In welchem Zusammenhang stehen Emotionen und Ernährung?

· 20. März 2018

Unsere Emotionen haben einen starken Einfluss darauf, wie wir unsere Ernährung und Essgewohnheiten gestalten. Darüber hinaus hat man herausgefunden, dass der Zusammenhang zwischen Emotionen und Ernährung bei übergewichtigen Menschen stärker ist als bei normalgewichtigen Menschen und Personen, die sich gesund ernähren. Das verrieten uns die Autoren Sánchez und Pontes im Jahr 2012. In diesem Zusammenhang geht man davon aus, dass unsere Emotionen an sich nicht die Ursache von Übergewicht seien, sondern dass es viel mehr die Art und Weise sei, wie wir mit diesen Gefühlen und Faktoren umgehen, die am meisten Einfluss auf die Entstehung von Übergewicht nehmen.

Was wir essen, beeinflusst nicht nur, wie wir uns fühlen, sondern unsere Gefühle wirken sich wiederum darauf aus, was wir essen. Cooper und andere Autoren sagten uns bereits 1998, dass die Schwierigkeit bei der Regulierung von negativen Stimmungslagen sich stark darauf auswirke, ob sich eine Essstörung entwickle und verschärfe.

Die emotionale Regulierung bezieht sich auf den Umgang mit den eigenen Gefühlen, wobei die Umstände und die emotionale Verfassung der Menschen bedacht wird. Hinsichtlich dessen konnte man beobachten, dass Scham und Schuldgefühle Emotionen sind, die sich besonders negativ auf die Ernährung auswirken können. Wie wir sehen können, ist der Zusammenhang zwischen Emotionen und Ernährung weitaus wichtiger als wir vielleicht denken.

„Was wir denken, beeinflusst unsere Gefühle, aber auch das, was wir essen.“

Montse Bradford

Gehirn mit vielen Lebensmitteln darin

Wie wichtig der Zusammenhang zwischen Emotionen und Ernährung für unsere Gesundheit ist

Wir Menschen entwickeln verschiedene Verhaltensweisen als Reaktion auf unsere Gefühle, und das abhängig von verschiedenen Faktoren, wie das uns umgebende Umfeld und unserer Fähigkeit, unsere Emotionen zu entschlüsseln und mit ihnen umzugehen. Daraus resultiert, ob wir unser Gewicht besser oder schlechter kontrollieren können. Zum Beispiel hat man beobachtet, dass je emotionaler ein Mensch isst, desto unkontrollierter die Anzahl seiner Mahlzeiten ist und dass umso häufiger das Frühstück weggelassen wird. Daran lässt sich erkennen, dass es definitiv einen Zusammenhang zwischen unseren Emotionen und unserer Ernährung gibt.

Der emotionale Faktor, der sich am stärksten auf sich wenig bewegende Menschen auswirkt, ist, dass sie alles Mögliche essen und Gelüsten nach bestimmten Lebensmitteln, wie Schokolade und Backwaren, nachgeben. Bei sportlichen Menschen jedoch haben Schuldgefühle, wie die Angst vor der Waage und davor, Süßes zu essen, einen größeren Einfluss als Heißhungerattacken. Emotionale Faktoren sind bei unsportlichen Menschen dysfunktionaler als die bei athletischen. Unbeherrschbare Gelüste und eine unkontrollierte Ernährung stehen in engem Zusammenhang mit Überernährung und Essstörungen.

Es gibt eine bestimmte Gruppe von Menschen, die aufgrund ihrer Essgewohnheiten „unterdrückte Esser“ oder „chronische Diätfanatiker“ genannt werden. Diese Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie große Angst vor einer Gewichtszunahme haben und ihre Ernährung durch Diäten einschränken. Paradoxerweise erhöhen diese Personen unter diesen einschränkenden Bedingungen die Wahrscheinlichkeit einer Überernährung.

Übermäßig viel zu essen kann nicht nur zur Folge haben, dass wir uns müde fühlen und ständig immer mehr essen wollen, sondern kann noch dazu zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Der Zusammenhang zwischen Emotionen und Ernährung soll so genutzt werden, dass wir genau das essen, was wir brauchen. Unser Gefühl muss uns bewusst machen, welche Ernährung wir brauchen.

