Selbstliebe – Wir dürfen nicht vergessen, uns selbst zu lieben

6. Februar 2019

Wir engagieren uns in zahlreichen Angelegenheiten und sind deswegen so dünnhäutig, dass wir am Ende der Woche oft erschöpft sind. Das ist besorgniserregend. Unsere Routine lässt uns keine Zeit, um uns auszuruhen und zu entspannen oder die dringend benötigte „Ich-Zeit“ zu genießen. Obwohl wir denken, dass wir das Richtige tun, wenn wir „auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen“, müssen wir uns und unsere Bedürfnisse mehr in den Vordergrund stellen. Wir müssen Selbstliebe kultivieren.

Es ist einfach für uns, das Gefühl zu haben, dass wir zu jedem einzelnen Meeting gehen müssen. Es könnte ja sein, dass wir sonst etwas Wichtiges verpassen. Vielleicht wirkt sich das Nicht-Erscheinen auch negativ auf unsere Beförderungschancen aus oder wir könnten aus dem sozialen Umfeld unseres Arbeitsplatzes ausgeschlossen werden. Wenn wir auf diese Weise denken, sollten wir darüber gleichzeitig reflektieren, warum wir uns deswegen schlecht fühlen.

Wenn wir an jedem einzelnen Treffen teilnehmen, zu dem wir eingeladen sind, kann dies auf mangelnde Durchsetzungskraft unserer Seite hindeuten. Es kann sein, dass wir uns schwertun, nein zu unseren Mitmenschen zu sagen.  Eventuell haben wir das Bedürfnis, unseren Mitmenschen zu gefallen oder wir können schlecht mit uns allein sein. Aber wir sollten keine Gewissensbisse haben, wenn wir manchmal nein sagen.

Eine Frau ist gestresst und hält sich eine Hand vor ihr Gesicht.

Soziales Engagement und Stress

Mehrere Studien warnen davor, dass die Zahl der gesellschaftlichen Zusammenkünfte, an denen wir heute teilnehmen, die Anzahl der Veranstaltungen, die unserer Eltern besucht haben, weit übersteigt. Wir belasten uns noch mehr, anstatt Freizeit und Ruhe zu nutzen, um uns vom wöchentlichen Stress zu erholen. Dies geschieht einfach aus mangelndem Wissen oder dem Wunsch, sich der Gruppe anzupassen.

Die Lebensqualität einer Person hängt direkt mit ihren Einsatz für sich selbst zusammen, unabhängig davon, wo sie arbeitet oder wie viel Geld sie verdient.

Wen versuchen wir, mit all diesen sozialen Verantwortungen, die wir übernehmen, zufriedenzustellen? Sind wir es selbst oder andere? Diese Frage mit völliger Ehrlichkeit zu beantworten, kann uns vor Stress und Unbehagen bewahren.

Verpflichten wir uns zu Dingen, die uns glücklich machen. Nutzen wir unsere Freizeit zu unserem Vorteil.

Manchmal müssen wir unser eigenes Leben priorisieren und einfach nein sagen. Wir können nicht alle Erwartungen erfüllen. Wenn wir nur versuchen, alle anderen glücklich zu machen, wie können wir dann mit uns selbst glücklich werden? Es geht nicht darum, uns zu isolieren und uns von unserem Freundeskreis zu entfernen. Vielmehr geht es darum, gesunde Bindungen aufrechtzuerhalten und gleichzeitig Raum für uns selbst zu lassen.

Unsere größte Verpflichtung sind wir selbst.

Das Freizeitsyndrom

Wir brauchen Freizeit, um ein glückliches Leben zu führen und Stress abzubauen. Unser Geist muss sich gelegentlich entspannen können und aufhören, so hart zu arbeiten. Daher sind Freizeitaktivitäten eine gute Alternative zur Erholung. Außerdem bringen sie Spaß. Freizeit kann jedoch auch zu einer Quelle von Stress und Unsicherheit werden, wenn uns Verpflichtungen und Engagement ersticken.

Der Psychologe Ad Vingerhoets, Professor an der Universität Tilburg in den Niederlanden, beschloss, eines seiner persönlichen Probleme zu analysieren. Er war nie krank, außer am Wochenende. Um sein Experiment durchzuführen, fragte er, ob andere Menschen dasselbe erlebt hätten. Er stellte fest, dass er nicht der Einzige war, dem es so ging. Auch andere Menschen wurden vorzugsweise in den Sommerferien, an den Weihnachtsfeiertagen oder am Freitag krank.

Eine Frau sitzt entspannt in einem Sessel und lacht.

Die Psychologin María Jesús Gonzalez erklärt, dass es sich bei diesem Phänomen nicht um eine tatsächliche Krankheit handelt. Sie geht davon aus, dass die medizinisches Befunde das Problem nicht sehr gut beschreiben und es keinen konkreten Behandlungsplan gebe. Heute wissen wir, dass dieses Freizeitsyndrom, das Vingerhoets beschrieben hat, nur ein Ausdruck der Angst ist.

Um unsere Hobbys und Freizeit zu genießen, müssen wir mit uns selbst und mit den Aktivitäten, denen wir nachgehen, realistisch sein. Wir müssen einen vernünftigen Zeitplan erstellen und dürfen Zusagen nicht ohne Grund geben. Es ist entscheidend, dass wir nicht vergessen, wie wichtig diese Momente der Ruhe und der Entspannung sind. Finden wir einen Draht zu uns selbst!