Wie hilft Koffein unserem Gehirn beim Denken?

19. Oktober 2015 en Kuriositäten 0 Geteilt

Koffein ist als stimulierende Droge bekannt, die dabei hilft, unser Denkvermögen zu verbessern. Man geht davon aus, dass sie Adenosin-Rezeptoren blockiert, über die der entsprechende Neurotransmitter normalerweise die Gehirnaktivität vermindert. Koffein beeinflusst auch die Funktion anderer Neurotransmitter, zum Beispiel die von Noradrenalin, Dopamin und Acetylcholin. All diese Neurotransmitter haben sowohl Auswirkungen auf den Gemütszustand als auch auf unser Denkvermögen.

Diverse Studien belegen, dass Koffein unser Leistungsvermögen in verschiedenen Bereichen steigert, wir sind beispielsweise wachsamer, antworten und verarbeiten Informationen schneller. Hier wirken viele Faktoren zusammen, unter denen der tägliche Koffeinkonsum eine entscheidende Rolle spielt.

Eine Vielzahl von Wissenschaftlern hat an der Frage gearbeitet, ob die Effekte des Koffeins auf unsere Denkleistung wirklich für eine gesteigerte Gehirnaktivität verantwortlich sind und langfristig zur Vorbeugung von degenerativen Gehirnerkrankungen wie Morbus Alzheimer beitragen können.

Es gibt tatsächlich eine Hypothese, nach der der Koffeinkonsum im mittleren Lebensalter die Wahrscheinlichkeit, später an Morbus Alzheimer zu erkranken, verringern kann. Die Tatsache, dass diese Substanz nicht nur das kognitive Denkvermögen steigern, sondern außerdem zur Prophylaxe degenerativer Krankheiten beitragen kann, klingt vielversprechend. Für Kaffeeliebhaber ist das auf jeden Fall eine gute Nachricht.

Einfluss auf  das kognitive Denkvermögen

Laut einer von der Johns Hopkins University (Baltimore, Maryland, USA) durchgeführten und 2014 veröffentlichten Studie verbessert Koffeinkonsum unser Gedächtnis. An der Studie nahmen insgesamt 160 Frauen und Männer teil, denen eine Reihe von Bildern gezeigt wurde. Nach fünf Minuten gab man ihnen eine Tablette, die 200 mg Koffein enthielt, oder ein Placebo.

Nach 24 Stunden wurde überprüft, inwieweit sich die Probanden an die Bilderreihe erinnern konnten. Jene, die eine koffeinhaltige Tablette erhalten hatten, zeigten bessere Ergebnisse, als diejenigen, die das Placebo bekommen hatten. Die Wissenschaftler gaben an, dass die Substanz das Denkvermögen der Probanden steigerte, und die besseren Resultate nicht etwa auf einem erhöhten Konzentrationsvermögen basierten.

Andererseits fand die Zeitschrift Neuroscience  heraus, dass sich die Arbeitsleistung bei älteren Menschen im Vergleich zu Gleichaltrigen, die kein Koffein zu sich nehmen, verbessert.

In einer weiteren Studie wurde festgestellt, dass sich die Arbeitsleistung Erwachsener unter Koffeinkonsum enorm steigert, jedoch nur bei extrovertierten Personen. Dieses überraschende Ergebnis wurde in einer Folgestudie überprüft.  Es konnte gezeigt werden, dass das Erinnerungs- und Denkvermögen der extrovertierten, Koffein konsumierenden Probanden gesteigert war. Gleichzeitig fanden sich Hinweise darauf, dass Koffein die Reaktionszeit verkürzt und die Aufnahme neuer Informationen verbessert.

Eine andere Studie befasste sich mit der gleichzeitigen Einnahme von Koffein und Glucose. Probanden, die beide Substanzen konsumierten, zeigten eine verbesserte Konzentration, eine schnellere Auffassungsgabe und ein gesteigertes verbales Erinnerungsvermögen, wenn sie mit Studienteilnehmern verglichen wurden, die  Koffein oder Glukose oder sogar nur ein Placebo erhielten.

Weiteren Untersuchungen zufolge steigert Koffeinkonsum auch das räumliche Gedächtnis. Es wurden Probanden verglichen, die unterschiedlich häufig Koffein konsumierten. Koffeinkonsum verbesserte der Hypothese entsprechend die Fähigkeit, Mind-Mapps zu erstellen.

