Die verlorene Seele: Wodurch ist sie gekennzeichnet?

01 März, 2021
Die verlorene Seele ist ein Zustand, in dem ein Mensch verwirrt darüber ist, was er fühlt, was er denkt und was er möchte. Es ist ein Verlust, bei dem Traurigkeit und Ängste an Stärke gewinnen.

Die verlorene Seele ist ein Konzept, unter dem sich die meisten Menschen irgendetwas vorstellen können, wenn sie davon hören. Dennoch ist es nicht einfach, all dies in Worte zu fassen, da es ein wenig zweideutig ist. Erstens, weil die Vorstellung über die “Seele” selbst etwas vage ist. In der Religion ist sie gleichbedeutend mit einer immateriellen Substanz, die den Körper bewohnt. Umgangssprachlich ist damit aber die innere Welt gemeint.

Außerdem solltest du wissen, dass die Vorstellung über die verlorene Seele in vielen Mythen und Legenden allgegenwärtig ist. Im Allgemeinen bezieht sie sich auf einen körperlosen Geist, der dazu verdammt ist, ewig umherzuwandern, als Folge eines Verlustes oder aufgrund einer nicht beglichenen Schuld. Auf die eine oder andere Weise ist die psychologische Sicht sehr ähnlich.

Aber der Begriff “verlorenen Seele” taucht nicht nur in der Psychologie auf, sondern auch in unterschiedlichen Bereichen wie der Psychiatrie oder dem Schamanismus. Obwohl es gewisse Unterschiede gibt, hat er dennoch in all diesen Bereichen eine sehr ähnliche Bedeutung. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, dann solltest du einfach weiterlesen!

“Du bist ein Künstler des Geistes. Finde dich selbst und drücke dich auf deine eigene Weise aus. Drücke deine Liebe offen aus. Das Leben ist nichts als ein Traum.”

-Don Miguel Ruiz-

verlorene Seele - deprimierte Frau

Die verlorene Seele aus psychologischer Sicht

Obwohl eine verlorene Seele in der Psychologie keiner bestimmten Kategorie zugehörig ist (es ist noch nicht einmal ein Syndrom), ist dies dennoch eines jener Konzepte, auf die viele Psychologen bei der Arbeit mit Modellen zurückgreifen.

Menschen mit einer verlorenen Seele sind genau genommen nicht wirklich deprimiert oder ängstlich. Dennoch gibt es Merkmale, die auf eine mangelnde Verbindung mit sich selbst hindeuten.

Die vier grundlegenden Merkmale, die eine verlorene Seele charakterisieren, sind folgende:

  • Diese Menschen verhalten sich defensiv. Im Allgemeinen haben sie tiefe Ängste. Infolgedessen bauen sie Barrieren auf, die sie davon abhalten, diese überhaupt wahrzunehmen. Allerdings besteht das Problem darin, dass sie auch sich selbst nicht kennen, weil diese Ängste alles durchdringen.
  • Sie sind engstirnig. Verlorene Seelen haben häufig unerschütterliche Überzeugungen und Ansichten. In Wahrheit sind ihre Werte und Glaubenssysteme aber ein Teil ihres Schutzschildes. Daher weigern sie sich auch, diese neu zu bewerten.
  • Außerdem begehen sie immer wieder die gleichen Fehler. Diese Menschen finden sich wiederholt in den gleichen widrigen Situationen. Teilweise ist dies auch ein Grund dafür, dass sie sich defensiv verhalten.
  • Verlorene Seelen fühlen sich entwurzelt. Sie fühlen sich als Fremde im eigenen Zuhause. Sie haben weder einen festen Freundeskreis noch entwickeln sie eine große Leidenschaft für ihre Arbeit oder die Hobbys, mit denen sie ihre Zeit verbringen.

Das Konzept der verlorenen Seele im Schamanismus

Diese Philosophie entspricht nicht ganz dem Konzept der verlorenen Seele, sondern spricht vielmehr vom Verlust der Seele. Obwohl dies in gewisser Weise ein ähnliches Konzept ist, so ist es dennoch nicht identisch. Letzteres ist eher ein Teil der sozialen Angst. Häufig ist dies ein kulturelles Syndrom.

Beim Verlust der Seele ist das Gefühl charakteristisch, nicht mehr du selbst zu sein. Oder das Gefühl zu haben, dass Teile von dir schlummern oder du diese vollkommen verloren hast. Infolgedessen verlierst du auch deine Energie und Vitalität. Darüber hinaus könntest du auch ein starkes Gefühl von innerer Leere und Angst empfinden, welches fast immer von Depressionen und Erschöpfung begleitet ist.

Soziale Angststörungen gibt es beispielsweise auch im mexikanischen Schamanismus. Einige der Symptome sind folgende:

  • Du nimmst dich selbst als einen Fremden wahr, du bist dir selbst fremd.
  • Darüber hinaus leidest du unter Süchten und Abhängigkeiten.
  • Alles fühlt sich dunkel an.
  • Du ziehst dich von anderen Menschen zurück und hast Angst davor, mit ihnen in Kontakt zu treten.
  • Des Weiteren bist du permanent müde und erschöpft.
  • Obwohl du den Drang nach Veränderung verspürt, bist du unfähig, etwas zu unternehmen.
verlorene Seele - besorgter Mann

Wieder eins werden mit sich selbst

Niemand wird eine verlorene Seele oder verliert seine Seele, ohne dass es dafür einen guten Grund gäbe. Damit du dich selber erkennen kannst, muss es zunächst einmal einen Menschen geben, der dich erkennt. Jemanden, der dir sagen kann, dass du immer noch da bist. In einer normalen kindlichen Entwicklung ist dies die Aufgabe der Mutter und anderer Betreuungspersonen.

Leider passiert dies aber nicht immer. Oft sind Mütter einfach nicht da oder sie weigern sich, dich zu erkennen, weil sie es nicht können. Außerdem kann es passieren, dass du während der Kindheit verstörende und schmerzhafte Situationen erlebst und diese Umstände dann so invasiv sind, dass sie keinen Raum für deine Selbsterkenntnis lassen.

Es gibt unzählige Gründe, warum ein Mensch eine Mauer zwischen sich und dem Rest der Welt errichten könnte. Dennoch geht es hauptsächlich darum, nicht der Mensch zu sein, der du wirklich bist. Unter solchen Umständen entsteht das Gefühl der Fremdheit gepaart mit dem Gefühl, dass du keinen Ort hast, an den du gehen könntest. Oder du hast das Bedürfnis, früher oder später irgendwohin gehen zu wollen. Diese Menschen haben ihre Seele nicht verloren, aber sie halten sie hauptsächlich als selbst auferlegten Abwehrmechanismus unter Verschluss.

Den Weg zurück zu sich selbst zu beschreiten ist eine mühsame Aufgabe. Und allzu häufig ist der Wunsch danach noch nicht einmal vorhanden. Dennoch solltest du wissen, dass du eine solche Reise unternehmen und herausfinden kannst, wer du wirklich bist. Vielleicht benötigst du dabei Hilfe, aber du kannst es auf jeden Fall schaffen, wenn du das möchtest!

Bustabad, S. A. (2008). Inmunología clínica y estrés. En busca de la conexión perdida entre el alma y el cuerpo. Rev Cubana Salud Pública, 34(3), 1-2.