Angst: Eine dauerhafte Achterbahnfahrt

· 11. September 2016

Das Gefühl, dass alles außer Kontrolle gerät, anhaltende Anspannung, Nervosität, übermäßige Besorgnis, Unruhe, Schlaflosigkeit, zuckende Augenlider, Konzentrationsprobleme… All diese Zeichen sind typisch für Angst und stellen ein Problem dar, wenn sie sehr häufig auftreten. Aber Angst ist keine seltene Krankheit. In Wahrheit leiden viele Menschen darunter. Tatsächlich wird es in unserer heutigen Gesellschaft immer mehr zu einem ernsten Problem. 

Heute werden wir uns auf ein paar Wege konzentrieren, mit deren Hilfe wir die Angst erkennen und verstehen können. Unser Ziel ist es, dir dabei zu helfen, die Angst durch die Gefühle, die sie auslöst, zu identifizieren.

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Gefühle, die durch Angst ausgelöst werden

Angst ist das Gefühl, dass unsere Brust eng wird. Sie entkräftet uns, blockiert uns und verunsichert uns. Sie lässt ein Loch in unserer Magengrube entstehen, lähmt uns und dringt in unser Wesen ein. Eine überwältigende Schlacht von Gefühlen, Gedanken und Verhaltensweisen, die uns sowohl psychisch als auch körperlich überwältigt. Angst warnt uns davor, dass wir auf etwas in unserem Leben aufpassen sollten. Das bedeutet, dass etwas passiert und unsere Aufmerksamkeit erfordert.

In einem anderen Artikel erklärten wir, warum die Angst ein Monster ist, das sich von unserem Adrenalin ernährt. Ein Monster, dem wir Aufmerksamkeit und Wichtigkeit schenken. Sobald uns etwas erregt und in Alarmbereitschaft versetzt (sei es ein Gedanke, etwas, das wir sehen, ein bestimmtes Verhalten, etc.), dann beginnt unser Adrenalinspiegel zu steigen und das Monster in unserem Inneren wacht auf, weil es seine nächste Mahlzeit wittert.

Zunächst ist das positiv, denn es kann uns helfen, einen Unfall zu vermeiden. Wie auch immer, wenn wir das Monster wach halten, dann wird es sich von unserem Adrenalin ernähren und immer größer werden. Bald wird es uns all unsere Energie wegnehmen und unser Leben mit einer riesigen Menge von Angst fluten. 

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Eine Metapher, die dir dabei helfen soll, die Angst zu verstehen

Du bist in einem Vergnügungspark und siehst eine Achterbahn. In der Absicht, viel Spaß zu haben, stellst du dich in der Schlange an, um ein Ticket für die Fahrt zu kaufen. Die Sonne ist an diesem Tag sehr heiß. Deshalb bist du schon ziemlich müde, als du dein Ticket bekommst.

Doch das sollte dir doch nichts ausmachen, denn du bist ja in einem Vergnügungspark! Deshalb nimmst du also in einem der Wagen Platz und versuchst, Spaß zu haben. Doch plötzlich schlägt dir ein Arbeiter, der als Clown verkleidet ist, auf den Kopf und lässt dich mit großen Schmerzen zurück. Das entmutigt dich noch mehr.

Zu allem Überfluss fährt der Wagen der Achterbahn, in dem du sitzt, einen schnellen 360° Looping. Und plötzlich ist das, was dir zunächst so verlockend vorkam, gar kein Spaß mehr für dich. Deine Gedanken spielen verrückt und drehen sich wie wild in deinem Kopf. Du kannst nicht aufhören, die Anspannung ist konstant und du fühlst dich, als würde dein Herz jede Sekunde aufhören zu schlagen. Du gehst hoch und runter, durch einen dunklen Tunnel, verlierst die Kontrolle und dein Magen dreht sich um.

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Du würdest gern sofort aussteigen, doch das geht nicht. Du schreist, weinst, jammerst, schluckst deine Spucke hinunter und fühlst, wie dein Herz immer schneller und stärker schlägt. Doch niemand kann dir dabei helfen, aus dieser Situation herauszukommen. Alle deine Bemühungen sind vergeblich.

Endlich ist die Fahrt vorbei. Du steigst aus, erdrückt von der Trägheit intensiver Angst und kannst nicht mehr klar denken. Du bist wirklich total fertig und fühlst dich, als hätte dich ein Bulldozer mehrmals überfahren.

Angst zu fühlen ist, als würde man in einer Achterbahn sitzen, aber überhaupt keinen Spaß bei der Fahrt haben. Früher oder später hört die Fahrt beziehungsweise die Attacke auf. Du weißt, dass es einen Höhepunkt gibt und von dort aus beginnt alles, sich zu beruhigen. Aber dennoch hast du eine miserable Zeit. Alles bringt dich durcheinander und gibt dir das Gefühl, als hätte dir eine Gewitterwolke gerade all dein Hab und Gut und sogar deine Identität genommen.

Wenn du einmal an Angst oder einer Panikattacke leidest, wäre es gut für dich, diese Metapher im Hinterkopf zu behalten. Es ist wichtig, daran zu denken, dass das Monster durch die gleiche Tür wieder verschwindet, durch die es hereingekommen ist. Es ist nur eine Frage der Zeit.