5 Gründe, warum Stricken gut für deine Emotionen ist

27. April 2018 en Emotionen 62 Geteilt
Stricktherapie - Frau strickt

Stricken oder Stricktherapie. Nenne es, wie du willst, doch Forscher haben entdeckt, dass diese und ähnliche Tätigkeiten sehr gut für dich und deine Emotionen sind. Es ist egal, ob du dich dazu entscheidest, einen Pullover, eine Decke oder ein Lätzchen zu stricken. Letztendlich erhältst du etwas Wunderschönes und gleichzeitig kommt es deiner emotionalen Gesundheit zugute. Das ist doch interessant, oder?

Die Autorin Kathryn Vercillo ist eine Expertin für handwerklich-gestalterische Techniken in der Therapie. Sie hat in diesem Gebiet recherchiert und veröffentlichte ein Buch mit dem Titel Crochet Saved My Life (zu Deutsch: Häkeln hat mir mein Leben gerettet,  nicht auf Deutsch verfügbar). Sie widmet einen großen Teil ihrer Berufstätigkeit der Demonstration von Vorteilen, die die Handarbeit bietet – ganz gleich, ob es sich dabei nun ums Stricken, Häkeln oder andere Techniken handelt. Aufgrund genau dieser Vorteile wird Handarbeit explizit in Behandlungspläne integriert. Es scheint, als helfe sie unserem Gehirn dabei, agil zu bleiben, und als verbessere sie unsere emotionale Stabilität.

Lasst uns deshalb einen Blick auf das Stricken und unsere Emotionen werfen!

Frau, die strickt

Emotionale Vorteile des Strickens

Stricken nimmt den Stress

Es klingt etwas widersprüchlich, doch das ist es nicht. Stricken ist tatsächlich wundervoll, um Angst, Sorgen und Stress zu reduzieren. Aber warum? Stricken erfordert Konzentration. Wenn du dich auf die Stricknadeln fokussierst, verblasst alles andere. Deine Probleme rücken in den Hintergrund.

Es ist tatsächlich eine großartige Technik, um deine Emotionen unter Kontrolle zu bekommen. Denn wenn du strickst, ist es für negative Emotionen wie Traurigkeit, Wut und Ärger schwer, die Kontrolle zu behalten.

„Es gibt viele Menschen auf dieser Welt, die so viel Zeit damit verbringen, über ihre Gesundheit zu wachen, dass sie nicht die Zeit haben, um sie zu genießen.“

Josh Billings

Es lindert die Depression

Das Stricken ist auch wundervoll für Menschen, die an einer Depression leiden. Denn wenn du strickst, setzt dein Körper Serotonin frei, welches ein natürliches Antidepressivum ist. Zumindest ist es das, was eine im British Journal of Occupational Therapy veröffentlichte Studie zeigt. Den Ergebnissen zufolge ist es so, dass 81 % der Studienteilnehmer eine deutliche Steigerung des Serotoninspiegels erfuhren, nachdem sie eine gewisse Zeit gestrickt hatten.

Stricken macht dein Gehirn agiler

Dieser spezielle Vorteil ist leicht zu erklären. Handwerk erfordert die Koordination von Augen und Händen. Wenn du dein Gehirn mit den Nadeln und Maschen beschäftigst, lernt es, auf eine präzise Art und Weise zu dirigieren. Ebenso hilft es, die Feinmotorik einer Person zu verbessern.

Dementsprechend ist Stricken ein exzellentes Hobby für ältere Menschen. Einige Forscher glauben sogar, dass bestimmte mit ihm verbundene psychologische Leistungen, wie die Daueraufmerksamkeit, Symptome des Alterns hinauszögern. Aber die Stricktherapie eignet sich auch für Kinder mit motorischen Störungen und für Menschen, die an Gelenkproblemen leiden.

Stricken für die Sozialkompetenz

Kann eine Tätigkeit, die Konzentration erfordert, auch gesellschaftliche Vorteile haben? Die Antwort lautet ja. Wir haben wahrscheinlich alle erlebt, wie sich unsere Großmütter mit Freundinnen zum Stricken verabredeten und so den Abend gemeinsam verbrachten.

Obwohl unsere Gesellschaft den gesellschaftlichen Aspekt des Strickens aus den Augen verloren hatte, kommt er nun wieder zurück. Das Stricken kommt wieder in Mode, egal ob durch Kurse oder eben die Stricktherapie. Das sind großartige Neuigkeiten, weil sie eine tolle Gelegenheit bieten, um Ideen zu teilen und Zeit mit anderen Menschen zu verbringen.

Gruppe, die strickt

Stricken für ein besseres Selbstwertgefühl

Eine weitere wundervolle Sache am Stricken ist, dass es das Selbstwertgefühl des Strickenden verbessert. Im Grunde genommen erlernt er eine neue Fertigkeit und tut etwas, dass ihn sich produktiv fühlen lässt. Zusätzlich tut das Herstellen von Dingen für Freunde, Familie und andere wahre Wunder für dein Selbstwertgefühl.

Wenn du strickst, drückst du dich auch selbst aus. Es ist ein Weg, um deiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Eine Chance, um etwas Nützliches, Schönes, etwas aus dir zu machen. Demzufolge bist du sowohl auf deine Arbeit, als auch auf dich selbst stolz – und zwar zurecht.

„Das zu tun, was du magst, bedeutet Freiheit. Das zu mögen, was du tust, bedeutet Glück.“

Frank Tyger

Es hilft dir, besser zu schlafen

Schlafstörungen sind ein weitverbreitetes Gesundheitsproblem. Allgemein schlafen wir aufgrund von Stress, Anspannung und Angst schlecht. Trotz der entmutigenden Zahlen, gibt es viele Wege, um unseren Schlaf zu verbessern.

Dr. Herbert Benson ist Professor am Benson-Henry-Institut des Massachusetts General Hospital (Massachusetts, USA). Er verriet, dass 90 % seiner Patienten in einer Therapie, die das Stricken einbeziehe, eine Verbesserung erfuhren. Er ist überzeugt, dass der Fokus auf eine sich wiederholende Tätigkeit einen beruhigenden und entspannenden Effekt habe. Er habe außerdem zur Folge, dass der Strickende entspannt zu Bett gehen könne und bereit sei, sich wirklich auszuruhen.

Stricknadeln - lila über grün

Abschließend lässt sich sagen, dass das Stricken zweifellos gut für dich ist. Ist es vielleicht an der Zeit, dass du ein Paar Nadeln zur Hand nimmst?

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