
  • Reste lassen sich natürlich auch kreativ verwerten, zum Beispiel in Aufläufen, Smoothies und anderen leckeren Gerichten.
  • Wer zu viel eingekauft hat, lädt kurzerhand Freunde ein und genießt das gemeinsame Essen.
  • Auch verschenken ist besser als wegwerfen, weshalb Lebensmittelsharing eine weitere sehr nützliche Alternative darstellt.

Wer noch einige Schritte weitergehen möchte, kann sich auch sozial gegen die Lebensmittelverschwendung einsetzen. Mit passenden Apps können beispielsweise Betreiber von Gastronomien und Lebensmittelgeschäften ihre Lebensmittelreste zur Verfügung stellen. Kurz vor Ladenschluss können Kunden kostenlos übrige Produkte abholen, damit diese nicht im Müll landen müssen.

Woran man verdorbene Lebensmittel erkennt

Wenn du unsicher bist, neigst du meist dazu, Lebensmittel lieber zu früh wegzuschmeißen. Eventuell waren sie aber noch haltbar und genießbar, doch durch die Unsicherheit gehst du lieber auf Nummer sicher. Verbraucher sollten sich jedoch lieber informieren und darauf vertrauen, richtige Entscheidungen zu treffen. Lebensmittelverschwendung ist nie die richtige Entscheidung.

Abhängig von dem Produkt und der Produktart können Lebensmittel teilweise noch Tage, Wochen oder sogar Monate über dem Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus haltbar sein. Der Begriff sagt es bereits aus: es geht um das Datum der Mindesthaltbarkeit. Dieses Datum ist eine Empfehlung des Herstellers, der bei korrekter Lagerung „garantiert“, dass das Produkt noch genießbar ist.

Lebensmittel verderben jedoch nicht an diesem Tag und müssen daher auch nicht sofort im Müll landen. Besser ist es, sich die Lebensmittel stets genau anzusehen und individuell zu entscheiden, was genießbar ist. Den eigenen Sinnen zu vertrauen, ist in dieser Hinsicht der beste Ratschlag.

Ein gutes Beispiel sind Dosen: Konserven sind in einem ungeöffneten und unbeschädigten Zustand oft noch Jahre nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum unbedenklich genießbar. Verbraucher können die Dosen einfach im Schrank lassen und beim Öffnen prüfen, ob der Inhalt gärig, sauer, schimmelig oder anderweitig nicht genießbar wirkt. Bei Dosen mit Fisch und Fleisch sollten Verbraucher kritischer sein. Dosen bleiben übrigens länger frisch, wenn sie dunkel und bei Zimmertemperatur gelagert werden.

Auch Marmelade und Konfitüre wird oft falsch eingeschätzt. Diese Produkte sind meistens ebenfalls noch mehrere Monate bis sogar Jahre nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar, wenn sie zuvor noch nicht geöffnet und richtig gelagert wurden. Bei der Prüfung auf Genießbarkeit ist bei Marmelade und Konfitüre vor allem auf Schimmelbildung zu achten. Dass es einen farblichen Unterschied gibt, ändert der Verbraucherzentrale zufolge nichts an der Qualität des Produktes.

Wie du siehst, ist es gar nicht so schwierig, einen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung zu leisten. Beginne noch heute damit!

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