Die gefürchtete Midlife Crisis

5. Januar 2018

Vielleicht hast du schon einmal gehört, wie jemand das Verhalten eines anderen mit dem Begriff „Midlife Crisis“ definiert. Oder vielleicht fühlst du dich selbst ein wenig ängstlich oder unbehaglich wegen eines bevorstehenden Geburtstages. Vielleicht hast du Angst davor, älter zu werden oder nicht länger jung zu sein. Oder auch beides gleichzeitig.

Die Wahrheit ist, dass die große Mehrheit der Frauen und auch viele Männer an der Midlife Crisis leiden. Im Falle der Frauen liegt es an der Tatsache, dass sie beginnen, in die Menopause zu kommen, und an den Symptomen, die diese mit sich bringt. Es kommen sowohl physische als auch psychologische Beschwerden auf.

Die Midlife Crisis beginnt nicht genau an dem Tag, an dem eine Person 40 Jahre alt wird, sondern meistens ist es so, dass das Unwohlsein schon ein wenig früher oder auch ein bisschen später beginnt. Du wirst vielleicht genau analysieren, was du bis zu diesem Punkt erreicht hast und welche wichtigen Anliegen es noch zu erledigen gilt. In manchen Fällen ist auch die Idee von Ruhe und Rente in unseren Köpfen (auch wenn bei den meisten Bewohnern der westlichen Länder noch zwei Jahrzehnte bis zur Rente fehlen).

Merkmale einer Midlife Crisis

Experten sind der Meinung, dass es zwei Arten von Krisen gibt, die mit dem Alter zusammenhängen. Eine davon ist evolutionär, hat also damit zu tun, dass wir sehen, wie alt wir sind und welche biologischen Veränderungen wir durchmachen. Die andere Krise bezieht sich auf die Umstände, hängt also von den Veränderungen in unserem Umfeld ab, die uns auch persönlich betreffen. Die Midlife Crisis gehört zur ersten Gruppe.

In unser viertes Jahrzehnt einzutreten kann in manchen Menschen ein Gefühl von Depression und Angst auslösen, vor allem aufgrund von sozialem und familiärem Druck, der auf uns lastet, wenn wir ein bestimmtes Alter erreicht haben. Wenn diese Person also zum Beispiel noch nicht geheiratet oder noch keine Kinder hat, keinen guten Job gefunden und auch noch kein Haus gekauft hat, dann haben sie laut Studien ein höheres Risiko, eine Midlife Crisis zu erleiden.

Die Gründe für eine Midlife Crisis sind vielfältig, aber die häufigsten sind: Unsicherheit, übermäßige Verantwortung, Routine, Konflikte mit dem Partner, das Erkennen von Fehlern, Langeweile, das Fehlen klarer Ziele.

Frau pustet Kerze aus

Eine neue Perspektive

Ohne jeden Zweifel ist eines der wichtigsten Zeichen für eine Midlife Crisis der Wunsch, wieder „jung“ zu sein. Das bringt eine Suche nach neuen Erfahrungen mit sich. Die Betroffenen wollen Dinge tun, die sie früher nicht begeistert haben oder davor aus verschiedenen Gründen nicht tun konnten. Außerdem neigen sie dazu, sich wie Jugendliche zu kleiden und oft in Bars oder Clubs zu gehen etc.

Diese neue Einstellung zum Leben kann als ein großer Wachruf dienen, eine Motivation, die uns aus unserer Routine reißt und unser Leben bereichert. Aber es kann auch eine Menge Nostalgie auslösen, die uns lähmt und uns zum Tagträumen über das, was einmal war, verleitet. Dabei vergessen wir, dass wir immer noch eine ganze Menge zu tun haben.

Gesunde Nostalgie und Rückbesinnung sind eine gute Sache und beinhalten auch eine Einstellung der Akzeptanz darüber, dass die Zeit vergangen ist, ohne Wut oder Ohnmacht zu fühlen. Es bedeutet auch, dass man die Gegenwart und die Zukunft nicht verlässt, um in der Vergangenheit zu schwelgen. In der Tat kann das ein sehr guter Moment im Leben einer Person sein, diese Art der Rückbesinnung durchzuführen. Es kann der Person dazu verhelfen, dass sie mit der Weisheit, die sie bis dahin erlangt hat, weiter vorankommt.

Was sind also konkrete Methoden, mit denen wir diese Krise mit einer gesunden Denkweise konfrontieren können?

  1. Behalte eine positive Einstellung. Es ist egal, dass du nun älter bist. Denk daran, dass das Alter dir Erfahrung, Anekdoten und Wissen bringt. Du hast immer noch viele Jahre vor dir, es bringt nichts, diese mit Leiden zu verbringen.
  2. Genieße es. Die Erfahrung, gewachsen zu sein und viele Probleme gemeistert zu haben, macht dich sogar noch interessanter und besser vorbereitet auf das, was als nächstes kommen wird. Du wirst mehr Selbstkontrolle haben, du wirst die Konsequenzen deiner Handlungen einschätzen können und du wirst vermutlich selbstbewusster sein. Denk auch daran, dass die beste Zeit das Hier und Jetzt ist. Verbinde nicht die Jugend mit der Fröhlichkeit. Es gibt in jeder Phase des Lebens Fröhlichkeit und Vollständigkeit.
  3. Besinne dich. Du könntest sagen, dass du mitten im Leben stehst. Es ist eine sehr gute Zeit, darüber nachzudenken, was du schon erreicht hast und auch über die Zukunft nachzudenken, denn es gibt noch viel, was auf dich zukommen wird. Welche Veränderungen auch immer du von diesem Punkt an machen willst, sie sollten mit Bedacht abgeschätzt und analysiert werden.