Das „Anti-DSM“, das diagnostische Handbuch der 24 menschlichen Stärken

21, Juli 2016 en Psychologie 126 Geteilt

Die „Anti-DSM“-Bewegung setzt sich für eine positive Psychologie ein, welche die menschlichen Tugenden und Stärken unterstreicht. Diese Perspektive versucht das hervorzuheben, was uns glücklich macht, und damit der Tendenz zu entgegnen, immer nur geistige Störungen zu klassifizieren und zu studieren.

Während es sich beim DSM um das diagnostische Handbuch psychischer Störungen (Engl.: Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) handelt, versucht das VIA (Values in Action oder Werte in Aktion) eine Klassifizierung der menschlichen Stärken aufzustellen, indem es Muster erkennt und einen gemeinsamen Wortschatz vorschlägt, der uns hilft, über verschiedene Kulturen hinweg die menschlichen Tugenden und Stärken zu verstehen.

Wie das DSM, bietet auch das VIA-Handbuch Evaluationsstrategien und Fragebögen, die den Forschern helfen, 6 Tugenden zu bewerten, die sich in 24 Stärken unterteilen. Auf der Webseite, die unter diesem Link hier zu finden ist, kann man den Test auf Englisch nach einer Registrierung durchführen.

Hand mit Stärken

Die 24 menschlichen Stärken, der Schlüssel zu unserem Glück

Wir haben noch nicht den Namen der Eltern dieses Vorschlages genannt: Es sind die Psychologen Christopher Peterson und Martin Seligman. Diese gehen von der Existenz von 6 Tugenden aus, die in 24 menschliche Stärken unterteilt werden. Schauen wir uns an, welche das sind:

  • Vernunft und Wissen:
    • Neugierde, oder, was das gleiche ist, Interesse für unsere Umgebung.
    • Liebe zum Wissen.
    • Kritische Urteilskraft und Verstand und Bereitschaft zum Lernen
    • Kreativität.
    • Perspektive (Urteilsvermögen).
  • Mut zur Überwindung von Hindernissen:
    • Courage/Mut.
    • Hingabe und Ausdauer.
    • Integrität und Aufrichtigkeit.
    • Lebensfreude (Lust und Enthusiasmus).
  • Liebe:
    • Freundlichkeit.
    • Bindungsfähigkeit.
    • Soziale Intelligenz.
  • Gerechtigkeit:
    • Gemeinschaftssinn und Teamwork.
    • Gerechtigkeit und Gleichheit.
    • Führungsvermögen.
  • Mäßige Charaktereigenschaften:
    • Bescheidenheit.
    • Selbstkontrolle.
    • Vorsicht und Aufmerksamkeit.
    • Verzeihen und Mitgefühl.
  • Transzendenz:
    • Wertschätzung von Schönheit.
    • Ehrfurcht und Staunen.
    • Dankbarkeit.
    • Hoffnung und Optimismus.
    • Verspielt sein und Humor.
    • Spiritualität und Überzeugungen.

Die Wichtigkeit, das Positive in der Erziehung hervorzuheben

Ohne in ein Übermaß an Optimismus zu verfallen, versteht es sich, dass je mehr wir diese Tugenden und Stärken pflegen, desto näher werden wir der Selbstverwirklichung kommen und desto wahrscheinlicher werden wir glücklich sein können.

Dies öffnet uns große Wege zum Fortschritt, wenn es darum geht, Bildung und Erziehung zu verbessern, die wir Kindern und auch Erwachsenen in unserer Gesellschaft bieten.

Dies ernst zu nehmen, hilft uns dabei, die Entwicklung dieser persönlichen, emotionalen, kognitiven und verhaltensbestimmenden Kompetenzen zu potenzieren. Ein Film, der uns verstehen hilft, wie wichtig es ist, die menschlichen Stärken hervorzuheben, ist „Der Klub der toten Dichter“.

Man könnte sagen, es geht um weniger Strenge und mehr Flexibilität, es geht darum, neue Perspektiven kennen zu lernen, einen offenen Verstand zu haben und verstehen zu können.

Es ist essentiell, bewusst zu lernen und kontinuierlich Möglichkeiten abzuwägen, denn nur so werden starke Persönlichkeiten herausgebildet, die in der Welt bestehen können.

Wie hier betont wird, muss Erziehung dazu in der Lage sein, positive Veränderungen hervorzurufen und ihre Fähigkeiten auf allen Ebenen zu verbessern, neue Wege zu eröffnen und das herauszuheben, was besonders wichtig für unsere Entwicklung ist, um in unserer Welt sein zu können.

In den letzten Jahren erleben wir eine „humanisierende“ Tendenz in unserer Erziehung, durch die der sozialen und emotionalen Intelligenz immer größere Wichtigkeit eingeräumt wird, als Garantien des Erfolgs und guter Entwicklung.
Vater zeigt seiner Tochter seine Stärken
In anderen Worten: Indem man die Entwicklung der menschlichen Stärken vorantreibt, helfen wir den Kindern dabei, glücklich zu sein, selbstsicherer zu sein und ihre eigenen Entscheidungen treffen zu können.
Jedoch gibt es auch noch heute einen großen Mangel im Bildungssystem und in den Schulen.

Daran sind zum Großteil große Klassen schuld, die diese Aufgaben unmöglich machen, aber auch Ignoranz und „Unbeweglichkeit“ versperren viele Türen. Dieser Satz von Einstein ist nur zu gut bekannt:

„Wir sind alle Genies. Wenn du aber einen Fisch danach beurteilst, ob er einen Baum hochklettern kann, dann wird dieser sein Leben lang glauben, dass er dumm ist.“

Nehmen wir das zur Kenntnis und fangen wir an, alle unserer Stärken zu ergründen.

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