Ich will, dass es dir gut geht, aber nicht besser als mir

Entmutigende Stimmen von außen, die dich zweifeln lassen, sollten keine Chancen haben, dich negativ zu beeinflussen und von deinen Zielen abzuhalten.
Ich will, dass es dir gut geht, aber nicht besser als mir
Elena Sanz

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Elena Sanz.

Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2022

Manche Menschen sind misstrauisch und skeptisch. Sie erwarten immer das Schlimmste von anderen und zweifeln an ihren Absichten. Andererseits gibt es auch extrem zuversichtliche Personen, die in jeder Situation auf die Güte anderer vertrauen und immer bereit sind, zu helfen. Doch es gibt auch Menschen, die sich zwar wünschen, dass es anderen gut geht, aber nicht besser als ihnen selbst.

So überraschend es auch sein mag, das ist ein weitverbreitetes Phänomen, das in Beziehungen aller Art zu beobachten ist: im beruflichen Umfeld, innerhalb der Familie oder auch in einer Paarbeziehung.

Diese Situation kann überraschend, schmerzhaft und enttäuschend sein, aber es ist eine Wahrheit, über die wir uns bewusst sein sollten. Wenn die Naivität die Oberhand gewinnt, können wir in ein Spiel der Manipulation verfallen, das uns von unseren Zielen distanziert.

der Einfluss der Gruppe und der Wunsch, dass es anderen gut geht

Ich will, dass es dir gut geht, aber nicht besser als mir

Mit dieser Aussage identifizieren sich viele Menschen. Vielleicht erwartest du dir diese Einstellung in einem Umfeld des Wettbewerbs oder der Rivalität. Die Wahrheit ist jedoch, dass oft auch nahestehende Personen diese Gedanken pflegen.

Auch Menschen, die dich schätzen und lieben, können dieser Art von Argumentation zum Opfer fallen. Sie wünschen dir nichts Schlechtes, sie möchten dich nicht leiden sehen, sie freuen sich sogar über deine Erfolge und feiern mit dir. Doch nur solange du nicht besser oder erfolgreicher bist als sie selbst.

Du hast vielleicht schon einmal mangelndes Interesse oder fehlende Begeisterung geerntet, als du einer nahestehenden Person gute Nachrichten überbrachtest. Du hast die vielleicht keine weiteren Gedanken darüber gemacht, doch es könnte sich dahinter ein gewisses Maß an Neid verstecken.

Ich will, dass es dir gut geht, aber nicht besser als mir

Wie kommt es dazu?

Du fragst dich vielleicht, warum dieses Verhalten keine Seltenheit ist? Es gibt darauf keine allgemeingültige Antwort. In manchen Fällen handelt es sich um Eifersucht, in anderen um Angst. Manche Menschen befürchten, selbst nicht gut genug zu sein, zurückzubleiben und ihre Ziele nicht zu erreichen. Sie haben Angst davor, sich lächerlich zu machen oder als Versager dazustehen.

Wir vergleichen uns ständig mit anderen, um einen Maßstab für uns selbst festzulegen. Wenn die Leistungen anderer Personen deine eigenen übertreffen, ist der Vergleich zerschmetternd und kann Angst auslösen. Sich zu wünschen, dass es anderen gut geht, jedoch nur so lange es ihnen nicht besser als dir selbst geht, bedeutet nicht, dass du ein schlechter Mensch bist. Dieses Verhalten definiert deine eigenen Grenzen und Fähigkeiten, dein Selbstwertgefühl, fehlendes Vertrauen in deine Fähigkeiten, Pessimismus oder deine Unzufriedenheit mit deinen Lebensumständen.

Ich will, dass es dir gut geht, aber nicht besser als mir

Wie reagierst du am besten, wenn jemand will, dass es dir gut geht, jedoch nicht besser als dieser Person selbst

Du musst verstehen, dass manche Menschen so denken, und solltest in der Lage sein, diese Situation zu erkennen. Analysiere die Reaktionen deiner Mitmenschen, wenn sie über deine persönliche Leistung oder deinen Erfolg erfahren. Wenn sie versuchen, dich herabzusetzen oder die Nachricht zu ignorieren, solltest du wachsam sein.

Ferner solltest du nicht an deinem Bedürfnis nach Anerkennung festhalten, denn es kann insbesondere im Umgang mit diesen Menschen sehr schädlich sein. Natürlich sind wir soziale Wesen und schätzen Anerkennung. Allerdings solltest du nicht darauf angewiesen sein, dass alle deine Entscheidungen oder Erfolge gutheißen.

Entmutigende Stimmen von außen, die dich zweifeln lassen, haben so keine Chancen, dich negativ zu beeinflussen. Es gibt immer Menschen, die dich nicht unterstützen, das ist ganz normal. Pass jedoch auf, dass nicht du selbst zu dieser Person wirst.

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  • Montañés, M. C., & Iñiguez, C. G. (2002). Emociones sociales: enamoramiento, celos, envidia y empatía.
  • Espinosa, L. F. G., & Barragán, J. G. G. A. EFECTOS DE LA CULTURA EN LA NECESIDAD DE APROBACIÓN SOCIAL Y EN LA ANSIEDAD. MEMORIAS, 610.

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