Du entscheidest darüber, ob du lebst oder einfach nur überlebst

13. Januar 2017 en Psychologie 462 Geteilt

Du entscheidest darüber, ob du lebst oder einfach nur überlebst; ob du dein Leben nur so vor dich hinlebst und voller Sorgen wegen der vielen Gefahren auf Zehenspitzen durch die Welt gehst oder ob du etwas riskierst und dich an dem erfreust, was auch immer kommen mag. Denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt, und in diesem Leben können wir, so sehr wir es auch wollen, leider nicht alles kontrollieren, was um uns herum geschieht.

Es ist deine Entscheidung, ob du mit den ständigen Sorgen über tausende unglückliche Situationen, in die du oder deine Liebsten geraten könntet, lebst, oder ob du die Unsicherheit als einen Teil des Lebens akzeptierst. Letztendlich ist es nur eine von vielen Möglichkeiten, den Kopf in den Sand zu stecken.

Doch wenn du es trotz allem nicht vermeiden kannst, dich erdrückt von all den übermäßigen Sorgen über unzählige Umstände des Alltagslebens zu fühlen, dann leidest du unter der sogenannten Generalisierten Angststörung, kurz GAS, die nach der heutigen ICD-10-Klassifikation unter Punkt F41.1 geführt wird.

„Wer kein Gefangener des Bedürfnisses ist, ist ein Gefangener der Angst: Einige schlafen nicht aus Angst, etwas nicht zu erreichen, dass sie sich wünschen, und andere schlafen nicht aus Panik davor, zu verlieren, was sie haben.“

Eduardo Galeano

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Wenn du lebst, ohne zu leben, leidest du noch mehr

Wenn du lebst, ohne zu leben, und versuchst, alles Schlechte von deinem Leben fernzuhalten, leidest du am Ende auch ohne das, was du versuchst zu vermeiden. So entsteht auch dauerhaftes Leid. Sich wegen eines möglichen Leidens, einem Unfall, einer Katastrophe, etc. vorzeitig den Kopf zu zerbrechen, führt lediglich dazu, dass du wegen etwas leidest, das noch nicht einmal eingetroffen ist und sehr wahrscheinlich auch niemals geschehen wird.

Diese ständige Besorgnis hat zur Folge, dass du Schwierigkeiten damit hast, dich zu konzentrieren und Schlaf zu finden, da du dich unaufhörlich auf eine dramatische Zukunft konzentrierst, in der alltägliche Situationen in einer Katastrophe enden. Du glaubst, dass dich dein Kind noch nicht angerufen hat, weil es einen Unfall hatte, oder dass du nicht dazu in der Lage sein wirst, zukünftige Arbeiten, die dir dein Chef aufträgt, erledigen zu können.

Und daraus folgt, dass du dich immer mehr zurückziehst, was teilweise deine Sorgen und deine Meinung bestätigt, dass die Welt bald untergeht. Du steckst in einem Teufelskreis, der sich wegen deines eigenen Unbehagens und deiner Ängstlichkeit nicht öffnen kann.

Daraus ergeben sich physische Beschwerden, die der Manifestation der Angst in unserem Körper entsprechen. Im Falle der Generalisierten Angststörung umfassen diese beispielsweise Muskelverspannungen und Ermüdungserscheinungen. Falls du ständig unter Verspannungen leidest, die du dir nicht erklären kannst, oder nicht dazu fähig bist, einer sportlichen Betätigung nachzugehen, so wie du es für gewöhnlich tust, kann der Übeltäter deine Ängstlichkeit sein, die sich auf deinen Körper auswirkt.

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Du selbst entscheidest, wie du dein Leben lebst

Du bist immer noch selbst dafür verantwortlich, wie du dein eigenes Leben lebst. Wenn du akzeptierst, dass wir alle – ausnahmslos – irgendwann in unserem Leben Leid ertragen müssen und du außerdem nicht zwangsläufig vermeiden kannst, was dir Sorgen macht, gelingt es dir auch, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Viele Menschen leben ihre Träume nicht aus, weil sie zu sehr damit beschäftigt sind, ihre Ängste auszuleben. Du entscheidest darüber, welche Art von Mensch du sein wirst: Ein Mensch, der lebt und jede Sekunde seines Lebens genießt, oder ein Mensch, der nicht lebt, da er sich vor jedem Schritt fürchtet, den er macht.

Du kannst gleich heute damit beginnen, dein Leben so zu leben, dass du dich auf all diese wundervollen Möglichkeiten konzentrierst, die dir das Leben bietet und die du momentan übersiehst, nur weil du starr vor lauter Angst bist. Erfreue dich an allem, sogar an den kleinen Dingen, denn wir wissen nicht, was morgen sein wird. Denke daran, dass – egal was passiert – du nur einmal lebst, und dieses Leben sollte doch lebenswert sein.

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