Lernen in Bewegung: Entdecke die Vorteile

Bewegung im Unterricht fördert die Konzentration und die Lernleistung.
Lernen in Bewegung: Entdecke die Vorteile
Elena Sanz

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Elena Sanz.

Letzte Aktualisierung: 22. Dezember 2022

Kinder lernen begeisterter und motivierter, wenn sie den Lernstoff mit allen Sinnen und in Bewegung experimentieren. Kurze Bewegungspausen zwischen den verschiedenen Unterrichtsfächern sind zwar sehr positiv, doch auch während der Präsentation der Lerninhalte ist Bewegung äußerst vorteilhaft. Erfahre heute mehr über dieses interessante Thema.

Lernen in Bewegung statt Frontalunterricht im Klassenzimmer
Der klassische Frontalunterricht zwingt Kinder zu einer passiven Haltung, was für den Lernprozess keinesfalls vorteilhaft ist.

Lernen in Bewegung

Bewegung im Unterricht hat viele Vorteile: Es lohnt sich, die Kinder aus ihren Stühlen zu holen, damit sie im Lernprozess eine aktive Rolle übernehmen können. Im Grundschulalter haben Kinder in der Regel eine Konzentrationsfähigkeit von maximal 20 Minuten, aktive Übungen und frische Luft helfen ihnen, sich besser auf den Schulstoff zu konzentrieren und diesen im Gedächtnis zu verankern. Wir nennen anschließend weitere Vorteile, die das Lernen in Bewegung mit sich bringt.

1. Gesundes Körpergewicht

Studien zufolge sind rund 9,5 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig und 5,9 % adipös. Lernen in Bewegung kann einen Beitrag leisten, diesen Trend zu verändern und den Kindern gleichzeitig helfen, ihre kognitiven Fähigkeiten zu verbessern.

2. Mehr Konzentration und bessere Impulskontrolle

Für Kinder mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist der Frontalunterricht eine schwierige Herausforderung. Sie haben Probleme mit dem Stillsitzen und mit der Impulskontrolle. Körperliche Aktivität hilft ihnen, ihre Aufmerksamkeit zu fokussieren und verbessert die Fähigkeit, von einer zu einer anderen Aufgabe zu wechseln.

Die Reaktionsgenauigkeit und Reizverarbeitung (nach dem Training) verbessert sich sowohl bei gesunden Kindern als auch bei solchen mit ADHS. Außerdem kann Lernen in Bewegung auch die Rechen- und Leseleistung in beiden Gruppen fördern.

3. Verbesserung der kognitiven Prozesse

Darüber hinaus werden auch andere geistige Prozesse wie Kreativität, Wahrnehmung, Gedächtnis, verbale Fähigkeiten und die kognitive Entwicklung durch Bewegung und Sport gefördert. Körperliche Aktivität kann sogar zu einer Verbesserung des IQ und der schulischen Leistungen führen.

4. Effektiveres Lernen

Schließlich erleichtert das Lernen in Bewegung die Konsolidierung von Informationen und die Aneignung von Wissen. Einerseits ist dies auf die aktive Rolle, die das Kind übernimmt, zurückzuführen. Andererseits verbessert Bewegung jedoch auch die synaptische Plastizität und die neuronale Kommunikation. Dadurch wird das Gedächtnis gestärkt, deshalb fällt es den Kindern leichter, die Lerninhalte zu festigen.

Lernen in Bewegung
Lernen in Bewegung verbessert die kognitive Leistung.

Lernen in Bewegung im Klassenzimmer

Der Unterricht muss gut vorbereitet sein, damit das Lernen in Bewegung nicht zum Chaos wird. Die Kreativität der Lehrkräfte ist hier gefragt. Es gibt viele Möglichkeiten, sinnvolle Aktivitäten zu integrieren, die es den Kindern ermöglichen, Wissen zu erwerben, während sie sich bewegen: Von der Schatzsuche bis zum Slalom zwischen den Stühlen, einer Choreografie, Balanceübungen oder klassischen Bewegungsspielen mit Schwungtuch ist alles erlaubt.

Auch Sitzbälle oder bewegliche Hocker sind sehr vorteilhaft, um Bewegung in den Unterricht zu bringen. 

Der Aufwand lohnt sich, denn der bewegte Unterricht wirkt sich sehr positiv auf die körperliche, geistige, emotionale und soziale Entwicklung der Kinder aus.

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