3 Wege, den Seelenmuskel zu dehnen

· 27. April 2018

Der Musculus psoas, auch „Seelenmuskel“ genannt, ist der am tiefsten gelegene Muskel der Hüftmuskulatur und darüber hinaus derjenige, der am meisten zur Stabilisierung des menschlichen Körpers beiträgt. Dieser Muskel, der die Wirbelsäule und die Beine verbindet, hilft uns, aufrecht zu stehen und ermöglicht es uns, unsere Beine zu heben, damit wir gehen können. Er hilft uns zudem, Haltung und Gleichgewicht zu bewahren, verleiht uns Bewegungsfreiheit in Hüfte und Wirbelsäule und schützt die Organe im Bauchraum. Befindet sich der Psoasmuskel in einem guten Zustand, begünstigt er eine korrekte Körperhaltung, die sich wiederum positiv auf unser Gemüt ausübt.

 

Wegen seiner Beziehung zum Zwerchfell, zur Atmung und zum zentralen Nervensystem wird er auch „Seelenmuskel“ genannt: Wir wissen, dass der Atemrhythmus eine bidirektionale Beziehung zu unserem emotionalen Zustand pflegt. Wir können den Psoasmuskel somit als Botschafter unseres psychischen Zustandes bezeichnen. Schließlich hilft uns dieser Muskel dabei, unseren Geist mit Sauerstoff zu versorgen.

Der Musculus psoas oder „Seelenmuskel“ gilt als Sprachrohr unserer Emotionen. Dazu zählen sowohl Schmetterlinge im Bauch als auch Magenschmerzen. 

Der Einfluss des Musculus psoas auf unseren Geisteszustand

Stress, gepaart mit dem damit einhergehenden Lebensstil, kann den Psoas belasten und zu dessen Verkürzung oder Verhärtung führen. Diese Tatsache erzeugt Schmerzen im Rücken, Verdauungsprobleme, Beschwerden während der Menstruationen usw. Wenn der Stress chronisch wird, werden auch die Veränderung im Psoasmuskel permanent. Dies beeinflusst unseren physischen und emotionalen Zustand, erzeugt großes Unbehagen und endet mit körperlicher Erschöpfung.

Frau meditiert vor Sonnenuntergang

Je stärker und flexibler der Seelenmuskel ist, desto mehr Lebensfreude strahlen wir aus. Gleichzeitig kann die Energie freier durch unseren Körper fließen. Trainieren wir ihn also!

Übungen zur Entspannung des Seelenmuskels

Um die Flexibilität dieses Muskels zu steigern und ihn zu stärken, gibt es mehrere Übungen. So zielen bestimmte Techniken des Yoga darauf ab, diesen Muskel zu trainieren. So werden unnötige Spannungen gelöst. Die befreienden Bewegungen helfen uns zudem dabei, zu uns selbst du finden. 

Bezüglich der anatomischen Grundlagen sei gesagt, dass der Muskel, wie auf dem nachfolgenden Bild zu sehen, am 12. Burstwirbel seinen Ursprung hat, sich über die fünf Lendenwirbel fortsetzt und am oberen Teil des Oberschenkelknochens ansetzt.

Musculus psoas

Wir wollen nun einige Übungen betrachten, mit denen wir den Seelenmuskel dehnen und stärken können. Bevor wir jedoch beginnen, ist es wichtig zu erwähnen, dass wir jede Position für ein paar Sekunden halten müssen und jeweils auf beiden Seiten ausführen sollten. Darüber hinaus ist eine tägliche Wiederholung empfehlenswert.

1. Ausfallschritt

  • Stelle deine Beine etwa hüftbreit voneinander auf.
  • Achte auf einen geraden Rücken, so trainierst du gleichzeitig die Bauchmuskeln.
  • Mache mit dem rechten Bein einen Schritt nach vorn.
  • Strecke das linke Bein in Richtung des Bodens, bis es komplett ausgestreckt ist.
  • Lege deine Hände auf dein rechtes Knie und halte diese Position für ein paar Sekunden.
  • Richte dich ruhig auf und wiederhole die Übung anschließend auf der anderen Seite.
Übung Ausfallschritt

2. Streckung des Rückens

  • Lege dich auf einer Matte auf den Rücken.
  • Breite die Arme zu beiden Seiten aus. Die Handflächen müssen dabei den Boden berühren.
  • Lege dein rechtes Knie über dein linkes Bein, drehe die Hüfte, sodass dein Knie in Richtung des Bodens zeigt.
  • Das linke Bein sollte dabei nicht gebeugt werden.
  • Halte diese Position für einige Sekunden und wiederhole die Übung mit dem anderen Bein.
Übung zur Rückenstreckung

3. Knie zur Brust

  • Lege dich auf den Rücken. Nutze dabei eine Matte.
  • Ziehe dein linkes Knie zur Brust und halte es mit beiden Händen fest.
  • Der rechte Fuß darf dabei nicht vom Boden abheben.
  • Verbleibe in dieser Position für einige Sekunden und wechsle dann das Bein.
Übung Knie zur Brust

Es handelt sich hierbei um Übungen, die einfach auszuführen sind. Wiederholen wir sie täglich, fördern wir sowohl unser physisches als auch psychisches Gleichgewicht. Sich täglich ein wenig Zeit zu nehmen und die Psyche mit Sauerstoff zu versorgen, ist etwas, dass wir nicht aufschieben sollten.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Claudia Tremblay