Emotional starke Menschen weinen bei Filmen

1. September 2016 en Emotionen 7660 Geteilt

Es gibt Menschen, die bei Filmen oder emotionalen Situationen schnell zu weinen anfangen. Dieser emotionale Ausdruck wird traditionell als „typisch für Frauen“ angesehen und gilt als Zeichen von Schwäche und Kitsch. Jedoch ist nichts mehr von der Realität entfernt als das, denn Weinen ist eine Eigenschaft emotional starker Menschen.

Es ist nichts Beschämendes, auch mal zu schluchzen. Es ist eine ganz natürliche Reaktion auf irgendeinen Stimulus, der die Tränen hervorruft, die wir manchmal so sehr zu verstecken suchen. Doch machen wir das nur, weil wir Weinen mit etwas Negativen assoziieren? Weinen wir nicht manchmal auch aus Freude?

Lerne aus jeder einzelnen Träne, die du in deinem Leben vergießt.

Bei Filmen zu weinen deutet auf Empathie hin

Filme zeigen uns eine fiktive Handlung, die bei uns wirkliche Emotionen erzeugt. Deshalb ist das Weinen bei Filmen ein Zeichen dafür, dass wir Empathie für die Personen empfinden können, die an der Handlung beteiligt sind. Wir versetzen uns in ihre Haut, wir fühlen uns als wären wir sie, wir sehen die Wirklichkeit durch ihre Augen, wir verlassen unsere Umstände, um uns in die ihren zu begeben. All das erlaubt uns, ihre Situation zu verstehen.

Gibt es aber irgendeine rationale Erklärung dafür? Mit Sicherheit weiß man, dass umso mehr Oxytocin von unserem Gehirn ausgestoßen wird, je emotionaler ein Film für uns ist. Eine Studie, durchgeführt an der Claremont Graduate School (Kalifornien, USA), hat gezeigt, dass die Ausschüttung dieses Hormons uns dabei hilft, mit anderen Menschen Kontakt aufzubauen, und auch dafür sorgt, dass wir freundlicher, empathischer und verständnisvoller werden.

Filmplakat

Somit ist Weinen überhaupt kein Zeichen für Schwäche, sondern vielmehr ein Zeichen der Empathie, dafür, dass wir mit anderen Kontakt aufbauen können, dass wir in unserer eigenen Haut fremde Emotionen spüren können, und dies macht uns zu emotional starken Menschen.

Empathie steht mit den Spiegelneuronen in Zusammenhang; sie sind die Hauptverantwortlichen dafür, dass wir uns in die Haut anderer versetzen.

Menschen, denen es an Empathie fehlt, haben außerdem einen großen Nachteil in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie können sich weder in andere hineinversetzen noch verstehen, was die Personen fühlen könnten, die sie vor sich haben. Dies führt zu schwerwiegenden Problemen und Konflikten. Es ist sehr wichtig, mit anderen Kontakt aufzubauen, um gesunde Beziehungen zu entwickeln, die auch eine Unterstützungsfunktion haben.

An diesem Punkt angekommen, wird es klar, warum Weinen uns nicht schwächer macht, sondern das vielmehr ein Mythos ist! Jedes Mal, wenn du nun auf eine Person triffst, die wegen vieler Dinge weint, wirst du sie schon nicht mehr als jemand Schwaches ansehen, sondern du wirst wissen, dass sie viel stärker ist als mancher glaubt. Weinst du auch bei Filmen?

Weinen verbessert unseren Gemütszustand

Das Gegenteil von Weinen, so glauben wir, ist Lachen. Lachen verbessert unsere Laune, was uns wiederum glücklich und zufrieden fühlen lässt. Selbst in schlechten Momenten raten uns Experten dazu, uns zum Lächeln zu zwingen, da wir so eher aus einer schwierigen Situation erfolgreich herauskommen, denn Lächeln stärkt unser Selbstvertrauen und Gesichtsausdrücke können durchaus auch bestimmte Gemütszustände auslösen.

Was aber, wenn auch Weinen unsere Laune verbessern würde? Dies war die Schlussfolgerung, zu der Forscher einer Studie der Universität Tilburg (Niederlande) gekommen sind. In dieser Studie haben die Psychologen bemerkt, dass traurige Filme die Laune derer verbessern konnten, die sie gesehen haben.

Mann-umarmt-Hund

Vielleicht ist bei dir genau das Gegenteil der Fall und du kannst dich überhaupt nicht mit dieser Aussage identifizieren. Dann solltest du die folgende Frage beantworten: Versuchst du, deine Tränen zu unterdrücken, wenn du bei Filmen weinen musst?  Die Studie fand heraus, dass man die Tränen frei fließen lassen muss, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

In dieser Studie wurde auch herausgestellt, dass sich die „erfolgreichen“ Personen zu Beginn ausgesprochen traurig fühlten. Sie fühlten mit den Protagonisten und ließen ihren Tränen freien Lauf. Doch je mehr Minuten vergingen, desto besser fühlten sie sich. Nur diejenigen, die ihr Weinen nicht unterdrückten, könnten dieses Wohlgefühl spüren, der Zustand der anderen verschlechterte sich.

Ich atme tief ein, schließe die Augen, schlucke die Tränen hinunter und lächele. Ich könnte keinen schlimmeren Fehler machen.

Es ist also nicht so schlimm, wenn eine Situation oder ein Film dich zum Weinen bringt. Dies sind Eigenschaften emotional starker Personen, und um das Beste aus dir herauszuholen, musst du auch die Tränen fließen lassen. Sie sind eine Form der Entspannung, und auch wenn du dich zunächst schlecht fühlst, wird sich das bald ändern.

Weinende-Monde

Emotional starke Personen wissen, dass Weinen gut für sie ist. Dank der Tränen können sie alles herauslassen, Empathie für andere empfinden und mit Menschen Kontakt aufbauen. Emotional starke Personen sind nicht schwach, auch wenn du das so denken magst. Vielleicht bist du dir jetzt im Klaren darüber, dass du gar nicht so stark bist, wie du gedacht hast. Deine Gefühle zu unterdrücken, ist das größte Zeichen von Schwäche.

Unsere Tränen lassen unsere Wunden heilen

Lasse deine Tränen fließen: Lasse zu, dass das Salz und das Wasser deine Wunden verschließen und dass all das, was dir Leid bereitet und dir Angst macht, sich mit jeder Träne ein bisschen mehr  verflüchtigt…>>>Mehr

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