Streichst du zwei Wörter aus deinem Wortschatz, kann sich dein Leben komplett verändern

3. Mai 2018 en Psychologie 3 Geteilt
Erfolgreiche Kommunikation - Personen sprechen miteinander

Sprache dient uns dazu, unsere Umwelt zu verstehen und mit der Welt zu kommunizieren. Je nach dem, wie wir sie nutzen, wird sie uns auf emotionaler und intellektueller Ebene beeinflussen. Bernard Roth geht sogar so weit, zu sagen, dass eine erfolgreiche Kommunikation unser Leben verändern könne. Dabei sollten wir zwei Wörter aus unserem Wortschatz streichen.

„Worte sind die akustische Gestaltung der Ideen.“

Novalis

Bernard Roth ist Professor der Ingenieurwissenschaften an der Stanford University (Kalifornien) und akademischer Leiter des Hasso Plattner Design Instituts. Er veröffentlichte ein Buch mit dem Titel The Achievement Habit  (zu Deutsch: Die Gewohnheit des Erreichens, nicht auf Deutsch verfügbar). Darin beschreibt er verschiedene Formulierungen, die Triumph oder Versagen begünstigen. Um seine Hypothesen nachvollziehen zu können, sollten wir uns vor Augen führen, dass wir, ohne es zu merken, bestimmte Phrasen verwenden, die unsere Denkmuster prägen.

Nachfolgend werden wir die zwei wichtigsten dieser Ausdrücke betrachten.

Wie das Wort „aber“ dein Leben verändern könnte

Das Wort „aber“ ist ein Ausdruck des Gegensatzes, ein Adversativ. Dies bedeutet, dass es dazu dient, zwei Aspekte einander gegenüberzustellen, um die ursprüngliche Aussage entweder zu erweitern oder einzuschränken. Aus psychologischer Sicht wird dieses Wort häufig verwendet, um eine Handlung zu rechtfertigen oder Argumente zu widerlegen.

Besonders wenn man es in Formulierungen wie „Ja, aber … “  verwendet, spiegelt es die Absicht der Selbstsabotage wider. Man konzentriert sich auf das Negative, was höchstwahrscheinlich keine erfolgreiche Kommunikation zur Folge hat. Es entspricht dem, was wir gemeinhin als „das Haar in der Suppe“ bezeichnen.

Professor Roth schlägt vor, das Wort aus dem üblichen Vokabular zu streichen. Er rät, darauf so weit wie möglich zu verzichten, da man so gezwungen sei, sich seiner Verwendung bewusst zu werden. Die Herausforderung besteht darin, dieses „aber“ durch die Konjunktion „und“ zu ersetzen. Anstatt zu sagen „Ich möchte mich von meinem Partner trennen, aber ich habe Angst, allein zu bleiben„, solle man sagen „Ich möchte mich von meinem Partner trennen und ich habe Angst, allein zu sein„.

Nun stellt sich die Frage, wie sich dein Leben verändert, wenn du deine Art, dich auszudrücken, änderst?

Roth behauptet, dass „aber“ dich vor zwei Wege stellt, die sich gegenseitig ausschließen. Entweder du nimmst den einen oder den anderen. Verwendest du hingegen die Konjunktion „und“, bewahrst du dir beide Optionen. Zwinge dich nicht zu wählen. Stattdessen solltest du dieses Wort auf eine Weise betrachten, die dich dazu einlädt, die Dinge objektiver zu sehen.

Frau spricht

„Ich muss“ gegen „Ich will“ eintauschen

Die zweite Empfehlung von Professor Roth ist, den Ausdruck „Ich muss“ durch „Ich will“ zu ersetzen. Wenn du „Ich muss“  sagst, bekennst du dich zu einer Verpflichtung. Das kann sehr demotivierend sein. Es bedeutet, dass du etwas möchtest, aber etwas anderes tun musst, auch gegen deinen Willen. Nutzt du den Ausdruck „Ich muss“, hast du dich deshalb bereits in einen emotionalen Schock versetzt. Erfolgreiche Kommunikation sieht anders aus.

Bernard Roth weist darauf hin, dass eine erfolgreiche Kommunikation nicht bedeute, dass man etwas tun sollte, nur weil man sich dazu gezwungen fühle. Indem man den Ausdruck „Ich muss“ weglässt und ihn durch „Ich will“ ersetzt, zeigen wir dem Leben gegenüber Verantwortung.

Betrachten wir einige Beispiele dazu:

  • Ersetze „Ich muss diese Dinge bis morgen erledigen, sonst verliere ich meinen Job“  durch Ich will diese Dinge bis morgen erledigen, da ich so etwas dafür tue, meinen Job zu behalten„.
  • Tausche „Ich muss meinem Partner gegenüber tolerant sein, sonst langweilt er sich und trennt sich von mir“  gegen Ich möchte meinem Partner gegenüber tolerant sein, da dies unsere Beziehung bereichert und verbessert“.
  • Ersetze „Ich muss Sport treiben, weil ich schrecklich dick geworden bin“  durch Ich möchte Sport treiben, um mich in meinem Körper wohler zu fühlen“.

Jedes Mal wenn du „Ich muss“ mit „Ich will“ ersetzt, wechselst du von einer negativen Sichtweise auf eine positive. Gleichzeitig wird eine starke emotionale Last von dir genommen.

Entfernst du also die zwei genannten Wörter aus deinem Wortschatz, hast du die Möglichkeit, dein Leben positiv zu verändern. Warum versuchst du es nicht einen Tag lang?

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