Interessanterweise zeigten die Teilnehmer, die regelmäßig Koffein konsumierten, im Vergleich jedoch weniger gute Ergebnisse, als die Probanden, die diese Substanz seltener zu sich nahmen.

Koffeinn kognitive

Welche Art von Koffein ist für unser Gehirn am gesündesten?

Eine Studie an Frauen im Alter von mehr als 65 Jahren, die aufgrund einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ein größeres Risiko hatten, an einer kognitiven Störung wie zum Beispiel einer vaskulären Demenz zu erkranken, zeigt uns die langfristige Wirkung von Koffein. Untersucht wurde das Verhältnis von Koffeinaufnahme und kognitiven Fähigkeiten in regelmäßigen Abständen von 5 Jahren.

Man fand heraus, dass Frauen, die diese Substanz über Kaffee zu sich nahmen, bei den kognitiven Tests besser abschnitten als diejenigen, die Koffein in Form von Tee und Cola konsumierten oder grundsätzlich wenig Koffein zu sich nahmen.

Zu erwähnen ist noch eine Studie, die sich nur mit den Auswirkungen von Koffein aus besonders koffeinhaltigen Energy-Drinks auf die kognitiven Gehirnfunktionen von Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren beschäftigte. Die Forschungen ergaben, dass diese Getränke zwar tendenziell die Auffassungsgabe erhöhen, signifikante Unterschiede zwischen Konsumenten von Energy-Drinks und einer Placebo-Gruppe hinsichtlich kognitiver Gehirnfunktionen ließen sich jedoch nicht feststellen.

Studien zu den Zusammenhängen zwischen dem Koffeinkonsum und der Prophylaxe von Morbus Alzheimer

Eine 2009 veröffentlichte Tierstudie zeigt, dass Koffein die Ablagerung von Beta-Amyloid reduziert und damit das Absterben von Hirnzellen vermeidet und so einer abnehmenden Gedächtnisleistung vorbeugt.

Eine weitere, 2011 durchgeführte Studie gibt Aufschluss darüber, dass gewisse Mengen Kaffee nicht nur vor Krankheiten wie Alzheimer schützen können, sondern auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.

In einer anderen, sehr interessanten und 2013 im The Journal of Alzheimer’s Disease  veröffentlichten Studie zeigte sich, das Ratten nach dem Konsum von mit Koffein versetztem Wasser bessere Gehirnaktivitäten und einen geringenen Gedächtnisverlust aufwiesen.

Koffein-Auswirkungen-Gedächtnis

Die Wirkung des Koffeins auf Menschen mit leichter kognitiver Störung und einem erhöhten Alzheimer-Risiko

Der Koffeinkonsum steht ebenfalls im Zusammenhang mit der kognitiven Stabilität. Patienten mit einer leichten kognitiven Störung, einer Gedächtnisstörung, haben ein erhöhtes Risiko, an Morbus Alzheimer zu erkranken. Dennoch informierten Forscher in einer 2012 im Journal of Alzheimer’s Disease  veröffentlichen Studie darüber, dass eine erhöhte Konzentration von Koffein im Blut bei keinem der Probanden festgestellt werden konnte und somit nicht für diesen Zusammenhang verantwortlich sein kann.

Schlussfolgerungen

Wir konnten hier nur einige Studien ansprechen, aber es gibt noch viele Untersuchungen zu Koffein und seinen Auswirkungen auf das Denkvermögen und andere kognitive Gehirnaktivitäten. Auch wenn die Ergebnisse sehr unterschiedlich sind, scheint es doch so, als wäre man sich über eine Tatsache einig – Koffeinkonsum stimuliert die kognitiven Gehirnfunktionen. Einige Studien verweisen darauf, dass es entscheidend ist, woher diese Substanz kommt, z.B. aus dem Kaffee.

Koffein hat noch viele weitere Auswirkungen auf unseren Körper. Sowohl Koffein allein als auch Kaffee können für uns von Nutzen sein, aber wenn wir zu viel davon zu uns nehmen, kann dieser Effekt schnell ins Gegenteil umschlagen. Unter bestimmten Bedingungen kann der Konsum von Koffein selbst in geringen Mengen gesundheitsschädlich sein.

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