Leidest du an einer versteckten Depression?

· 31. Januar 2018

Die versteckte Depression ist etwas, worüber nicht oft gesprochen wird. Das ist eine besorgniserregende Tatsache, wenn man bedenkt, dass die Zahl der an einer Depression Erkrankten weltweit stärker gestiegen ist als die der meisten anderen Krankheiten und Leiden. Jedoch bleiben die Symptome oftmals unbemerkt, selbst von der Person, die sie erlebt.

Es könnte viele Menschen auf der Welt geben, die wirklich Hilfe brauchen, es aber noch nicht erkannt haben. Das Problem daran ist, dass psychische Leiden dazu neigen, komplexer zu werden, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden. Und sind da noch all die „Nebenwirkungen“, die das Leiden im sozialen Umfeld der Person verursacht.

„Edle Taten und heiße Bäder sind die besten Heilmittel gegen die Depression.“

Dodie Smith

Es ist wichtig, dass du die Gefühle mangelnder Akzeptanz oder der Enttäuschung nicht übergehst, wenn sie andauern. Betrachte sie nicht als einen Feind. Sie könnten dich vor einem tiefer liegenden Problem warnen. Du solltest auch nicht die folgenden Anzeichen ignorieren, die typische Symptome einer versteckten Depression sind:

In der Routine bleiben, ein Zeichen der versteckten Depression

Menschen neigen dazu, Routinen auszugestalten, um sich ihr Leben leichter zu machen. Vor allem tun sie das, um sich Aufgaben zu erleichtern, die von Natur aus mehr Routine als neue Herausforderung sind. Wenn sich jeder Tag komplett von dem vorherigen unterscheiden würde, müssten wir zu viel Energie dafür aufbringen, uns ständig neu anzupassen.

Routine ist für einfachen Handlungen deshalb positiv, für Handlungen, die keine neue Herangehensweise und keinen neuen Blickwinkel brauchen. Es ist auch normal, dass wir in den wichtigsten Aspekten in unserem Leben nach Stabilität suchen sollten.

Mann mit einer Depression

Unsere Routine wird problematisch, wenn sie Langeweile verursacht oder wenn unser Alltag träge wird. Es könnte eine versteckte Depression dahinterstecken, wenn man in einer Routine lebt, die kein Wohlbefinden in unser Leben bringt. Und auch, wenn jede Veränderung Abneigung in uns erzeugt oder uns ärgert. Es ist nicht normal, wenn du aufgrund mangelnden Interesses oder fehlenden Vertrauens die Zeit einfach verstreichen lässt.

Zuflucht in Lügen suchen

Diejenigen, die öfter über Belange lügen, die sich auf ihr Leben beziehen, die aber wenig relevant sind, könnten eine versteckte Depression haben. Wenn sie nach ihrem Befinden gefragt werden, sagen sie immer, dass es ihnen gut gehe, obwohl diese Antwort weit von der Wahrheit entfernt ist. Wenn Menschen die Tatsache kommentieren, dass sie „lustlos“ scheinen, erwidern sie schlicht, dass sie müde seien. Sie meiden es, über ihren wahren Gemütszustand zu sprechen, und erfinden manchmal Geschichten darüber, was sie in ihrer Freizeit tun.

Es ist für sie eine alltägliche Angelegenheit, nach Ausreden zu suchen, wenn Pläne gemacht werden. Sie haben Angst vor gesellschaftlichem Beisammensein. Und obwohl ihnen ihre Routine langweilig ist, haben sie tatsächlich Angst davor, etwas anderes zu machen, etwas das für sich eben nicht mehr normal ist.

Sie wollen andere nicht wissen lassen, wie es ihnen wirklich geht. Sie verstecken ihre Gemütslage bewusst, denn tief drinnen wissen sie, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Aber zugeben wollen sie es dennoch nicht.

Sich unwohl fühlen, wenn man mit anderen Menschen zusammen ist

Die systematische Isolation ohne wahre Absicht ist ein unübersehbares Zeichen dafür, dass etwas mit unseren Emotionen nicht stimmt. Sie ist nicht Ausdruck von Schüchterheit oder Introvertiertheit. Menschen mit einer versteckten Depression neigen dazu, sich genervt zu geben, wenn sie jemanden an ihrer Seite haben. Und dennoch fühlen sie sich einsam.

Frau mit zwei Gesichtern

Die meisten Konversationen, an denen sie beteiligt sind, haben den Duft von etwas Oberflächlichem, Künstlichem. Von etwas Programmiertem und Geplantem, nichts Natürlichem. Sie sprechen nur über allgemeine Themen, diejenigen, die sie nicht persönlich betreffen. Wenn jemand mehr über ihr Leben wissen möchte, wenn jemand über die bloße Höflichkeit hinausgeht und eine Beziehung aufbauen möchte, die auf Vertrauen basiert, umgehen sie die Konversation. Sie signalisieren dann eindeutig, dass sie niemandem näherkommen möchten. Sie können lächeln und freundlich sein, doch sie lassen immer eine Schranke herab, sobald andere versuchen, sie näher kennenzulernen.

Der übermäßige Konsum stimulierender Substanzen

Ein anderes Symptom, das uns an eine versteckte Depression denken lassen sollte, ist der Konsum stimulierender Substanzen. Diejenigen, die an diesem Problem leiden, ohne es zu erkennen, suchen nach einer Kompensation für ihr Leeregefühl und ihr Desinteresse, und zwar in chemischen und biologischen Reizen, die ihnen erlauben, sich ein wenig besser zu fühlen.

Oft beginnen sie damit, übermäßig Alkohol, Koffein oder zuckerhaltige Lebensmittel zu konsumieren. Diese sorgen für eine Stimulation, die als notwendig wahrgenommen wird. Alarmierend sind dabei die Häufigkeit des Konsums und die Mengen, die konsumiert werden.

Kranke Frau verschränkt die Arme vor ihrem Körper

Mit einer versteckten Depression tauchen oft auch Begleitsymptome auf. Darunter fallen Schlafstörungen, Veränderungen der Essgewohnheiten, ein Gefühl der Leere und Verlassenheit sowie mangelndes Interesse an den meisten Aktivitäten, die zuvor Freude bereitet haben.

Wenn du jemanden kennst, der diese Symptome zeigt, solltest du ihn im Auge behalten. Respektiere seine Privatsphäre, doch sei liebevoll und dazu bereit, ihm zuzuhören und ihn zu unterstützen. Wenn du den Verdacht hast, dass du selbst an einer versteckten Depression leidest, dann nimm diesen Verdacht sehr ernst.

Manchmal sind kleine therapeutische Handlungen oder eine kurze Therapie genug, um die Unzufriedenheit loszuwerden, die es uns nicht erlaubt, das Leben zu genießen.