5 berühmte Zitate von Alfonsina Storni

20. Juli 2018 en Bücher 0 Geteilt
Zitate von Alfonsina Storni - Alfonsina Storni

Alfonsina Storni war eine argentinische Dichterin und Schriftstellerin, die Teil der literarischen Strömung des sogenannten Modernismo war. Ihr Leben, das sehr hart und leidenschaftlich war, gibt ihren Gedichten eine besonders sensible Note. Heute möchten wir einige ihrer berühmtesten Zitate aufgreifen und Alfonsina Storni als Autorin und Feministin gedenken.

Stornis Aufstand gegen die Unterdrückung der Frau war sowohl in ihren Werken als auch in ihrem Aktivismus spürbar. Storni beteiligte sich an Kampagnen, die den Sexualkundeunterricht in Schulen forderten, und verteidigte das Wahlrecht von Frauen in Argentinien. All das hinterlässt natürlich Spuren – auch im literarischen Vermächtnis.

Die nachfolgenden Zitate von Alfonsina Storni geben uns nicht nur eine Vorstellung darüber, wie ihr Leben war, sondern bringen uns auch ihrer einzigartigen Vision von der Welt näher.

1. Kleiner Mann

„Kleiner Mann, in welchen Käfig du mich bloß steckst. Ich sage klein, weil du mich nicht verstehst und mich nicht verstehen wirst. Ich verstehe dich auch nicht, aber in der Zwischenzeit, öffne mir den Käfig, aus dem ich entkommen will. Kleiner Mann, ich liebte dich eine halbe Stunde, bitte nicht um mehr.“

Dieses erste Zitat von Alfonsina Storni ist wegen des Adjektivs, mit dem sie den Mann beschreibt, sehr interessant zu lesen. Sie weist in ihren eigenen Worten darauf hin, dass diese Bezeichnung gleichbedeutend mit mangelndem Verständnis sei, obwohl das auf Gegenseitigkeit beruhe. Sie erwähnt jedoch noch etwas anderes, nämlich einen Käfig.

Vogel sitzt in einem Käfig

Storni kritisiert in diesem Ausspruch den Käfig, der höchstwahrscheinlich für eine Beziehung mit einem Mann steht. Ein Käfig, in dem es Besitz und Kontrolle gibt und dessen Schlüssel Eigentum symbolisiert. Diese Schriftstellerin betonte ihr Bedürfnis, zu entkommen und diese eroberte Freiheit zu nutzen.

2. Sterben oder nicht sterben

„Du hast einen Wunsch: zu sterben. Und eine Hoffnung: nicht zu sterben.“

Dieses zweite berühmte Zitat von Alfonsina Storni spricht von der Unvereinbarkeit, die in einem Menschen herrscht, der gleichzeitig leben möchte, während er sterben will. In Stornis Augen war der Tod eine Entscheidung, die ihr den freien Willen gab, an dem sie sich so erfreute.

Der seelische Schmerz, den Storni nach ihrer Brustkrebs-Diagnose verspürte, war weitaus schlimmer als der physische Schmerz, der mit der Erkrankung einherging. Sie isolierte sich von anderen, ihre Depression verschlimmerte sich und sie begann, auf subtile Weise Selbstmordgedanken zu hegen. Der Freitod, eine Entscheidung, die sie leider auch irgendwann traf.

3. Lernen, zu fliegen

„Welche Welten habe ich in meiner Seele, die sich nach dem Fliegen sehnen?“

In diesem Zitat verdeutlicht unsere Autorin dieses Gefühl von Freiheit, das in ihr wuchs und ihr gleichzeitig eine andere Sichtweise auf die Gesellschaft, in der sie lebte, aufzeigte. Sie verlangt nach Möglichkeiten, um zu fliegen.

Der Aktivismus von Storni wurde immerzu von ihrer inneren Stärke angetrieben und von diesem Bedürfnis, sich von jenen Regeln zu befreien, die sie als Fesseln der Gesellschaft betrachtete. Ob es nun um das Schreiben oder andere Ausdrucksweisen ging, wir sprechen hier von einer absoluten „literarischen Heldin“, die immer für das kämpfte, woran sie glaubte.

Frau mit Flügeln fliegt empor

4. Gehe langsam

„Immer wenn der Frühling geht, steht der Nieselregen vom Herbst schon in den Startlöchern … Kleine, gehe langsam, denke gut nach, dein Feuer darf dich nicht verbrennen.“

Storni besaß eine Stärke und einen Charakter, die sie sogar nach ihrer Diagnose dazu brachten, eine medizinische Behandlung gegen ihr Krebsleiden abzulehnen. Die Gründe dafür waren eine Fehldiagnose. Man sagte ihr, dass sie einen gutartigen Tumor hätte, obwohl ihre Situation in Wahrheit viel gravierender war.

Unsere Schriftstellerin war sich darüber im Klaren, dass ihr Vorgehen schwerwiegende Folgen haben könnte. Eine Lektion, die wir für uns selbst mitnehmen und auf andere als den medizinischen Bereich übertragen können: Oft handeln wir viel zu schnell, ohne nachzudenken, und später bereuen wir dieses Handeln. Fehldiagnosen wird es immer geben. Fehlentscheidungen auch. Aber in Bezug auf letztere haben wir meist die Chance, unseren Kurs zu korrigieren. Nutzen wir sie!

5. Männer, die nicht weinen

„Männer meines Volkes haben nie geweint. Sie sind aus Stahl.“

Das letzte berühmte Zitat von Alfonsina Storni, auf das wir kurz eingehen möchten, hebt die Gesellschaft dieser Zeit hervor. Auch wenn heutzutage noch viele denken, dass Männer immer Stärke zeigen müssten, indem sie ihre Gefühle verstecken und sich nicht sensibel geben, ändert sich diese Vorstellung glücklicherweise, und zwar aufgrund des wachsenden Bewusstseins um die emotionale Gesundheit des Menschen.

Storni gebraucht den Begriff „Stahl“ mit einer gewissen Ironie, um die Absurdität der Situation zu betonen. Dieser Druck, dass der Mensch sich immer stark geben müsse, besonders angesichts einer so menschlichen und nützlichen Emotion wie der Traurigkeit – der ist wirklich absurd.

Mann mit Bart schaut Richtung Boden

Welches dieser berühmten Zitate von Alfonsina Storni gefällt dir am besten? Diese Schriftstellerin lädt uns dazu ein, über zahlreiche Themen nachzudenken, von denen viele mit Freiheit zu tun haben; andere wiederum führen uns die Denkweise von Storni klar vor Augen.

War dir diese Dichterin schon bekannt? Hast du schon mal ein Gedicht von ihr gelesen? Nachfolgend findest du eines unserer Lieblingsgedichte von Alfonsina Storni:

Ich bin

Ich bin sanft und traurig, wenn ich abgöttisch liebe,
kann den Himmel bis zu meiner Hand runterholen,
Wenn ich die Seele eines anderen einfange mit meiner Seele.
Keine weicheren Daunen wirst du finden,
Keine küsst Hände so wie ich,
oder kuschelt sich so sehr in einen Traum wie ich,
oder passt in einen anderen Körper, so klein.
Keine sanftere menschliche Seele wirst du finden.
Ich sterbe vor meinen Augen, wenn ich sie spüre,
Wie lebendige Vögel, für einen Moment,
Die unter meinen weißen Fingern flattern.
Ich kenne die Ausdrucksweise, die verzaubert und versteht,
Und kann schweigen, wenn der Mond untergeht,
Riesig und rot über den Schluchten.

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