Wie man die emotionale Gesundheit von Kindern mit Lernschwierigkeiten fördert

· 9. Juni 2018

Wir lernen ständig neue Dinge über Lernfortschritte und -behinderungen bei Kindern. Je weiter die Gesellschaft voranschreitet, desto deutlicher wird, dass wir Inhalte und Lehrstile an das Individuum anpassen müssen, wenn das Ziel bleiben soll, dass es sein Potenzial ausschöpft.

An Schulen hat man damit begonnen, gezielt Unterstützung zu leisten. Dabei kommen auch Spezialisten in Sonderpädagogik, Hör- und Sprachunterricht zum Einsatz. Aber trotz allem vernachlässigen wir immer noch einen grundlegenden Aspekt: die emotionale Gesundheit von Kindern mit scheinbaren Lernschwierigkeiten. Jetzt stellt sich die Frage: Was kann man tun, um diese Gruppe zu unterstützen und sicherzustellen, dass sie nicht stigmatisiert werden? Wie können wir die emotionale Gesundheit bei Kindern, bei denen Lernschwierigkeiten diagnostiziert wurden, verbessern?

„Sag es mir und ich vergesse es. Zeig es mir und ich erinnere mich. Lass es mich tun und ich lerne.“

Benjamin Franklin

Was fühlen Kinder mit Lernschwierigkeiten?

Es ist üblich, dass Kinder mit einer Lernbehinderung emotionales Unbehagen aufgrund ihrer „Einschränkung“ fühlen. Diese Gefühle können von Frustration und Traurigkeit bis hin zu Angst reichen. Natürlich dürfen wir nicht vergessen, dass diese emotionalen Probleme auch bei anderen Kindern auftreten können – aber es ist das Stigma, das damit einhergeht, dass man Erwartungen nicht gerecht werden kann, was Kinder mit Lernschwierigkeiten besonders belastet.

Das führt direkt zum Kern des Problems: Wie können Eltern überhaupt feststellen, ob ihre Kinder lernbehindert sind? Es gibt viele Warnzeichen, auf die zu achten ist. So ist es häufig der Fall, dass die Emotionen, die wir gerade erwähnt haben, in schulbezogenen Situationen auftauchen. Kinder können sie auf verschiedene Arten ausdrücken, zum Beispiel durch Weinen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Überdrehtheit.

„Wenn wir zu früh an unsere Grenzen stoßen, lernen wir es nicht, unsere Kräfte gezielt einzusetzen.“

Mignon McLaughlin

Junge weint und seine Mutter versucht, ihn zu trösten

Eine Lernbehinderung zu haben, bedeutet nicht, weniger intelligent zu sein

Die Gefühle, die wir erwähnt haben, können viele verschiedene Ursachen haben. Eine davon ist, dass Kinder mit Lernschwierigkeiten oft annehmen, dass sie dümmer seien als andere Kinder. Es ist extrem wichtig, dass ihre Eltern ihnen helfen, diese Gedanken zu ersetzen, weil sie nicht wahr sind.

Auf der einen Seite müssen Eltern dem Kind erklären, was Lernbehinderungen tatsächlich sind. Das Kind sollte so ein klares Verständnis davon entwickeln, dass Lernbehinderungen nichts damit zu tun haben, wie intelligent es ist. Eltern müssen zudem die Botschaft vermitteln, dass eine Lernbehinderungen es nicht weniger wertvoll macht. Seine Familie wird es deswegen nicht weniger lieben.

Dieser letzte Aspekt ist sehr wichtig. Wenn Kinder spüren, dass ihre Eltern mit der Diagnose nicht klarkommen, entwickeln sie das Gefühl, dass mit ihnen etwas nicht stimme. Eltern müssen daher Ruhe und eine positive Einstellung zu ihren Kindern bewahren.

Kind spielt Jenga

Bin ich anders, weil ich Lernschwierigkeiten habe?

Wenn du älter wirst, beginnst du, zu verstehen, dass jeder so ist, wie er ist. In der Psychologie nennen wir dieses Konzept „Individualität“. Aber als Kind willst du nur so sein wie die anderen Kinder. Deshalb ist es so wichtig, dass die Eltern eingreifen und ihren Kindern helfen, die Ursachen und Folgen dieser Diagnose zu verstehen, die sie anders aussehen lassen.

Wenn du deinen Kindern in dieser Hinsicht helfen willst, musst du sicherstellen, dass sie deine Aufmerksamkeit und Lob erhalten, wenn sie etwas richtig machen. Sie sollten nicht nur dann Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie aufgrund ihrer Lernschwierigkeiten Fehler machen. Denn egal, wie gut deine Absichten sind, es hilft nicht, sich nur auf die Fehler zu konzentrieren.

Schließlich solltest du noch herausfinden, ob die anderweitig eingeholte Unterstützung und der angepasste Lehrplan etwas bringt. Es könnte notwendig sein, diese aufgrund emotionaler und sozialer Veränderungen neu zu justieren. Hierbei müssen Eltern und Lehrer zusammenarbeiten, um dem Kind das Beste zu bieten.

„Ich habe gelernt, dass die Leute vergessen, was du sagst. Die Leute werden vergessen, was du tust, aber die Leute werden niemals vergessen, wie du sie hast fühlen lassen.“

Maya Angelou

Bücher und Stifte

All diese Anstrengungen überfordern mich

Vergiss nicht, dass Kinder mit Lernschwierigkeiten in der Regel mehr Zeit und Mühe für ihre Hausaufgaben aufwenden müssen. All diese zusätzliche Arbeit kann sie frustrieren und verärgern, weshalb es wichtig ist, dass ihre Eltern sie dabei begleiten. Es kann in dieser Hinsicht sehr motivierend und produktiv sein, mit kleineren, leichter erreichbaren Zielen zu arbeiten. Auf diese Weise wird den Kindern das Gefühl vermittelt, dass sie vorwärtskommen, anstatt sie einen unglaublich steilen Berg hinaufschauen zu lassen.

Bevor dieser Artikel zu Ende geht, möchten wir noch eine weitere Sache erwähnen, die großen Einfluss auf das emotionale Wohlbefinden von Kindern mit Lernschwierigkeiten hat: Eine Aktivität finden, in der sie gut sind. Zum Beispiel eine kreative Angelegenheit oder Sport, den sie genießen, etwas, das ihnen Erfüllung und Befriedigung bringt.

Lernbehinderungen können Kinder emotional beeinflussen, aber wir haben die Chance, ihnen zu helfen, das Beste aus sich herauszuholen!