„Durch unsere Ernährung können wir Gesundheit oder Krankheit beeinflussen.“

Montse Bradford

Wer sich selbst verbietet zu essen, riskiert, an einer Fresssucht zu erkranken

Je mehr man sich etwas verbietet, desto größer wird der Wunsch danach. Normal zu essen muss das Hauptziel bei der Behandlung eines unkontrollierten Essverhaltens sein. Wer sich selbst Essen verbietet, verstärkt dadurch sein Verlangen nach Essen und begünstigt somit eine unkontrollierte Ernährung, was ernsthafte Folgen für die Gesundheit haben kann.

Um zu verdeutlichen, dass Lebensmittelverbote zur Fresssucht führen können, möchte ich dir einen Satz sagen, an den du dich später nicht mehr erinnern sollst: „In einem Zimmer fliegt ein gelber Schmetterling umher.“ Es wird genau der gegenteilige Effekt erzielt, wenn man uns sagt, dass wir uns nicht an etwas erinnern sollen – dann können wir nicht mehr aufhören, an genau diesen Umstand zu denken. Der Grund dafür ist unser Unterbewusstsein. Das Unterbewusstsein hat zum Großteil die Aufgabe, unseren Körper zu leiten, indem es Informationen durch unsere Gefühle moduliert, interpretiert und speichert.

Paar isst gemeinsam ein Eis

Eine grundlegende Eigenschaft des Unterbewusstseins ist, dass es mithilfe von Symbolen und Bildern anstatt mit Texten oder Buchstaben arbeitet. Das bedeutet, dass das Unterbewusstsein keine negativen Begriffe verarbeitet. Wenn wir uns sagen: „Ich darf keine Pommes essen“,  hat das Unterbewusstsein nur das Bild von Pommes vorm Auge und wir bekommen folglich noch mehr Lust darauf, Pommes zu essen. Das soll nicht heißen, dass das immer passiert, aber es erhöht die Wahrscheinlichkeiten, dass es geschieht, erheblich.

Eine gesunde Ernährung ist sehr hilfreich, um ein Gleichgewicht zwischen einem gesunden Körper und einer gesunden Seele zu finden.

Eine von Emotionen geleitete Ernährung

Wenn wir Essen dazu benutzen, um unser Gemüt zu beruhigen, lassen wir uns in Ernährungsangelegenheiten von unseren Emotionen leiten. In gewisser Weise verdecken die Sorge um unser Gewicht und unseren Körper tiefgründigere Sorgen. Daraus wird ein Teufelskreis aus Sorgen, für die keine Lösung gefunden wird und die unsere Fähigkeit, zu wachsen und uns weiterzuentwickeln, ausbremsen.

Jedes Organ lässt diese oder jene Emotionen entstehen. Abhängig davon, welches Lebensmittel wir zu uns nehmen, werden wir ganz unterschiedliche Gefühle verspüren. Das passiert, weil jedes Nahrungsmittel unterschiedliche Organe „attackiert“. Wenn wir Lebensmittel zu uns nehmen, die unsere Leber blockieren, wie zum Beispiel Alkohol, werden Gefühle wie Wut, Zorn, Aggression oder Ungeduld leichter aufkommen.

Der Grund, warum Menschen mit emotionalen Problemen normalerweise auf Essen zurückgreifen, um sich besser zu fühlen, ist, dass viele Lebensmittel Tryptophan enthalten, eine Aminosäure, die für die Serotoninsynthese gebraucht wird. Hierbei dürfen wir nicht vergessen, dass ein niedriger Serotoninspiegel in Zusammenhang mit Depressionen und Sucht gebracht wird. Ein Serotoninmangel hat tatsächlich verschiedene negative Effekte auf den Organismus. Angst, Traurigkeit oder Reizbarkeit können die Folge sein. Weil der Körper selbst kein Tryptophan produziert, können wir diesen leeren Speicher durch unsere Ernährung wieder auffüllen. Deshalb funktionieren Lebensmittel, die reich an dieser Aminosäure sind, wie natürliche Antidepressiva.

Experten sind der Meinung, dass eine bestimmte Nahrungsmittelgruppe am besten dabei helfe, unsere Emotionen zu regulieren: Zerealien. Sie sind reich an B-Vitaminen, die das Nervensystem beeinflussen. Man fand heraus, dass der regelmäßige Verzehr von Zerealien hilft, Angst zu verringern und die von uns eingenommene Haltung angesichts von Problemen zu verbessern.

In bestimmten Momenten glauben wir, dass uns Essen davor schützen würde, negative Gefühle zu empfinden. Diese Denkweise verstärkt den Teufelskreis aus Emotionen und Ernährung.

Frau nascht vom Teig