Lernen, zu akzeptieren, und lernen, sich zu verändern

Lernen, zu akzeptieren, und lernen, sich zu verändern

Letzte Aktualisierung: 24. Oktober 2016

“Es gibt nichts Dauerhaftes außer der Veränderung.”

Heraklit

Oft treten im Leben Situationen auf, in denen wir nicht wissen, wie wir uns verhalten sollen. Wir bewegen uns dann zwischen der Akzeptanz dessen, was uns passiert, und dem Gegenteil, dem Vermeiden oder gar Leugnen. Aber was davon nützt uns eigentlich am meisten?

Die Antwort wäre, das zu akzeptieren, was sich uns zeigt. Wir müssen lernen, jede Situation, in der das Leben oder die Beziehungen zu anderen Menschen uns überraschen, zunächst zu akzeptieren. Wenn wir uns weigern und sie leugnen, werden diese Gedanken in unserem Kopf immer stärker, erlangen eine immer größere Wichtigkeit.

Akzeptieren ist gleich konfrontieren und das Gegenteil von vermeiden

Sich einer Situation zu stellen bedeutet, Lösungen zu suchen und zu lernen, wie man am besten mit der gegebenen Situation leben und damit glücklich sein kann.

Wenn wir vom Akzeptieren reden, betrachten wir das Vermeiden niemals als Lösung, denn die Flucht entfernt uns von der Realität, indem sie in die andere Richtung schaut, ohne sich der Situation zu stellen oder die Probleme zu lösen. Außerdem ist die Akzeptanz der erste Schritt, um sich in Richtung Veränderung vorwärtszubewegen.

Was ist der Unterschied zwischen akzeptieren und aufgeben?

Akzeptieren bedeutet, ein Gleichgewicht zu finden, um mit dem glücklich zu sein, was uns das Leben bietet. Es bedeutet, eine Formel zu finden, um zu lösen, zu verbessern, sich anzupassen, zu respektieren und immer die positive Seite der Situation zu sehen. Es bedeutet, die Dinge so zu akzeptieren wie sie sind, ohne sich ihnen hinzugeben und aufzuhören, nach Verbesserung zu streben.

Aufgeben allerdings bedeutet, mit der unangenehmen Situation zu leben, weil uns keine Gegenmittel mehr bleiben, sodass uns nur bleibt, so gut wie möglich mit dem Leiden umzugehen und die Lasten unseres Lebens zu ertragen.

Die Antwort lautet immer Akzeptanz. Allerdings sollte man nicht die Akzeptanz mit der Resignation verwechseln, wie wir bereits erklärt haben, weil aufgeben bedeuten würde, die Situation aus der Passivität des Leidens heraus anzunehmen, wohingegen die Akzeptanz ein aktiver Part der Situation, die wir akzeptieren, sein muss, das heißt, dass ein Teil der Akzeptanz häufig das bewusste Treffen von Entscheidungen ist und dies führt häufig zu Veränderung.

Lernen, zu akzeptieren, ist lernen, sich zu verändern

Wie wir bereits gesagt haben, ist die Akzeptanz der erste Schritt, um uns auf die beste Art und Weise an die Situation anzupassen, die uns begegnet.

Damit werden wir uns besser mit uns selbst und mit der Situation fühlen, wir werden lernen, sie gut handzuhaben, ohne Leid, ohne uns zu überfordern, sondern als fähige Person, mit Werkzeugen, positiver Haltung und Respekt gegenüber den anderen beteiligten Personen.

Allerdings ist es möglich, dass als Folge der Überwindung und der persönlichen Entdeckung der Moment kommt, in dem wir unser eigenes Leben überdenken, unsere Art zu leben, unsere zwischenmenschlichen Beziehungen, unsere Liebesbeziehung… Und das ist dann der Moment der Veränderung.

Dank der Akzeptanz können wir die Zufriedenheit spüren, dass wir mit der Situation umzugehen wussten und den Zeitpunkt erkannten, zu dem eine Änderung erforderlich wurde.

Wenn zum Beispiel die Beziehung eines Paares schlecht läuft, ist der erste Schritt, die andere Person zu akzeptieren wie sie ist, und damit verlieren sich die Vorwürfe ebenso wie der Mangel an Respekt und der Versuch, die andere Person zu verändern.

Wenn wir akzeptieren, erkennen wir, was und wie die Wirklichkeit ist, und wir respektieren die Unterschiede mehr, wenn wir sie mit Ruhe angehen. Und wenn wir an diesem Punkt der Akzeptanz angekommen sind, kommt die darauffolgende Lektion, in der wir uns für die Veränderung entscheiden.

Wenn wir die Situation akzeptieren, kämpfen wir nicht gegen die Situation an, um sie zu ändern, sondern wir treffen Entscheidungen über die persönliche Veränderung, indem wir unser eigenes Leben und das Leben als Paar neu überdenken. Im Gegensatz dazu würden wir bei der Strategie der Vermeidung die Situation weder akzeptieren noch uns mit ihr konfrontieren, das heißt, dass das Problem bestehen bleiben würde, allerdings unter einer Maske.

Wenn wir Entscheidungen zur Veränderung treffen, dann weil wir nach der Akzeptanz der Situation entscheiden, dass wir so nicht leben wollen; und ohne zu versuchen die Situation oder die anderen Menschen zu ändern, sind wir diejenigen, die den Kurs unserer Lebensplanung verändern.


Dieser Text dient nur zu Informationszwecken und ersetzt nicht die Beratung durch einen Fachmann. Bei Zweifeln konsultieren Sie Ihren Spezialisten.